Durchsuchen Sie unser Wissen

Zur Startseite

Eichhörnchen beobachten und melden

Themen

  • Übersicht
  • Klimakrise

Tiere und Pflanzen

Über uns

Gesundheitliche Auswirkungen von Hitze

Die aktuelle Hitzewelle ist ein Zeichen der Klimakrise und die extremen Temperaturen werden häufiger vorkommen. Sie führen neben Artensterben und Umweltzerstörung auch zu gesundheitlichen Problemen für uns Menschen. Die Zunahme an heißen Tagen und Tropennächten stellt für den menschlichen Organismus ein erhebliches Gesundheitsrisiko dar.

20.07.2022

Der Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur durch die menschengemachte Klimaerwärmung führt nachweislich vermehrt zu extremer Hitze am Tag und in der Nacht. Vor allem mehrtägig anhaltende Hitzeperioden stellen ein erhebliches Gesundheitsrisiko für Menschen dar. Die gesundheitlichen Auswirkungen von Hitze beurteilen Wissenschaftler*innen anhand der klimatologischen Kenngrößen „Heiße Tage“ und „Tropennächte“. Ein „Heißer Tag“ wird dabei definiert als Tag, dessen Höchsttemperatur über 30 Grad liegt. In einer „Tropennacht“ fällt die niedrigste Temperatur nicht unter 20 Grad Celsius.

Hohe Temperaturen sind für den menschlichen Organismus insbesondere dann gefährlich, wenn aufeinanderfolgende „Heiße Tage“ und „Tropennächte“ in Hitzeperioden resultieren. Bei ausbleibender Nachtabkühlung muss sich der Körper stärker anstrengen, um die Köpertemperatur bei circa 37 Grad zu halten, was zu einer Überlastung des körpereigenen Kühlsystems führen kann. In der Folge können Regulationsstörungen und Kreislaufprobleme auftreten, die Kopfschmerzen, Erschöpfung, Benommenheit sowie verringerte Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit verursachen.

Hitzebedingte Sterblichkeit steigt

Bei besonders gefährdeten Personengruppen – beispielsweise Menschen über 65 Jahren, Babys und Kleinkindern oder Menschen mit bereites bestehenden Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems oder Atemwegserkrankungen – können Hitzeerschöpfung, Hitzekrämpfe, ein Hitzschlag oder Austrocknung durch Dehydrierung sogar zum Tod führen. Studien zufolge wurden in Europa allein im Hitzesommer 2018 rund 104.000 hitzebedingte Sterbefälle gezählt.

In Deutschland sind in den drei Sommern 2018 bis 2020 mehr als 19.000 Menschen an den Folgen der Hitzebelastung gestorben. Während die hitzebedingte Mortalität hier bei Menschen über 65 Jahren von 2000 bis 2018 bereits um circa 54 Prozent anstieg, gehen Expert*innen von einer zukünftigen Steigerung von einem bis sechs Prozent pro einem Grad Celsius Temperaturanstieg aus. Dies entspricht 5.000 zusätzlichen hitzebedingten Sterbefällen pro Jahr bis Mitte dieses Jahrhunderts.

Städte sind besonders betroffen

Von den gesundheitsschädlichen Auswirkungen hoher Temperaturen ist die städtische Bevölkerung besonders betroffen. Da Innenstädte die Wärmeeinstrahlung des Tages speichern und nachts nur geringfügig abgeben, kann die innerstädtische Minimaltemperatur in der Nacht bis zu zehn Grad über der an der Stadtgrenze liegen. Tropennächte treten in Städten also häufiger auf. Dies wird auch als städtischer Wärmeinseleffekt bezeichnet.

In Zusammenhang mit Hitze und starker Sonneneinstrahlung steht auch die steigende Ozonbildung. Höhere Ozonwerte können zu Hals- oder Kopfschmerzen, Husten und einem steigenden Risiko für Asthmaanfälle führen, die Lungenfunktion vermindern und entzündliche Veränderungen im Lungengewebe hervorrufen. Wissenschaftler*innen zu Folge sterben jährlich etwa 370.000 Menschen an erhöhter Ozonbelastung.

Insgesamt ist davon auszugehen, dass die Anzahl aufeinanderfolgender Heißer Tage und Tropennächte mit dem weiteren Anstieg der globalen Temperaturen zunehmen wird. Der voranschreitende Klimawandel führt damit nicht nur zu Artensterben und Umweltzerstörung, sondern wirkt sich auch schädlich auf die Gesundheit des Menschen aus.