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Kahlschlag im Fürstenwald

Mitten in einem europäischen Schutzgebiet im Spessart holzt das Fürstenhaus Löwenstein alte Buchenwälder durch große Kahlschläge ab. Uralte dicke Buchen, Höhlen- und Biotopbäume fallen der Säge zum Opfer. Seltene Vogelarten wie Spechte, Kleineulen und Greifvögel, die hier eigentlich Schutz finden sollten, verlieren ihre Heimat. Und das ist leider nur ein Beispiel von vielen.

Die Buchenwälder des Fürstlich-Löwenstein´schen Parks im südöstlichen Hochspessart gehören zu den wertvollsten und ausgedehntesten Buchenwäldern Deutschlands. Teile dieses Waldkomplexes südlich des Hafenlohrtales wurden im Rahmen des europäischen Schutzgebietsnetzes Natura 2000 zum SPA-Gebiet (Special protection area nach Vogelschutzrichtlinie) erklärt.

Seit geraumer Zeit werden aber in den Hochbuchenwäldern des Fürstlich-Löwenstein´schen Parks in großem Stil Douglasien unterbaut und so alte Buchenbestände umgebaut.

In den vergangenen 6 - 8 Jahren wurden hektarweise alte Buchenwälder gefällt und Kahlschläge erzeugt, auf denen nun standortfremde Douglasien flächendeckend ausgepflanzt werden.

Die gerodeten Waldflächen haben inzwischen eine Größenordnung von ca. 100 Hektar erreicht. Weitere 46 Hektar Buchenwald sind mit Douglasien bereits unterbaut und stehen zur Fällung an (siehe Luftbilder unten). Schon vorhandene Buchennaturverjüngung wird innerhalb der Kulturflächen systematisch bekämpft, um Platz für Douglasien zu schaffen.

Dies ist umso erschütternder, als das Fürstenhaus sich früher über Generationen hinweg für den Erhalt der naturnahen Wälder einsetzte.

Bei den gefällten Altbuchen wurde selbst auf Biotopbäume mit Schwarzspechthöhlen keine Rücksicht genommen.

Dieses radikale, ausschließlich auf Gewinnmaximierung ausgerichtete, waldbauliche Vorgehen verstößt fundamental gegen die Richtlinien von Natura 2000 (Verschlechterungsverbot!) und darf so nicht fortgesetzt werden.

Aus Sicht des BN trägt die bayerische Staatsregierung eine Mitverantwortung für derartige Waldverwüstungen, weil sie es über Jahre hinweg versäumt hat, klare Regeln für die „gute fachliche Praxis“ in der Waldwirtschaft zu definieren.

Lesen Sie hier die Pressemitteilung zu den Vorfällen