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Energieeffizienz – wir müssen unsere Wirtschaftsweisen ändern

Herkömmliche Verbrennungskraftwerke (wie alle thermischen Kraftwerke), die ursprüngliche Energie im Brennstoff (die Primärenergie), wie Kohle, Erdöl oder Erdgas setzen nur zu einem Drittel in mechanische Drehenergie und damit elektrischen Strom im Generator um - auch modernste Kraftwerkstypen erzielen kaum mehr als 50 %. Der Rest wird als Abwärme ungenutzt ins Freie geblasen. Die Gegenmaßnahme ist Effizienzsteigerung: Kraftwerke müssen in Zukunft kleiner werden und dort arbeiten, wo ihre Abwärme zum Heizen genutzt werden kann → Kraft-Wärme-Kopplung.

Foto: fotalia

Kernelemente der Energiewende sind Energieeinsparung und Energieeffizienz, um den raschen und ressourcenschonenden Ausbau der Erneuerbaren Energien zu gewährleisten, konkret den Flächenverbrauch zu minimieren. Mit Energieeffizienz kann der gesamte derzeitige Energieverbrauch bestehender Anwendungen mehr als halbiert und Energieverschwendung so weit wie möglich beendet werden. Dies verbessert die Möglichkeiten zum umwelt- und naturverträglichen Ausbau der erneuerbaren Energien.

Kernforderungen:

  • Verbindliche, langfristige Energiesparstrategien
  • Unabhängige Bundesstellen für Energieeffizienz zur Steuerung und Koordination von Maßnahmen
  • Energiesparfonds
  • Verschärfung der EU-Ökodesign-Richtlinie
  • Top-Runner-Programme
  • Ökologische Steuerreform und flächendeckende Einrichtung von Energieagenturen und Klimaschutzmanager*innen

Die Zielsetzung der Senkung des Primär- und Endenergieverbrauchs ist durch Energieeinsparung - geringerer Energieeinsatz pro Einheit Nutzenergie und durch effiziente Energieanwendungen - mehr Nutzenergie pro gegebenen Energieeinsatz - erreichbar. Zusätzlich muss der durch Energieverluste (derzeit vor allem durch Abwärme von Großkraftwerken) über die Endenergie hinausgehende Primärenergieverbrauch gesenkt werden. Dezentrale Erzeugung und Nutzung von Energie senken die Transportverluste.

Es bedarf geeigneter Komplementärtechnologien, Flexibilitätsoptionen, Speicher- und Umwandlungskapazitäten, die die Stromerzeugung aus den (fluktuierenden) erneuerbaren Energien ergänzen, den zusätzlich benötigten Strom erzeugen, Systemdienstleistungen bereitstellen und den Überschussstrom sinnvoll verwenden bzw. speichern. Diese Technologien müssen in das dezentrale System passen und auf Dauer die Kriterien der Effizienz und Umweltfreundlichkeit erfüllen. Das Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) ist dabei eine wichtige Option. KWK ist kein Brennstoff, sondern ein effizientes und rationelles Energietransformationsprinzip, bei dessen Stromerzeugung auch die Abwärme genutzt wird.

Kraft-Wärme-Kopplung

Wesentliches Element des schnellen Ersatzes von Atom- und Kohlestrom hinsichtlich der Bereitstellung von gesicherter Leistung sollen die auf Erdgas/Biogas/Holz/Power-to-Gas basierende, flexibel zu handhabende KWK und der Einsatz von Stromspeichern sein. Die Technik der Kraft-Wärme-Kopplung spielt eine wichtige Rolle, wenn sie künftig gasbasiert und flexibel die Residualenergie liefert bzw. als Back-Up-Kapazität dient. Der Vorteil der KWK besteht auch darin, dass sie einerseits die eingesetzte Energie hocheffizient nutzt und andererseits Strom- und Wärmewende verbindet.

Diese Anlagen jeglicher Größenordnung sind nicht nur effizienter als die bisherige vorherrschende Kondensationsstromerzeugung (weitgehend ohne Wärmenutzung), sondern sind - im Gegensatz zu Atom- und Kohlekraftwerken - flexibel steuerbar, wenn sie mit Wärme(puffer)speicher oder Wärmenetzen verbunden sind. Dann sind sie ideal geeignet, in Ergänzung der Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien den Bedarf an Residualenergie zu decken.


Die Steigerung der Energieeffizienz ist eine zentrale und unverzichtbare Säule des Klimaschutzes und der Energiewende. Die gezielte und absehbare Erhöhung der Energiepreise gehört zu den effizientesten politischen Instrumenten, um die Energieeffizienz zu steigern. Denn je höher die Energiepreise sind, desto schneller lohnen sich Investitionen in die Energieeffizienz.

 

Mehr Informationen:

Zukunftsfähige Energieversorgung
Vortrag Energieeffizienz