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Eichhörnchen im Herbst

Im Herbst sind Eichhörnchen besonders viel unterwegs, um Nahrung zu sammeln und Wintervorräte anzulegen. Dabei lauern Gefahren im Straßenverkehr. Der BUND Naturschutz setzt deshalb auf Seilbrücken, naturnahe Gärten und die Unterstützung engagierter Bürger*innen, um die Tiere besser zu schützen.

15.10.2026

Die Herbstmonate sind für Eichhörnchen eine Zeit intensiver Nahrungssuche und besonderer Gefahren. Sie sammeln Baumsamen und Nüsse sowie Beeren und Pilze und verstecken einen Teil davon in zahlreichen kleinen Depots. Auf ihren Wegen zwischen Nahrungsquellen, Vorratsplätzen und Futterstellen müssen sie mitunter auch häufig Straßen überqueren. „Eichhörnchen sind auf der Suche nach Nahrung viel unterwegs", erklärt BN-Expertin Martina Gehret. „Auch im Winter müssen sie regelmäßig Nahrung finden. Wenn ihre Vorräte nicht ausreichen oder das Nahrungsangebot zurückgeht, können sie weite Strecken zurücklegen und neue Nahrungsgebiete aufsuchen."

Um Eichhörnchen das Überqueren von Straßen zu erleichtern, hat der BUND Naturschutz gemeinsam mit den Städten Nürnberg, Zirndorf und Regensburg Seilbrücken eingerichtet. Dabei handelt es sich um Seile, die als Querungshilfen über Straßen gespannt werden. Die drei Brücken in Regensburg wurden jetzt mit einem Umweltpreis der Stadt ausgezeichnet. 

„Wildkameras zeigen, dass die Eichhörnchen die Seilbrücken nutzen“, freut sich Gehret. Die nächste Eichhörnchenbrücke soll noch im November in Gerolzhofen im Landkreis Schweinfurt installiert werden. Interessierte Kommunen können sich an den BN wenden, um Möglichkeiten für eigene Eichhörnchen-Seilbrücken zu besprechen.

Auch Privatpersonen können helfen: Wer Eichhörnchen langfristig unterstützen möchte, kann den eigenen Garten naturnah gestalten. Haselnusssträucher und Walnussbäume liefern wertvolle Nahrung. Buchen, Fichten, Kiefern und andere samentragende Gehölze sowie heimische Beerensträucher erweitern das natürliche Nahrungsangebot. Laub- und Reisighaufen sollten möglichst liegen bleiben. Sie bieten Deckung und Material für den Kobelbau. Eine flache Wasserschale mit täglich frischem Wasser ergänzt das Angebot.

In Zeiten mit knappem Nahrungsangebot kann eine Zufütterung sinnvoll sein. Geeignet sind beispielsweise Hasel- und Walnüsse, Sonnenblumenkerne, Mais sowie kleine Mengen frisches Obst wie Äpfel. Das Futter sollte abwechslungsreich und hochwertig sein. Futterstellen müssen regelmäßig kontrolliert und gereinigt werden, damit keine verdorbenen Futterreste zurückbleiben und sich Krankheitserreger ausbreiten können.

Auch Autofahrerinnen und Autofahrer können dazu beitragen, Eichhörnchen zu schützen. Besonders an Parks, Alleen und anderen baumreichen Straßenabschnitten ist aufmerksames und vorausschauendes Fahren wichtig. Taucht ein Eichhörnchen auf der Fahrbahn auf, sollten Autofahrende vorsichtig abbremsen und gefährliche Ausweichmanöver vermeiden. Vorhandene Hinweisschilder sollten beachtet werden. Wer ein überfahrenes Eichhörnchen entdeckt, kann den Fund über die App „Eichhörnchen in Bayern“ melden. Die gesammelten Meldungen helfen dabei, Gefahrenstellen für die Tiere zu erkennen.

Informationen zum Projekt „Eichhörnchen in Bayern“:
Seit 2020 können Bürger*innen ihre Beobachtungen von Eichhörnchen über die App „Eichhörnchen in Bayern“ melden. Seit Projektstart wurden so mehr als 105.000 Eichhörnchen in über 86.000 Meldungen dokumentiert. Die gesammelten Daten geben Einblicke in die Verbreitung der Tiere und ihre Fellfarben und helfen dabei, Gefahrenstellen im Straßenverkehr zu erkennen. Gemeinsam mit Städten und engagierten Bürger*innen setzt sich der BUND Naturschutz dafür ein, Lebensräume besser zu vernetzen und Schutzmaßnahmen gezielt umzusetzen. Dazu gehören beispielsweise Seilbrücken, deren Nutzung mithilfe von Wildkameras überprüft wird. 

Links: 
https://www.bund-naturschutz.de/aktionen/eichhoernchen-beobachten-und-melden
https://www.bund-naturschutz.de/aktionen/eichhoernchen-bruecken