MenuBUND Naturschutz in Bayern e. V.

Atomausstieg

"Atomausstieg Sofort - ohne Schuldhaftes Zögern!" ist die Forderung der Delegierten-Versammlung des Bund Naturschutz in Bayern e.V. in 2011 - Bayern muss raus aus der Sackgasse der tödlichen Atomenergie.

Foto: Thomas Frey

Es gibt keine sichere Atomenergie! Noch können wir handeln! Eine rationale, ethisch verantwortbare Analyse kann also nur lauten: Ausstieg aus der Atomenergie - sofort! Der Bund Naturschutz und der BUND fordern dies seit 1975 - lange bevor irgendeine politische Partei dies formulierte. Der Bund Naturschutz fordert den Stop von Staatssubventionen für die Atomindustrie und wird die Einflussnahme der Atomlobby offenlegen.

Fakten und Forderungen

  • Zukunft ohne Atomstrom: Alle AKW's in Deutschland könnten abgeschaltet werden, ohne dass dies die Verbraucher spürten.

  • Wichtigster Schritt: Energiesparen: Verringerung des gesamten Energieverbrauchs (Strom, Wärme, Verkehr) als größte Energiequelle
  • Wärmedämmung: flächendeckende kommunale Energiesparprogramme
  • Energieeffizienz: Stromherstellung nur mit Kraft-Wärme-Kopplung; Abwärme jeder Stromerzeugung muss genutzt werden (als Nah- oder Fernwärme)
  • Erneuerbare Energien: Sofortiger Ausbau in Abstimmung mit Natur- und Heimatschutz (vor allem Wind und Sonne)

Mehr Informationen: Flyer Atomkraft tötet


Gefahren atomarer Zwischenlager

Castoren mit hochradioaktivem Atommüll lagern in den atomaren Zwischenlagern in Bayern an den Standorten Isar bei Landshut, Gundremmingen zwischen Günzburg und Dillingen an der Donau, und Grafenrheinfeld bei Schweinfurt. Eine nachhaltige und gesellschaftlich akzeptierte Lösung für eine sogenannte Endlagerung ist nicht in Sicht, und wenn, dann erst wohl weit in der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts - trotz vielfältiger Bemühungen von Politik und Zivilgesellschaft. Mit dem beschlossenen Atomausstieg von 2011 wird leider erst in 2021 der Atomreaktor C in Gundremmingen und erst in 2022 der Atomreaktor Isar 2 aus dem elektrischen Leistungsbetrieb genommen, obwohl eine sofortige Abschaltung möglich und auch erforderlich wäre.

Eine Studie des BUND e.V. zeigt auf, dass die derzeitigen atomaren Zwischenlager nicht sicher sind gegen Flugzeugabsturz oder terroristische Anschläge. Das Problem: Die Bayerische Staatsregierung scheint unwillig, deren Sicherheit real und technisch zu verbessern. Hier setzt die Kritik des BUND Naturschutz in Bayern, e.V. an: Sicherheit entsteht eben nicht durch formale Genehmigungen sondern vor allem auch durch technische Maßnahmen - und hier fehlt es am Willen der Bayerischen Staatregierung.

Wir fordern ein neues öffentliches Genehmigungsverfahren, das die im Raum stehenden Fragen transparent klärt. Die tödliche atomare Gefahr wird Jahrzehnte länger vor unserer Haustür verbleiben als damals bei der Genehmigung vorgesehen. Auf der Basis unserer Studie fordern wir daher die Bayerische Staatsregierung auf, ein neues Konzept für Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherung vor Ort zu entwickeln. Wie die Bundesregierung und der Freistaat Bayern mit dem Atommüll umgehen, erzeugt wenig Vertrauen in die Zusage eines neuen, transparenten und partizipativen Suchvorgangs für ein Atommüll-Endlager. Glaubhaft wäre, wenn sich die betroffenen Bürgerinnen und Bürger vor Ort bei laufenden Verfahren und Problemen auf Transparenz und Mitbestimmungsrechte verlassen könnten!

Ziel ist die sichere und verantwortungsvolle Entsorgung zum Schutz von Arbeitskräften und Bevölkerung vor ionisierender Strahlung. Künftigen Generationen sollen keine unangemessenen Lasten aufgebürdet werden. Um eine ausreichende Sicherheit zu gewährleisten, muss das deutsche Zwischenlagerkonzept neu bewertet werden.

Der BUND Naturschutz in Bayern, e.V. fordert, dass die Menschen an den Zwischenlager-Standorten in Landshut, in Günzburg und Dillingen und in Schweinfurt an einem breiten öffentlichen Prozess, wie es mit den Zwischenlagern weitergehen soll und welche Nachrüstungen zur Sicherheit von Mensch und Natur zwingend erforderlich sind, beteiligt werden.

 

Mehr Informationen: PM-011-18 Gefahren atomarer Zwischenlager in Bayern


Atompolitik, bayerische und osteuropäische AKW

 

Fakten zur Atompolitik

Auf den folgenden Seiten finden Sie – jeweils mit den Originaldaten der Energiewirtschaft hinterlegt – die ausführliche Begründung nachfolgender Argumente:

Klimaschutz: Atomkraft hat bisher so gut wie nicht beim Klimaschutzgeholfen. Beim Atomausstieg steigt der Kohlendioxidausstoß nur, wenn neue Kohlekraftwerke gebaut werden. Wenn Stromspartechnik, Kraftwärmekopplung und Erneuerbare Energien eingesetzt werden, geht er weiter zurück. Atomkraft spart also nur theoretisch CO2 ein, nicht aber in der Realität!

Stromlücke: Wenn Atomkraftwerke abgeschaltet und keine neuen Kohlekraftwerke gebaut werden, gibt keine „Stromlücke“. In den nächsten 10 Jahren können umweltfreundliche Kraftwerke errichtet werden, die mehr als doppelt so viel Strom erzeugen würden, als ersetzt werden muss.

Stromkosten: Die Verlängerung der Laufzeiten alter Atomkraftwerke wird die Stromrechnung eines Haushalts (wenn überhaupt) nur um ca. 10 Euro jährlich verringern.

Sicherheit: Deutsche Atomkraftwerke sind nicht sicher, sondern neigen (amtlich bestätigt) mit inakzeptabel hoher Wahrscheinlichkeit zu großen Katastrophen: 14.000 Soforttote und hunderttausende von sog. "Langzeittoten". Betreiber von Atomkraftwerken sind von einer Haftpflichtversicherung gesetzlich befreit. Die volle Deckung wäre unbezahlbar. Im internationalen Vergleich schneiden deutsche Atomkraftwerke schlecht ab!

Mehr Informationen

BUND-Studie Aktuelle Probleme und Gefahren bei deutschen Zwischenlagern für hoch-radioaktive Abfälle (Oktober 2017)

BUND-Eckpunkte Zwischenlagerung hochradioaktiver Atommüll (Juni 2017)

BUND-Broschüre Das Suchverfahren für ein Atommülllager für den hochradioaktiven Müll

Sondervotum des BUND zum Bericht der Endlager-Suchkommission veröffentlicht

Berlin: Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat sein Sondervotum zum Abschlussbericht der "Kommission Lagerung hoch radioaktiver Abfallstoffe" veröffentlicht:. Der Bericht einschließlich aller Sondervoten soll am Dienstag, 05.07. an Bundestagspräsident Norbert Lammert und Bundesumweltministerin Barbara Hendricks übergeben werden.

Die Pressemitteilung des BUND vom 28.06.2016 zum Bericht der Enlager-Suchtkommission und zum Sondervotum finden Sie hier

Das Sondervotum des BUND vom 29.06.2016 zum Bericht der Endlager-Suchkommission finden Sie im Internet unter: www.bund.net/pdf/sondervotum

Zusätzlich zu seinem Sondervotum veröffentlicht der BUND im Internet Grafiken zum vorgeschlagenen Standortauswahlverfahren mit den wichtigsten Kritikpunkten des BUND:
atommuell-lager-suche.de/


Kinospot

Information für Kreis- und Ortgruppen zum BN-Kino-Spot "Fukushima":

Spot Film für Kinovorprogramme, zum Andenken an Fukushima am.

Dieser kurze "Spot"-Film ist entwickelt für Vorprogramme Ihrer lokalen Kinos, v. a. Programmkinos, im Zeitraum um den Fukushima-Jahrestag 11. März 2011 - der sich in 2016 zum fünften Mal gejährt hat. Inhalt ist unsere Trauer und das Andenken an die Opfer, aber auch die ungelösten Probleme des Atommülls. Dieser kleine Film ist kurz, von Profis erstellt, geeignet für das Kino.

 Hier geht's zum Film

Zugangscode: Fukushima1103
Hinter diesen Link werden verschiedene Formate gestellt:
- Format *.MP4 zur Ansicht auf einem PC sowie
- Format dcp digital cinema package für Ihr Kino (mit hoher Auflösung)

Sollte sich der Link nicht öffnen lassen, so können wir den Spot auf Anfrage als MP4-Version (28 MB) zusenden. Der kleine Film ist mit wenig Geld, kleinem Budget und auch viel ehrenamtlicher Arbeit bei der Rheinfilm GmbH für den BUND Naturschutz erstellt worden. Aus Gründen begrenzter Mittel konnten wird auch nicht an einem bayerischen AKW neu drehen, sondern wir haben auf ein bestehendes Filmchen zurückgegriffen - das Bild zeigt also kein bayerisches AKW, sondern das AKW Philippsburg in Baden-Württemberg.

 Für die kurze Filmsequenz hat die Schauspielerin Alwara Höfels für uns ehrenamtlich gearbeitet, ohne Gage! Dafür danken wir ihr vielmals!


BUND Naturschutz Zeitzeugen

Babs Günther: Mein Engagement gegen das AKW Grafenrheinfeld Marianne Laepple: Widerstand gegen die Wiederaufbereitungsanlage Wackersdorf


Von den 1950er-Jahren bis heute sehen bayerische Staatsregierungen den Freistaat als Vorreiter bei der Atomenergienutzung. Entsprechend gespickt ist das Land heute mit Zentren und Zonen des atomaren Risikos.

Nach einer Reaktorkatastophe wären laut "Rahmenempfehlungen" der Bundesregierung ganze Regionen langfristig zu evakuieren, im Mittel 300 Kilometer lang und 50 Kilometer breit, unterschiedlich nach Windrichtung und -geschwindigkeit. Laden Sie sich eine Karte dieses "Atomlands Bayern" herunter und überzeugen Sie sich davon, welche Gebieten eine solche "Evakuierungszone" umfassen würde (hier angenommen mit Westwind):