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Geplantes ICE-Werk bei Nürnberg: Planung überdimensioniert - es geht deutlich flächensparender

Alle angedachten Standorte bedeuten starke Landschaftszerschneidung – Reichswald und Kulturlandschaften in Gefahr. BN fordert kleineren Flächenverbrauch und Standort mit weniger Eingriffen in die Natur.

23.08.2021

Der BUND Naturschutz kritisiert die von der DB AG ins Auge gefassten Standorte für das geplante ICE-Werk bei Nürnberg und weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass das Bauvorhaben auch mit deutlich weniger Platzbedarf realisiert werden kann.

„Derzeit plant die DB-Fernverkehr mit 46 Hektar Fläche und etwa fünf Kilometer Länge, da kommen im Raum Nürnberg natürlich nur wenige Flächen in Frage. Alle wären nur mit großen Umwelteingriffen zu realisieren und sind deshalb höchst umstritten“, erklärt der BN-Vorsitzende Richard Mergner. „Es geht aber auch deutlich flächensparender. Wir fordern die Deutsche Bahn auf, für das Raumordnungsverfahren im südbayerischen Raum und in Nürnberg weitere Standorte zu suchen und dabei den möglichen Flächenumgriff von 26 Hektar und 2,3 Kilometer Länge zu Grunde zu legen“, so Mergner.

Bereits im April 2021 hatten BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Nürnberg einen Plan mit diesem geringeren Flächenverbrauch in die Diskussion gebracht, waren aber ungehört geblieben. DB und bayerische Staatsregierung lehnten es ab, sich damit zu befassen.

„XXL-Planungen sind nicht zeitgemäß. Die Deutsche Bahn AG muss auch beim nötigen Ausbau ihrer Infrastruktur klima-, wald- und bodenschonend planen, sonst macht die Verkehrswende doch keinen Sinn“, so Prof. Dr. Kai Frobel, stellvertretender Landesbeauftragter des BN. „Wir fordern die Bahn und die Staatsregierung auf, den möglichen geringeren Flächenverbrauch endlich zu berücksichtigen und entsprechende neue Standorte zu suchen. Das ICE-Werk ist wichtig, es kann aber genauso gut umweltverträglicher realisiert werden.“ 

Für das ICE-Werk werden derzeit neun Standorte untersucht, ein Teil davon soll im Herbst in einem Raumordnungsverfahren landesplanerisch beurteilt werden. Alle neun Standorte sind in der Region höchst umstritten, weil sie entweder im Reichswald liegen oder weil sie in der landwirtschaftlich genutzten Kulturlandschaft einen extrem hohen Flächenverbrauch und starke Landschaftszerschneidung bewirken würden.

Für Rückfragen:

Tom Konopka
Regionalreferent für Mittel- und Oberfranken
Telefon 0911 81878-24, Mobil 0160 8531944
E-Mail: tom.konopka@bund-naturschutz.de