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Amphibien in Schwaben wieder auf Wanderschaft

Seit Anfang März lockt der Frühling Kröten, Frösche und Molche aus ihren Winterquartieren. Nach dem Kälteeinbruch Mitte März sind die Amphibien seit diesen Tagen wieder unterwegs zu Ihren Laichplätzen. Auch in allen Schwäbischen Kreisgruppen des BUND Naturschutz (BN) betreuen nun freiwillige Helferinnen und Helfer, unterstützt von Straßenbaubehörden, Gemeinden und Landschaftspflegeverbänden, Schutzzäune, um diese Tiere auf dem Weg zu ihren Laichgewässern vor dem Tod auf den Straßen zu bewahren. Die bayernweite Aktion rettet jährlich 500.000–700.000 Amphibien das Leben. Über 6.000 Helferinnen und Helfer sind im Einsatz. Allein im Regierungsbezirk Schwaben sind uns über 170 große Amphibienübergänge bekannt. Ein Großteil von ihnen wird von Ehrenamtlichen betreut. Weitere Amphibienretter sind willkommen.

26.03.2021

An den ersten Tagen mit milderen Temperaturen und frostfreien Nächten haben Kröten, Frösche und Molche in diesem Jahr bereits Ende Februar begonnen, sich auf den Weg zu ihren Laichgewässern machen. Ab einer nächtlichen Temperatur von circa 5 °C und insbesondere bei regnerischem Wetter sind die fortpflanzungsbereiten Tiere dann massenweise auf Wanderschaft.

Deshalb sind in diesen Wochen wieder zahlreiche ehrenamtlich Aktive des BUND Naturschutz an Straßenrändern unterwegs, kontrollieren jeden Abend und oft auch morgens die Fangzäune und bringen die eingesammelten Tiere sicher auf die andere Straßenseite. Allerdings stellen immer mehr Helferinnen und Helfer in den letzten Jahren fest, dass an vielen Übergängen die Anzahl der Tiere in den Fangeimern sinkt. Martin Geilhufe, Landesbeauftragter des BN warnt: „Wenn wir nicht entschieden gegen die Klimakrise vorgehen, werden die trockenen Sommer und Frühjahre, die wir in den letzten Jahren erlebt haben, zur Regel. Selbst Allerweltsarten wie Erdkröte und Grasfrosch könnten dann zu einem seltenen Anblick werden.“

Der BN betreut im Landkreis Günzburg fünf Amphibienschutzzäune. Etwa 70 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer betreuen die Übergänge über vier bis fünf Wochen täglich morgens und teilweise abends regelmäßig. Im letzten Jahr konnten auf diese Weise ca. 6.000 Erdkröten und andere Amphibienarten vor dem Tod auf den Straßen bewahrt werden. An den Wanderstrecken im Landkreis Günzburg sind die Amphibienzahlen im langjährigen Trend klar negativ. Bernd Kurus-Nägele, Geschäftsführer der BN-Kreisgruppe Günzburg berichtet: „Wir haben Amphibienübergänge mit bis zu 60 % Rückgang. Die intensive Landwirtschaft, die Zerschneidung und Bebauung der Landschaft und das Insektensterben sind zentrale Gründe dafür.“

Am Amphibienübergang in Ettenbeuren werden vom Team der Ehrenamtlichen ca. 1.500 Erdkröten, 50 Grasfrösche und ca. 20 Bergmolche über die Straße getragen. Jutta Reiter, Ehrenamtskoordinatoren der BN-Kreisgruppe Günzburg, bittet die Bevölkerung um Mithilfe: „Wir sind immer auf der Suche nach Menschen, die beim Amphibienschutz, aber auch unseren vielfältigen anderen Natur- und Umweltschutzaktivitäten mithelfen.“ Interessierte melden sich bei jutta.reiter@bund-naturschutz.de.

Für den Schutz der Amphibien, die aufgrund ihrer schnell austrocknenden Haut auf Feuchtigkeit angewiesen sind, müssen die Gewässer im Landkreis geschützt oder renaturiert und feuchte Wiesen und Weiden erhalten werden, erinnert Thomas Frey, BN-Regionalreferent für Schwaben: „Viele Amphibien können wir vor dem Straßentod retten. Aber das hilft langfristig nur, wenn auch ihre Lebensräume erhalten werden.“

Möglichkeiten zum Mithelfen bei der Amphibienrettung gibt es bayernweit. Die lokalen Kontaktadressen sind im Internet zu finden: www.bund-naturschutz.de/aktionen/amphibien-retter-werden

* Der BN bittet alle Autofahrer in den kommenden Wochen um besondere Vorsicht und Rücksichtnahme.

* Befolgen Sie die Geschwindigkeitsbegrenzungen an den Amphibienzäunen.

* Achten Sie an den Stellen, an denen Amphibienzäune errichtet sind, auf die Helfer, die am Straßenrand Tiere einsammeln.

* Reduzieren Sie Ihr Tempo auf Straßen, die an Teichen oder Feuchtgebieten vorbeiführen, auch wenn keine Warnhinweise aufgestellt sind.

* Sie haben eine Stelle entdeckt, an der viele Amphibien überfahren wurden und an der kein Schutzzaun errichtet ist? Melden Sie sich bitte per Mail an: amphibien@bund-naturschutz.de