Klimawandel Bayern: Anzeichen, Folgen und Klimaschutzmaßnahmen
Im Freistaat sind die Folgen des Klimawandels bereits heute deutlich wahrzunehmen und sie werden in den kommenden Jahren weiter zunehmen. Extremwetterereignisse mit schweren Schäden, höhere Temperaturen und Trockenheit beeinträchtigen die Land- und Forstwirtschaft, es kommt häufiger zu warmen Wintern ohne Schnee und die Gletscher schmelzen immer weiter. Wo ist der BN aktiv und was können Sie tun?
Bayerns Klima verändert sich
Im langjährigen Trend nahm die Temperatur in Bayern um 2,3 °Celsius über den Zeitraum 1951 bis 2025 im Mittel zu. Das Frühjahr wird nasser, der Sommer trockener, Unwetter nehmen zu, Jahreszeiten verschieben sich. Das wärmste Jahr seit Messbeginn 1881 war im Freistaat 2024.
Freistaat besonders betroffen
Durch die Lage erhöhen sich die Durchschnittstemperaturen in Bayern stärker als im globalen Durchschnitt (u.a. kontinental, Topografie). Die Folgen sind regional unterschiedlich, im Alpenraum können Tiere und Pflanzen nicht ausweichen, im Norden Bayerns gibt es immer mehr Trockenperioden.
Überschwemmungen und Hitze
Schäden durch Extremwetterereignisse wie Starkregen oder Hitzewellen nehmen zu. Beim Pfingsthochwasser 2024 kamen in Bayern vier Menschen ums Leben, 2018 starben 504 Menschen aufgrund extremer Hitzeperioden. Ernteausfälle nehmen zu.
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- document.getElementById('c250483').scrollIntoView({ behavior: 'smooth' }), 10);">2 Folgen des Klimawandels in Bayern
- document.getElementById('c250628').scrollIntoView({ behavior: 'smooth' }), 10);">3 Bayern will Klimaziele um fünf Jahre verschieben
- document.getElementById('c270572').scrollIntoView({ behavior: 'smooth' }), 10);">4 Klimaschutz kostet – Nicht-Handeln wäre teurer
- document.getElementById('c250685').scrollIntoView({ behavior: 'smooth' }), 10);">5 Bedrohung für Bayern und die ganze Welt
- document.getElementById('c270574').scrollIntoView({ behavior: 'smooth' }), 10);">6 Klimaveränderungen in Bayern 1951-2024
- document.getElementById('c250680').scrollIntoView({ behavior: 'smooth' }), 10);">7 Dringende Aufgaben für den Klimaschutz in Bayern
- document.getElementById('c250693').scrollIntoView({ behavior: 'smooth' }), 10);">8 BN-Forderungen für Klimaschutz in Bayern
Der Klimawandel in Bayern ist in vollem Gange
Die Durchschnittstemperaturen in Bayern sind von 1881 bis 2024 im Jahresmittel deutlich angestiegen, die wärmsten Jahre waren 2023 und 2024. (Quelle: Deutscher Wetterdienst).
Auch in Bayern ist die Klimakrise bereits klar erkennbar:
- 2024 war das wärmste Jahr in Bayern, gefolgt von 2023. Die acht wärmsten Jahre Bayerns seit 1881 liegen zwischen 2011 und 2024. Die global zehn wärmsten Jahre liegen seither im Zeitraum 2005 und 2020.
- In Bayern hat sich die Durchschnittstemperatur von 1951 bis 2025 um 2,3 °C erhöht (Quelle: Bayerisches Landesamt für Umwelt, LfU). Im Freistaat ist der Anstieg etwa doppelt so hoch wie im globalen Durchschnitt, zum einen weil sich das Land generell stärker erwärmt als die Ozeane, außerdem aufgrund von Topografie und Lage.
- Die Niederschlagsmengen haben in Bayern in den Sommermonaten Juni bis August über den Zeitraum 1951 bis 2019 um 13 Prozent abgenommen (Stand 2021). Während die Sommer immer trockener werden, nehmen die Starkregenereignisse zu. So kann sich weniger Grundwasser neu bilden, die Pegel sinken. Im Jahresverlauf werden die niedrigeren Mengen zwar vielfach ausgeglichen, Starkregen führt aber dazu, dass das Wasser im Boden schlechter gespeichert werden kann.
- Klimaveränderungen können regional sehr unterschiedlich ausfallen, die Alpen sind beispielsweise besonders stark betroffen: Es gab jährlich im Durchschnitt zehn Sommertage (wärmer als 25 °Celsius) mehr von 1990 bis 2019 im Vergleich zu 1971 bis 2000 (Stand 2021).
- Die Folgen für Mensch und Natur unterscheiden sich ebenfalls regional: In den Alpen können Tiere und Pflanzen höheren Temperaturen nicht ausweichen, wenn sie den Gipfel erreicht haben (siehe Klimawandel in den Alpen).
(Quellen: Klima-Faktenblätter Bayern des Landesamt für Umwelt (LfU) und Deutscher Wetterdienst)
Folgen des Klimawandels in Bayern
504 Tote
durch Hitzeperioden im Jahr 2018
2 Mrd. Euro
Schaden durch Pfingsthochwasser 2024
3 x mehr
Unwetterschäden 2023 gegenüber 2022
Oft ist der Klimawandel nicht die alleinige Ursache für eine Katastrophe, er führt aber zu einer Verschärfung der Probleme:
- Schätzungsweise 504 Menschen starben in Bayern im Hitzejahr 2018 an den Folgen extremer Temperaturen (Quelle: Bayerisches Landesamt für Statistik, 2024). Das Robert Koch Institut (2024) sieht einen steigenden Trend in den vergangenen Jahren für ganz Deutschland, besonders auch in der Region Süddeutschland (Bayern und Baden-Württemberg).
- Auch wenn die Belastung nicht tödlich endet: Viele Menschen – sowie Tiere und Pflanzen – sind durch hohe Temperaturen gesundheitlich beeinträchtigt, besonders wenn Hitzephasen über längere Zeiträume anhalten.
- Im Winter 2023/2024 gab es die stärksten Niederschläge in Südbayern seit 73 Jahren. Der seltene, fast fünftägige Dauerregen rund um Pfingsten 2024 traf dann auf völlig gesättigte Böden – und verursachte ein extremes Hochwasser (Quelle: Landesamt für Umwelt, 2024).
- Die Schäden durch Unwetter in Bayern steigen, von zerstörten Sachwerten durch Überschwemmungen bis hin zu Ernteausfällen in der Landwirtschaft, etwa durch Hagel und Dürre, aber auch durch Schädlinge und Krankheiten. Die sogenannte Naturgefahrenbilanz listet beispielsweise über 2 Milliarden Euro versicherte Schäden im Jahr 2023, gegenüber 696 Millionen Euro 2022 (Quelle: Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), 2024)
| Bereich | Auswirkung des Klimawandels | Folgen für den Bereich |
|---|---|---|
| Alpen | Temperaturanstieg (+2-4°C bis 2100 laut Prognosen möglich) | Gletscherschwund, Verlust der Schneedecke |
| Zunahme von Starkregenereignissen | Murenabgänge, Hangrutschungen, Hochwasser | |
| Auftauen des Permafrosts | Felsstürze, Destabilisierung von Berghängen | |
| Verschiebung der Schneefallgrenze | Kürzere Wintersportsaison, Wirtschaftseinbußen | |
| Pflanzen | Verlängerung der Vegetationsperiode | Frühere Blüte, Verschiebung der Wachstumsphasen |
| Zunahme von Hitze- und Trockenstress | Vitalitätsverlust, erhöhte Anfälligkeit für Schädlinge | |
| Temperaturanstieg | Verschiebung der Vegetationszonen nach oben/Norden | |
| Extremwetterereignisse | Sturmschäden, Sonnenbrand bei Baumrinde | |
| Tiere | Veränderung der Lebensräume | Migration oder Aussterben kälteliebender Arten |
| Temperaturanstieg | Einwanderung wärmeliebender Arten und Neozoen | |
| Verschiebung der Jahreszeiten | Störung von Brutzeiten und Nahrungsketten | |
| Habitatverlust | Rückgang von Alpentieren (z.B. Schneehase, Alpenschneehuhn) | |
| Moore | Zunahme von Trockenperioden | Torfzersetzung, CO₂-Freisetzung |
| Grundwasserabsenkung | Moordegradation, Verlust der Kohlenstoffspeicherfunktion | |
| Temperaturanstieg | Veränderung der Moorvegetation | |
| Extremniederschläge | Erosion von Moorflächen | |
| Wasser | Geringere Sommerniederschläge | Grundwasserabsenkung, Trinkwasserknappheit |
| Frühere Schneeschmelze | Verändertes Abflussregime der Flüsse | |
| Häufigere Dürreperioden | Nutzungskonflikte um Wasserressourcen | |
| Starkregenereignisse | Überlastung der Kanalisation, Verschmutzung von Trinkwasser | |
| Energie | Niedrigwasser in Flüssen | Einschränkungen bei Wasserkraftwerken |
| Hitzeperioden | Kühlwasserprobleme bei thermischen Kraftwerken | |
| Extremwetter | Schäden an Energieinfrastruktur (Stromleitungen) | |
| Weniger Wind in Sommermonaten | Reduzierte Windenergieerzeugung | |
| Landwirtschaft | Frühjahrstrockenheit | Ernteausfälle, Bewässerungsbedarf steigt |
| Spätfröste nach Warmperioden | Schäden an Blüten und Jungpflanzen | |
| Zunahme von Hagelereignissen | Ernteschäden, besonders bei Obst und Wein | |
| Neue Schädlinge und Krankheiten | Erhöhter Pflanzenschutzmitteleinsatz, Ernteeinbußen | |
| Wald | Borkenkäferbefall durch Trockenstress | Großflächiges Fichtensterben |
| Sturmschäden | Windwurf, Wirtschaftsverluste | |
| Waldbrandgefahr | Verlust von Waldflächen, CO₂-Freisetzung | |
| Trockenstress | Absterben nicht angepasster Baumarten | |
| Gesundheit | Hitzewellen | Herz-Kreislauf-Belastungen, erhöhte Sterblichkeit |
| Verlängerte Pollensaison | Zunahme von Allergien | |
| Neue Krankheitsüberträger | Ausbreitung von Zecken, Tigermücken (neue Krankheiten) | |
| Ozonbelastung | Atemwegserkrankungen | |
| Städte | Urbane Hitzeinseln | Überhitzung, gesundheitliche Belastungen |
| Starkregen | Überflutungen, Sachschäden | |
| Trockenheit | Schäden an Stadtbäumen und Grünflächen | |
| Extremwetter | Infrastrukturschäden | |
| Tourismus | Schneemangel in niederen Lagen | Rückgang des Wintertourismus |
| Hitze im Sommer | Verschiebung der Reiseströme | |
| Algenwachstum in Seen | Beeinträchtigung des Badetourismus | |
| Naturgefahren in Bergen | Einschränkungen bei Wanderwegen und Bergtouren | |
| Böden | Erosion durch Starkregen | Verlust fruchtbarer Ackerkrume |
| Humusabbau durch Hitze | Verringerte Bodenfruchtbarkeit | |
| Austrocknung | Bodenverdichtung, reduzierte Wasseraufnahme |
Bayern will Klimaziele um fünf Jahre verschieben
Seit Januar 2025 gibt es im Bayerischen Landtag eine Debatte, den Klimaschutz aufzuweichen, dabei wäre rasches Handeln erforderlich: Laut Bayerischem Klimaschutzgesetz (Novelle 2022) sollte Klimaneutralität bis zum Jahr 2040 erreicht werden – als neues Ziel soll das Jahr 2045 gelten, das Gesetz muss noch vom Landtag beschlossen werden (Stand 5/2026, vgl. Bayerischer Rundfunk).

Die Klimakrise macht keine Pause
Das Bundesklimaschutzgesetz von 2019 wurde damit in weiten Teilen für verfassungswidrig erklärt und musste entsprechend nachgebessert werden. Die Bayerische Staatsregierung sah auch das Bayerische Klimaschutzgesetz als nicht ausreichend an, die erste Novellierung trat am 1. Januar 2023 in Kraft.
Darin fanden sich einzelne Verbesserungen, insbesondere wurden die Reduktionsziele der Treibhausgasemissionen je Einwohner erhöht, bezogen auf das Jahr 1990 bis zum Jahr 2030 um nun mindestens 65 Prozent, außerdem wurde die Klimaneutralität auf 2040 vorgezogen. Im Januar 2025 wurde dieses Ziel jedoch wieder aufgeweicht und auf 2045 verschoben.
Viele andere bereits kritisierte Defizite des Bayerischen Klimaschutzgesetzes von 2021 wurden bei der Novellierung jedoch nicht behoben. Vor allem findet sich weiterhin kein klares Bekenntnis zum 1,5-Grad-Ziel, zu dem sich Deutschland und auch die neue Bundesregierung völkerrechtlich verpflichtet haben. Der wichtige Sektor Mobilität findet überhaupt keine Beachtung. Die sogenannte 10-H Regelung für Windkraftanlagen wurde zwar gelockert, aus Sicht des BN aber nicht ausreichend:
- Abstand von Windrädern zur Wohnbebauung wird auf 1000 Meter reduziert, in Wäldern, nahe Gewerbegebieten, an Autobahnen, Bahntrassen und Vorbehaltsgebieten.
- In Wind-Vorranggebieten wird der Abstand zu Wohnbebauung seit Juni 2023 auf 800 Meter reduziert.
Weiterhin fehlen klare Maßnahmen und echte – auch finanzielle – Verpflichtungen der Staatsregierung, gerade auch bei der Unterstützung der Kommunen. Das Gesetz enthält fast nur Appelle, und ist nicht einklagbar: Der BN wird weiter für eine verbesserte gesetzliche Verankerung des Klimaschutzes in Bayern kämpfen.
Mehr Informationen:
BN-Pressemitteilung: Breites Bündnis legt Forderungskatalog für effektiven und raschen Klimaschutz in Bayern vor
BN-aktuell: Neun dringende Punkte um das Klimaschutzgesetz wirksam zu machen (PDF)
BN-Pressemitteilung: BUND Naturschutz fordert wirksames Klimaschutzgesetz statt weichgespültes Placebo-Gesetz
BN-Stellungnahme zum Bayerischen Klimaschutzgesetz
Das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz (StMUV) zum Bayerischen Klimaschutzgesetz
2015 wurde auf der UN-Klimakonferenz in Paris vereinbart, die menschengemachte globale Erwärmung stärker als zuvor zu begrenzen: auf unter 2 Grad, bestenfalls sogar unter 1,5 Grad gegenüber dem Niveau vor der Industrialisierung – denn die Folgen bereiten schon heute weltweit große Probleme.
Klimaschutz kostet – Nicht-Handeln wäre teurer
bis zu 3,2 % Preisanstieg
pro Jahr bei Lebensmitteln bis 2035 durch den Klimawandel
Kritiker argumentieren oft, Klimaschutz sei zu teuer und würde der (Welt-)Wirtschaft schaden. Dabei sind sich Expert*innen einig, dass es neben Anpassungsmaßnahmen auch direkte Investitionen in den Klimaschutz geben muss, um katastrophale Folgen zu verhindern. Einige Beispiele:
- Um bis zu 3,2 Prozentpunkte jährlich könnte die Inflationsrate bei Lebensmitteln durch Klimafolgen bis zum Jahr 2035 hierzulande zusätzlich steigen (Quelle: Potsdam Institut für Klimafolgenforschung (PIK), 2024)
- Der Freistaat Bayern übernimmt für Landwirte seit 2023 bis zu 50 Prozent der Kosten für eine Mehrgefahrenversicherung, dafür sind bis 2027 insgesamt 130 Millionen Euro vorgesehen: “Einkommensverlustrisiken können so gemindert werden, die insbesondere aufgrund extremer Wetterereignisse, verursacht durch den fortschreitenden Klimawandel, auftreten.” (Quelle: Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus, 2025)
- Klimaveränderungen bedrohen die Artenvielfalt, aber auch den Tourismus: Gerade empfindliche Naturräume wie die Alpen sind in hohem Maße betroffen, bereits eine Erwärmung um 1 °C führt zu einem Rückgang der “schneesicheren Skigebiete” um 60 Prozent (Quelle: Landesamt für Umwelt Bayern)
Bedrohung für Bayern und die ganze Welt
Weltweit hat durch die Klimaerwärmung die Zahl der wetterbedingten Katastrophen zugenommen, zwischen 1970 und 2012 sind hierdurch fast zwei Millionen Menschen ums Leben gekommen. In der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen von 1992 ist klar festgelegt, was mit einem Klimavertrag erreicht werden soll: Ernährungssicherheit inklusive Wasserversorgung sowie das Vermeiden von Störungen der Ökosysteme, die diese beiden Ziele infrage stellen würden. Die Ozeanversauerung, der Meeresspiegelanstieg, Ernteausfälle, Hitzewellen und Dürren müssen verringert und gestoppt werden.
Die Auswirkungen des Klimawandels sind in vielen unserer Lebensbereiche in Bayern wahrzunehmen. Die Landwirtschaft, die unsere Ernährung sichert, ist ebenso betroffen wie der Wald, die Artenvielfalt und unsere Natur und Landschaft. Dabei können intakte Lebensräume wie Moore auch zum Klimaschutz beitragen und uns vor Hochwasserkatastrophen bewahren: Wenn wir sie denn schützen und erhalten.
Im Laufe der Erdgeschichte hat sich das Klima immer wieder verändert, der Klimawandel ist also ein altes Phänomen. Allerdings geschahen die Veränderungen in der Vergangenheit in der Regel über sehr lange Zeiträume – anders als heute.
Der in den vergangenen 100 Jahren gemessene Temperaturanstieg war derart steil, dass sich die Wissenschaft einig ist: Dieser Klimawandel ist auf menschliche Aktivität zurückzuführen, allen voran den Ausstoß von sogenannten Treibhausgasen wie Kohlendioxid (CO2). Es entsteht zum Beispiel, wenn fossile Brennstoffe wie Erdöl, Kohle und Erdgas verbrannt werden, wie es seit Beginn der Industrialisierung in einem zuvor nie gekannten Ausmaß – und immer schneller – erfolgt.
Die Emissionen der Treibhausgase CO2, Methan (CH4) und Wasserdampf erhöhen den sogenannten Treibhauseffekt auf dem Globus. Unser Planet ist von der Atmosphäre umgeben, einer Lufthülle, die aus den oben genannten Gasen besteht. Sonnenstrahlen werden von der Erdoberfläche reflektiert und ins Weltall zurückgestrahlt, einige jedoch können die Lufthülle nicht passieren und erwärmen die Erde. Je höher der Anteil der Treibhausgase in der Atmosphäre ist, desto weniger Strahlung gelangt ins All zurück und erwärmt stattdessen die Erde: der sogenannte Treibhauseffekt.
Hier finden Sie eine ausführliche Erklärung von Klimawandel und Treibhauseffekt.
Klimaveränderungen in Bayern 1951-2024
Es sind nicht nur die höheren Durchschnittstemperaturen, die Probleme bereiten: Es gibt weniger Frost und mehr heiße Tage. (Frosttag: Minimum Lufttemperatur liegt unter 0,0 °C; Sommertag: Maximum Lufttemperatur mindestens 25,0 °C; Heißer Tag: Maximum Lufttemperatur mindestens 30,0 °C)(Quelle: Deutscher Wetterdienst, Grafik: BN)
Auch Sicherheitsexpertinnen und Militärstrategen warnen inzwischen vor einem ungebremsten Klimawandel. Dürren, Ernteausfälle und Wassermangel verschärfen das Konfliktpotenzial in vielen Regionen der Welt. Der Unterschied zwischen 1,5 und 2 Grad Erwärmung ist für das Klima ein Unterschied ums Ganze.
Prognosen sehen den globalen Temperaturanstieg bis zum Jahr 2100 bei 1,4 bis 4,4 °C gegenüber 1850 bis 1900 (Quelle: IPCC 2023, zitiert nach Umweltbundesamt) – falls wir unsere Politik und Wirtschaftsweise nicht grundlegend ändern.
Die Klimawissenschaft stellte 2009 die Idee eines maximalen Treibhausgasbudgets vor. Dahinter steckt die Idee, die maximale Menge an Treibhausgasen zu errechnen, die von der Menschheit noch in die Atmosphäre entlassen werden darf. Wenn wir so weiterwirtschaften wie bisher, wird nach diesem Modell das für das Einhalten des 1,5-Grad-Limits verfügbare CO2-Budget bereits weit vor 2030 aufgebraucht sein. Der Umstieg auf Erneuerbare Energien ist daher schnell notwendig.
Die Energiewende muss voran gebracht werden – daran führt kein Weg vorbei! Und es gibt weitere Herausforderungen für wirksamen Klimaschutz, etwa in den Bereichen Mobilität oder Landwirtschaft.
Dringende Aufgaben für den Klimaschutz in Bayern
Bayern muss Klimaschutz ernst nehmen und in Maßnahmen umsetzen – das sind wir uns sowie aktuellen und zukünftigen Generationen schuldig. Die gesamte Staatsregierung in Bayern muss Verantwortung für Klimaschutz übernehmen, gemeinsam mit Kommunen und Bürgerinnen und Bürgern. Nicht nur Klimaschutz und Energiewende sind miteinander verbunden, auch eine nachhaltige Sozial-, Gesundheits- und Friedenspolitik sind untrennbare Bestandteile wirksamer Maßnahmen gegen den Klimawandel.
100 Prozent Erneuerbare Energien bis 2040
Energiewende hin zu einer dezentralen Versorgung
Verkehrswende mit ÖPNV-Ausbau und Elektrifizierung
Bezahlbare Energie, Reduktion von Umweltbelastungen und die Unabhängigkeit von Energieimporten stärken regionale Produzenten und Verbraucher. Nicht zuletzt bietet ein (eingeschränkter) Konsum viele Möglichkeiten, das Klima zu schützen (siehe auch Ökologisch leben).
Von Rio bis Fridays for Future: Aktionen des BN zur Klimakrise
Die Sorge um das Weltklima hat der BN schon früh auf seine Agenda gesetzt: So reisten BN-Delegierte beispielsweise 1992 zum Erdgipfel in Rio de Janeiro. Auf dieser Konferenz wurden Ziele zur nachhaltigen Entwicklung und zur Klimaschutzpolitik vereinbart. Hier gründeten die Industrienationen die Klimarahmenkonvention und verpflichteten sich, ihre Treibhausgasemissionen zu verringern. Doch seitdem ist viel zu wenig passiert, ein Versäumnis, dessen Konsequenzen vor allem die jüngeren Generationen in Zukunft zu ertragen haben.
Was Sie selbst für den Klimaschutz tun können
Energie effizient nutzen: der erste Schritt zum Klimaschutz – mit unseren Tipps geht das ganz einfach! Zum Energiesparen
Bio-Produkte und verringerter Fleischkonsum helfen CO2-Emissionen vermeiden: Ökologisch essen und trinken!
Der Klimaschutz gehört auf die höchste politische Ebene! Helfen Sie dem BN bei seinem Einsatz mit Ihrer Spende
Daher macht der BN immer wieder mit Kundgebungen und Aktionen auf die Problematik der Erderwärmung aufmerksam, und richtet Forderungen an die Politik – auf allen Ebenen. Der BN unterstützt daher seit den ersten Demonstrationen die Klimaschutzbewegung „Fridays for future“ und hat eine entsprechende Solidaritätserklärung abgegeben.

BN-Forderungen für Klimaschutz in Bayern
Das bayerische Klimaschutzgesetz muss überarbeitet werden und einer strikten Einhaltung des 1,5-Grad-Ziels dienen. Dazu muss ein maximales CO2-Budget von 650 Millionen Tonnen CO2 ab jetzt und die Klimaneutralität ab dem Jahr 2035 festgelegt werden.
Klimaschutz braucht Verbindlichkeit: Das bayerische Klimaschutzgesetz muss jährliche Klimaziele für alle Wirtschaftssektoren verbindlich vorgeben. Werden sie verfehlt, müssen Klimaschutzmaßnahmen jährlich schärfer werden.
Dazu fordern wir die Ausweisung von Vorrangflächen im Umfang von zwei Prozent der Landesfläche für Windenergie. Weiterhin fordern wir eine Solarpflicht für Neu- und Umbauten, die Nutzung aller staatlichen Einrichtungen und eine Ausweisung von einem Prozent der Landesfläche als Vorrangflächen für Freiflächenphotovoltaik mit ökologischen Standards.
Der Primärenergiebedarf muss durch Energieeffizienz und -Einsparungen bis 2040 auf 50 Prozent des Standes von 2020 sinken.
Mit klaren Regeln aus Kohle, Öl und Gas aussteigen: Durch einen Kohleausstieg bis spätestens 2030, das sofortige Verbot neuer Ölheizungen und den Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor
Den Geldhahn für Öl, Gas und Kohle zudrehen, indem klimaschädliche Subventionen wie die steuerliche Begünstigung von Diesel und Kerosin gestrichen werden und die Förderung neuer Gasinfrastruktur beendet wird.
Zum Klimaschutz gehören die Agrarwende, sowie im Bereich Mobilität die Verkehrswende: der Umbau hin zu Bahn, ÖPNV und eine Elektrifizierung. Es braucht mehr Raum für öffentlichen Verkehr, Radfahrer*innen und Fußgänger*innen und ein Moratorium für den Aus- und Neubau von Straßen und Flughäfen.
Für Bayern leiten sich folgende Ausbauziele ab, um die Ziele für 2035 zu erreichen (aus der Studie „100% erneuerbare Energien für Bayern“ der Technischen Universität München und dem Bayerischen Zentrum für Angewandte Energieforschung (ZAE Bayern) im Auftrag des BN:
- ca. 66 GW installierte elektrische Leistung Photovoltaik (entspricht einer Versechsfachung im Vergleich zu 2021)
- ca. 32 GW installierte elektrische Leistung Windenergie (entspricht einer Verzwölffachung im Vergleich zu 2021)
Forderungen des BUND für Umwelt und Naturschutz Deutschland: Die dringlichen Dreißig – Wirksame Klimapolitik jetzt beschließen (PDF)

