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Bayerischer Naturschutzpreis für Michael Müller

Für seine großen Verdienste im Natur- und Umweltschutz, insbesondere sein jahrzehntelanges Engagement für die sozial-ökologische Transformation, hat der BUND Naturschutz (BN) Michael Müller am 25. Juni 2019 in München den Bayerischen Naturschutzpreis verliehen – die höchste Auszeichnung des Verbandes.

In seiner Laudatio bescheinigte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger dem SPD-Politiker und langjährigen Bundestagsabgeordneten Michael Müller nichts Geringeres, als dass er Naturschutzgeschichte geschrieben habe, vor allem als Mitglied bedeutender Enquete-Kommissionen im Bundestag.

Müller war Mitglied der Enquete-Kommissionen „Chancen und Risiken der Gentechnik” Ende der 80er Jahre sowie „Schutz der Erdatmosphäre”. Schon damals brachte er das 1,5-Grad-Ziel in die politische Debatte ein. Seiner Arbeit ist es maßgeblich zu verdanken, dass 1991 ein Kabinettsbeschluss der Bundesregierung zustande kam, der eine Reduktion der nationalen CO2-Emissionen um mindestens 25 Prozent bis 2005 vorsah. Michael Müller war zudem Vorsitzender der Enquete-Kommission „Schutz des Menschen und der Umwelt”. 

Auch nach seinem Ausscheiden aus dem Bundestag setzte sich Michael Müller nicht zur Ruhe, sondern arbeitete mit in der Enquete-Kommission „Wachstum, Wohlstand, Lebensqualität – Wege zu nachhaltigem Wirtschaften und gesellschaftlichem Fortschritt in der Sozialen Marktwirtschaft”. Von 2014 bis 2016 war er einer der beiden Vorsitzenden der Kommission „Lagerung hoch radioaktiver Abfallstoffe”.

Der SPD-Politiker Michael Müller began seine politische Laufbahn im Rat der Stadt Düsseldorf und war über ein Vierteljahrhundert Mitglied des deutschen Bundestages sowie Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Umwelt und Reaktorsicherheit. 

Im Bild: BN-Vorsitzender Richard Mergner, Michael Müller, BN-Ehrenvorsitzender Hubert Weiger, stellvertretender BN-Vorsitzender Hubert Weiger (Foto: Achim Schmidt).
Im Bild: BN-Vorsitzender Richard Mergner, Michael Müller, BN-Ehrenvorsitzender Hubert Weiger, stellvertretender BN-Vorsitzender Hubert Weiger (Foto: Achim Schmidt).

„Wir verleihen dir diesen Preis in Anerkennung deines jahrzehntelangen Einsatzes für den Natur- und Umweltschutz, betonte Hubert Weiger. „Du bist einer der wenigen führenden Poltiker, der sich bereits seit den 80er Jahren im Kampf gegen die Erderwärmung engagiert”, würdigte Weiger das langjährige Wirken Müllers. „Es braucht Vordenker, aber auch Vorkämpfer. Du bist beides in einer Person.” 

Michael Müller habe mit seiner Arbeit vielen Menschen Mut gemacht, sich für die Zukunft zu engagieren. „Damit verdankt der Natur- und Umweltschutz in Deutschland Dir viel.” 

Der Geehrte betonte in seiner Ansprache vor allem die Notwendigkeit, die großen Zusammenhänge zu sehen. Er plädierte für ein völlig neues Gesellschaftsmodell, das die großen europäischen Ideen bewahre und sie verbinde mit den Notwendigkeiten einer sozialkökologischen Transformation.

Die Naturzerstörung habe heute eine globale Dimension und damit eine völlig neue Qualität erreicht, so Müller. „Es geht heute darum, dass die Ökologie zum Ausgangspunkt unserer Überlegungen werden muss. Wir brauchen einen Neohumanismus, eine neue Qualität menschlicher Verantwortung und Solidarität.“ 

Er sei davon überzeugt, so Michael Müller, „dass wir gemeinsam erfolgreich sein können – dass das 21. Jahrhundert nicht ein Jahrhundert der Verteilungskämpfe, sondern ein Jahrhundert der Nachhaltigkeit werden kann.“ 

Die großen Zusammenhänge zu erläutern, sei eine zentrale Aufgabe der Umweltorganisationen, meinte der BN-Vorsitzende Richard Mergner. Michael Müller habe die Kluft zwischen den enormen Problemen der Klimakrise und alltäglichen Anforderungen gezeigt. „Du hast uns heute Mut gemacht, diesen Spagat auszuhalten.“ 

Der Bayerische Naturschutzpreis ist die höchste Auszeichnung des Verbandes. Sie wird an Persönlichkeiten verliehen, die sich um den Natur- und Umweltschutz in ganz besonderem Maße verdient gemacht haben. Frühere Preisträger sind zum Beispiel die indische Globalisierungskritikerin Vandana Shiva oder Ernst Ulrich von Weizsäcker, Co-Präsident des Club of Rome.