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BN-Kreisgruppen in der Oberpfalz retten Kröten und Frösche

Auch in den Oberpfälzer Kreisgruppen des BUND Naturschutz (BN) betreuen derzeit freiwillige Helfer*innen Schutzzäune, um die Amphibien auf dem Weg zu ihren Laichgewässern vor dem Tod auf den Straßen zu bewahren. Die bayernweite Aktion rettet jährlich 500.000 bis 700.000 dieser Tiere das Leben. Aufgrund der kalten/frostigen Nächte seit Anfang März kommt die Amphibienwanderung in diesem Jahr verzögert in Gang.

14.03.2022

Ab einer nächtlichen Temperatur von circa fünf Grad und bei regnerischem Wetter sind die fortpflanzungsbereiten Tiere massenweise auf Wanderschaft. Deshalb waren in diesen Wochen wieder zahlreiche ehrenamtlich Aktive des BUND Naturschutz an Straßenrändern unterwegs, kontrollieren jeden Abend und auch morgens die Fangzäune, um die eingesammelten Tiere sicher auf die andere Straßenseite zu bringen.

Allerdings stellen immer mehr Helfer*innen in den letzten Jahren fest, dass die Anzahl der Tiere in den Fangeimern sinkt. Richard Mergner, Vorsitzender des BN warnt: „Wenn wir nicht entschieden gegen die Klimakrise vorgehen, werden die trockenen Sommer und Frühjahre, die wir in den letzten Jahren erlebt haben, zur Regel. Selbst Allerweltsarten wie Erdkröte und Grasfrosch könnten dann zu einem seltenen Anblick werden.“

Klaus Pöhler, Vorsitzender der BN-Kreisgruppe Schwandorf betont: „Für den Schutz der Kröten und Frösche, die aufgrund ihrer schnell austrocknenden Haut auf Feuchtigkeit angewiesen sind, müssen die Gewässer im Landkreis vor Nitrateinträgen geschützt oder renaturiert sowie feuchte Wiesen erhalten werden. Amphibien sind nicht nur irgendeine Tiergruppe, sondern ein wesentlicher Bestandteil des Netzwerks des Lebens in unserem Landkreis. Auch wenn wir viele davon vor dem Straßentod retten, hilft das langfristig nur, wenn auch ihre Lebensräume erhalten bzw. schonend genutzt werden und das Niederschlagswasser verstärkt in der Landschaft gehalten wird.“

Der BN betreut in der Oberpfalz knapp 50 und im Landkreis Schwandorf sieben Amphibienschutzzäune. Dafür engagieren sich über 200 ehrenamtliche Helfer*innen im Regierungsbezirk und rund 20 im Landkreis Schwandorf, die die Übergänge über vier bis fünf Wochen jeden Morgen und Abend kontrollieren. Im letzten Jahr konnten auf diese Weise im Landkreis Schwandorf rund 2000 dieser Tiere vor dem Tod auf den Straßen bewahrt werden.

In diesem Frühjahr ist bislang festzustellen, dass aufgrund der Witterungsbedingungen der letzten zwei Wochen die Wandersaison in der Oberpfalz später als in anderen Jahren beginnt. Die niedrigen Temperaturen und die ausgeprägte Trockenheit machen den Amphibien das Leben und ihre Wanderung schwer.

Um die weitere Verschärfung solch extremer Wettererscheinungen zu verhindern, sind in Bayern nun endlich gezielte Maßnahmen zur Einhaltung des Klimaziels von Paris und zur Senkung des CO2-Ausstoßes erforderlich, wie z.B. das Energiesparen und der entschlossene Ausbau erneuerbarer Energien.

An den Amphibienzäunen bittet der BUND Naturschutz alle Autofahrer*innen in den kommenden Wochen um besondere Vorsicht und Rücksichtnahme:

  • Fahren Sie insbesondere bei Dunkelheit an den Amphibienzäunen langsam und achten Sie auf die Helferinnen und Helfer, die am Straßenrand Tiere einsammeln
  • Reduzieren Sie Ihr Tempo auf Straßen, die an Teichen oder Feuchtgebieten vorbeiführen, auch wenn keine Warnhinweise aufgestellt sind.

Da die Betreuung der Amphibienzäune entlang von Straßen für die Helferinnen und Helfer gerade bei Dunkelheit nicht ungefährlich ist, wünscht sich der BUND Naturschutz von den Straßenbehörden eine deutliche Kennzeichnung durch Warnschilder sowie eine Geschwindigkeitsbeschränkung in den betroffenen Abschnitten.

Sie haben eine Stelle entdeckt, an der viele Amphibien überfahren wurden und an der kein Schutzzaun errichtet ist? Melden Sie sich bitte per Mail an: amphibien@bund-naturschutz.de

Möglichkeit zum Mithelfen bei der Amphibienrettung gibt es bayernweit. Die lokalen Kontaktadressen sind im Internet zu finden: www.bund-naturschutz.de/aktionen/amphibien-retter-werden