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Grüne Bilanz 2022: Erfolgreiches Jahr für den BN in Mittelfranken

BUND Naturschutz in Bayern verzeichnet neuen Mitgliederhöchststand. Großer Erfolg beim Erhalt der Landschaft bei Herzogenaurach, Eltersdorf und Emskirchen. Der Einsatz für Klimaschutz und gegen Flächenfraß wie in Höchstadt/Aisch, im Weißenburger Stadtwald und im Reichswald geht 2023 weiter.

19.01.2023

Der BUND Naturschutz in Bayern zieht eine positive Jahresbilanz 2022 für Mittelfranken. „Trotz Inflation, Krieg und Covid-Pandemie ist die Bereitschaft in der Bevölkerung, sich für die Erhaltung unserer Heimat und unseres Planeten einzusetzen nach wie vor groß - das sieht man allein an den abermals gestiegenen Mitgliederzahlen unseres Verbandes“, erklärt der BN-Vorsitzende Richard Mergner.

Der BN verzeichnet einen Zuwachs von 2.500 Personen im Jahr 2022 und hat nun 266.000 Mitglieder und Förderer. In Mittelfranken blieb die Zahl stabil bei 38.000.

„Wir freuen uns über einige mittelfränkische Erfolge wie den gewonnenen Bürgerentscheid gegen eine neue Umfahrung von Herzogenaurach-Niederndorf, die Rücknahme eines geplanten Gewerbegebietes in Höchstadt/Aisch oder dass der Radentscheid Bayern auch mit Hilfe vieler Menschen in Mittelfranken sehr erfolgreich auf den Weg gebracht worden ist“, betont der Landesbeauftragte Martin Geilhufe.

An dieser Stelle gilt mein Dank vor allem den tausenden ehrenamtlich tätigen Umweltschützer*innen, die sich teilweise gegen massive Widerstände nicht von ihrem Weg abbringen lassen“, so Mergner.

Bei einem Bürgerentscheid in Herzogenaurach sprachen sich am 14.5.2022 51% der Abstimmenden bei einer Wahlbeteiligung von 42% gegen die geplante Umfahrung von Niederndorf-Neuses aus.

Im Zuge eines vom BN und Bündnispartnern gestarteten Bürgerbegehrens gegen weiteren Flächenfraß in Höchstadt/Aisch zog die Stadtratsmehrheit aus CSU und Junger Liste bereits eines der umstrittenen Gebiete, eine große Gewerbefläche im sog. Schwarzenbachgrund, aus dem Flächennutzungsplanentwurf zurück.

Abgesehen davon hat der BUND Naturschutz zahlreiche Erfolge im Jahr 2022 in Mittelfranken zu verzeichnen:

  • Proteste auch des BN führten zur Beendigung überdimensionierter Ausbauplanungen der B8 bei Emskirchen.
  • In Eltersdorf wurde die Planung einer Ortsumfahrung praktisch eingestellt. Hier gab es keine Möglichkeit, die große Kiebitz-Population anders zu schützen.
  • Im Raumordnungsverfahren zum geplanten ICE-Werk sprachen sich über 15.000 Bürger*innen per Einwendung gegen einen weiteren Reichswaldeingriff und für den Standort Hafen Nürnberg aus.
  • Das Nürnberger Moorenbrunnfeld, ein Kerngebiet der SandAchse Franken scheint gerettet: Kurz vor Weihnachten 2022 beendete der Stadtrat das laufende Bebauungsplanverfahren für ein Wohngebiet auf den wertvollen Sandmagerrasen.
  • In Pyras-Unterrödel konnte Ende 2022 endlich die umgebaute und entschleunigte Ortsdurchfahrt eröffnet werden. Dies ist eines von drei Modellprojekten in Bayern, welches das Innenministerium auf Anregung und intensive Begleitung des BN durchgeführt hat.
  • Der BN hat sich auch in diesem Jahr durch zahlreiche Mitmachaktionen und andere Initiativen ausgezeichnet. So wurden wieder tausende Amphibien über die Straßen getragen, allein in der Kreisgruppe Fürth-Land waren es 6.000 Tiere an zwölf betreuten Übergängen. Es gibt das Sand-Achse- und das Feuersalamanderprojekt, den Streuobstpakt und der BN hat mittelfränkische Äcker wegen ihrer Wildkräutervorkommen ausgezeichnet.

„In Nürnberg haben wir die Rettung von 48 alten Bäumen an der Meistersingerhalle erreicht, die für ein neues Konzerthaus weichen sollten, zudem die Rettung von 57 Bäumen am Pegnitzhang der AEG-Nord, die Rettung der Äcker vor der Bebauung in Schnepfenreuth-Süd und im Teilbereich C von Neu-Wetzendorf. Vor allem aber haben wir einen die ganze Stadt bewegenden Diskurs über den Flächenfraß eingeleitet“, so Klaus-Peter Murawski, 1. Vorsitzender der Kreisgruppe Nürnberg-Stadt.

Ausblick 2023

Ein Arbeitsschwerpunkt im kommenden Jahr wird die Landtagswahl sein. „Als basisdemokratischer und überparteilicher Mitgliederverband wird sich der BUND Naturschutz die Wahlprogramme der Parteien sehr genau anschauen und die Kandidatinnen und Kandidaten auf den umweltpolitischen Prüfstand stellen“, verspricht Mergner.

In Mittelfranken wird die geplante Ansiedlung eines neuen ICE-Werks im geschützten Reichswald zum Wahlkampfthema werden. „Wir setzen weiter auf den geeigneten Alternativstandort Nürnberger Hafen“, so Murawski.

Im Hinblick auf das kommende Jahr hat sich der BUND Naturschutz zahlreiche Einzelziele in Bayern und in Mittelfranken gesetzt:

  • Die Platzierung des ICE-Werks im Nürnberger Hafen statt im Reichswald.
  • Die Verhinderung von Reichswaldeingriffen wie ein Gewerbegebiet bei Lauf, der Juraleitung P53 oder des geplanten Umspannwerkes bei Ludersheim. Am 15. / 16.7.2023 wird dazu das 50. Reichswaldfest Schlaglichter setzen.
  • Verhinderung weiterer Rodungen im Weißenburger Stadtwald im Rahmen einer großen Steinbrucherweiterung.
  • Die Verhinderung weiterer Rodungen in Heideck für das Gewerbegebiet Kohlbuck.
  • In Höchstadt/Aisch wird es einen Bürgerentscheid zum geplanten riesigen Wohngebiet am Häckersteig geben.
  • Bürgerbegehren gegen Flächenverbrauch in Nürnberg.
  • Das Ende der Planungen für den kreuzungsfreien Ausbau des Frankenschnellweges in Nürnberg. Das Urteil des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofes im Klageverfahren des BN wird für Anfang November 2023 erwartet.
  • Stopp zahlreicher Straßenbauprojekte wie z.B. die B25 Ortsumfahrung Dinkelsbühl, B13 Ortsumfahrung Merkendorf, B2 Ortsumfahrung Forth oder die B4f Nordanbindung zum Flughafen Nürnberg.
  • Tempo 30 auf der Durchfahrtsstraße in Cadolzburg. Einer Verlängerung des Modellversuchs wurde im Bayerischen Landtag zugestimmt.

„2023 wird uns neben den Kampf um den Reichswald vor allem der Stopp des Flächenfraßes auf Stadtgebiet und das dem zugeordnete Bürgerbegehren, die Erweiterung des Cramer-Klett-Parks um das Gelände von Rädda Barnen, die Rettung der über 200 alten Bäume an der alten Radrennbahn im Reichelsdorfer Keller und die Verhinderung der Bebauung auf den Äckern von Neu-Wetzendorf beschäftigen“, so Murawski.