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Über 15.000 Einwendungen gegen das ICE-Werk im Reichswald und für den Standort Hafen in Nürnberg

Das große Bündnis „Rettet den Reichswald“ hat in den letzten Wochen intensiv Einwendungen von Bürger*innen gegen die Reichswaldstandorte und für die Alternative Hafen Nürnberg gesammelt. Mit 13.938 ablehnenden Sammeleinwendungen im Raumordnungsverfahren ist damit innerhalb kurzer Zeit eine sehr hohe Zahl zusammengekommen. Zusammen mit den Fachstellungnahmen sind es mindestens 15.098! Sie zeigen das große Interesse am Planungsverfahren und die starke Ablehnung der geplanten Reichswaldrodung in der Bevölkerung der Städte Nürnberg, Fürth, Schwabach und der Landkreise Nürnberger Land, Roth, Neumarkt und darüber hinaus.

29.06.2022

Die Vertreter*innen des Bündnisses, darunter Mitglieder des BUND Naturschutz in Bayern e.V., der Bürgerinitiativen Harrlach und Röthenbach bei St. Wolfgang und des Bündnisses Feucht übergaben die Sammeleinwendungen heute (29. Juni) der Regierung von Mittelfranken und wurden dabei in Ansbach von Regierungspräsident Dr. Thomas Bauer empfangen. Dabei konnte die Abordnung aus BN, BIs und Verbänden ihre Position kurz erläutern.

Zusätzlich zu den 13.938 Sammeleinwendungen wurden 710 persönliche und ausführlich begründete Fachstellungnehmen übergeben. Bereits vor dem 30.6.2022 waren bei der Regierung mindestens 450 Einzeleinwendungen eingegangen. Die Gesamtzahl ist derzeit noch unbekannt.

„Es handelt sich bei den drei Planungsgebieten im Reichswald um einen naturschutzfachlich bedeutsamen Landschaftsraum. Hier darf der vorgesehene Schutz nicht durch kurzsichtige ökonomische Interessen der DB und die Weigerung der Stadt Nürnberg, einen kleinen Teil des Hafens freizumachen nicht ausgehebelt werden. Wir sollten nicht vergessen, dass jede weitere Zerstörung von Natur auch immer eine Zerstörung unserer Lebensgrundlage bedeutet. Vor allem die Menschen im direkten Umfeld würden darunter leiden“ so Rita Bogner für das Bündnis „Kein ICE-Werk im Reichswald“ Feucht.

Verena Masopust, Sprecherin der BI Harrlach ist in großer Sorge um den Wald überhaupt: „Die zahlreichen Eingriffe in den geschützten Bannwald müssen endlich aufhören. Neuanpflanzungen sind keine Lösung, denn sie brauchen an die 80 Jahre bis sie den gleichen Effekt wie ein Altbestand haben. Zudem wird dadurch wertvolle Fläche der Landwirtschaft entzogen. Bei uns wird ein Großteil des Fürther Trinkwassers und das Wasser für die Region gefördert. Das Wassereinzugsgebiet darf nicht durch riesige Rodungen und Versiegelungen für das ICE Werk und das geplante Amazon-Auslieferungslager beeinträchtigt werden. Das ICE-Werk muss auf die bereits versiegelte Hafenfläche.“

Barbara Dorfner, Sprecherin der BI Röthenbach bei St. Wolfgang ergänzt: „Der Reichswald bekam aus gutem Grund den Schutzstatus Bannwald. Noch ist er die funktionierende Klimaanlage einer ganzen Region. Der Wald, und somit auch wir Menschen, können dem extremen Temperaturanstieg der im Klimareport-Bayern unserer Region vorausgesagt ist, nur überleben, wenn es keine weiteren Eingriffe in dieses zusammenhängende Waldgebiet gibt. Herr Söder umarmt Bäume, verspricht 30 Millionen neue zu pflanzen. Er sollte auch den bestehenden, funktionierenden Waldbestand schützen - ohne weitere Ausnahme!“

„Wir stehen zur Verkehrswende, in Zeiten des Klimawandels ist es aber unbedingt notwendig, noch vorhandene Kühlungsgebiete für die Menschen in den überhitzenden Großstädten zu erhalten. Unsere Gespräche mit der Bahn und der Hafenverwaltung haben gezeigt, dass das Werk dort gebaut werden kann. Das hilft dem Klimaschutz auf doppelte Weise“, so der Vorsitzende der BN-Kreisgruppe Nürnberg-Stadt, Klaus-Peter Murawski.

In vielen hundert Gesprächen, die in den letzten Wochen und Monaten mit Bürger*innen aus der ganzen Region und darüber hinaus geführt wurden, kam ein deutliches Unverständnis über geplante Waldvernichtung durch die "Grüne Bahn" zum Ausdruck.

Noch bis zum 30. Juni 2022 läuft die Öffentlichkeitsbeteiligung im Raumordnungsverfahren bei der Regierung von Mittelfranken. Gegenstand des Verfahrens ist der Antrag der Deutschen Bahn zum geplanten ICE- Instandhaltungswerk bei Nürnberg. Beantragt sind derzeit drei Standorte im Reichswald bei Feucht und bei Roth-Harrlach, alle drei im Bannwald und im Europäischen Vogelschutzgebiet. Es droht eine Rodung von 45 Hektar Reichswald.

Für Rückfragen:

Tom Konopka, Regionalreferent für Mittel- und Oberfranken

Telefon 0911 81878-24, Mobil 0160 8531944

Mail tom.konopka@bund-naturschutz.de

Hintergrundinformation Bündnis “Rettet den Reichswald”

Das Bündnis besteht aus BUND Naturschutz in Bayern e. V., Landesverband, BN-Kreisgruppen Erlangen, Nürnberg-Stadt, Nürnberger Land, Schwabach, Roth, Neumarkt, Fürth-Stadt (wg Trinkwasser Harrlach), Landesbund für Vogelschutz e.V., Bürgerinitiative „Kein ICE Werk bei Harrlach", Bürgerinitiative Röthenbach bei St. Wolfgang/Reichswald bleibt e.V., Bürgerinitiative Kein ICE-Werk Schwarzenbruck, Bündnis "Rettet den Reichswald" Feucht (mit LBV Ortsgruppe Feucht, BN-Ortsgruppe Feucht, BN-Ortsgruppe Wendelstein, DAV Sektion Feucht, BI Kein ICE-Werk in und südlich der Muna, Waldsiedlung Weißensee Feucht e.G., BI Pro Grün in Feucht und Moosbach, Bürgerinitiative gegen die Waldzerstörung Feucht, BI Ja zum Reichswald-Nein zur Juratrasse Feucht, Jagdschutz- und Jägerverein Nürnberger Land, SPD Feucht, SPD-Ortsvereine Wendelstein, CSU Feucht, Bündnis 90-Die Grünen Feucht, Bündnis 90-Die Grünen Wendelstein, UCS Die Unabhängigen Feucht, Freie Wähler Feucht), Bürgerinitiative gegen die Waldzerstörung, Bündnis der Trassengegner, Bürgerinitiative Feucht JA zum Reichswald - NEIN zur Juratrasse, Greenpeace Nürnberg, Fürther Wasserbündnis, Bündnis "Nein zur Flughafen-Nordanbindung", BI „KEIN! ICE-Werk im Raum Ezelsdorf | Postbauer-Heng“.

Sie alle eint, dass sie für den gesamten Reichswald einstehen. Der Vorwurf mancher politischer FunktionsträgerInnen, hier agierten BürgerInnen nach dem Motto „Not in my backyard“ wird durch das Bündnis widerlegt.

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