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Tipps Abschirmung

 

Grundsätzliches:

  • Die folgenden Tipps beziehen sich nur auf elektromagnetische Hochfrequenzstrahlung (Mobilfunk, DECT-Schnurlostelefone, WLAN, Mikrowellengerät, ...).
  • Das Wort Abschirmung suggeriert, dass ein vollkommenes Aussperren von unerwünschter Strahlung, z.B. aus dem Wohnbereich möglich sei. Das ist falsch. Es wird sich immer nur um eine mehr oder weniger starke Abschwächung handeln können.
  • Diese Abschwächung kann auf zwei Arten zustande kommen:

a)    Reflexion: Metallflächen oder -gewebe wirken auf Hochfrequenzstrahlung wie Spiegel.
Fast alle Abschirmprodukte arbeiten mit Reflexion.

b)    Absorption: Die auftreffende Strahlung wird in Wärme umgewandelt.

 

Wichtig

  • Führen Sie Abschirmmaßnahmen nur zusammen mit einem Fachmann durch. Nur durch Messungen vor und nach den Maßnahmen kann festgestellt werden, wo die Quelle(n) der Strahlung sind und sichergestellt werden, dass nirgendwo ein „Loch“ übersehen wurde (z.B. Fensterrahmen, Leitungsdurchführung durch eine Wand).
  • Abschirmmaßnahmen in der eigenen Wohnung sind dann sinnlos, ja erhöhen die Strahlung noch, wenn dort Funkgeräte betrieben werden (Handy, DECT-Schnurlostelefon, WLAN-Router, Mikrowellengerät, Funkzähler für Heizung, Strom, Wasser, Gas, ...).

 

Vorsicht

Auf dem Gebiet der Abschirmungen gibt es inzwischen sehr viele Angebote.
Leider sind darunter auch Produkte, die nur dem Geldbeutel des Verkäufers nützen.

Zu diesen zweifelhaften Dingen zählen: Chips und Magnetplättchen, Gürtel, Armbänder, Halsketten, Magnetmatten fürs Bett, Kristalle oder Dosen, die überall im Haus aufgestellt werden sollen, Hautsprays oder „mikronisiertes Eisen“ zum Einnehmen.

Im Internet werden auch Vorrichtungen angeboten, die ihrerseits elektromagnetische Strahlung erzeugen, um damit die von Mobilfunkantennen oder Handys ausgehende Strahlung auszulöschen.
Davon ist dringend abzuraten. Man würde sich dadurch nur eine weitere Strahlungsquelle ins Haus holen.
Allerdings sind diese Geräte in Deutschland ohnehin verboten!

Was ist sinnvoll?

Im Jahr 2003 veröffentlichte das bayerische Landesamt für Umwelt erstmalig die Broschüre „Schirmung elektromagnetischer Wellen im persönlichen Umfeld“. Im Januar 2008 erschien bereits die 3. Auflage. Dort finden Sie gute Hinweise, welche Materialien beim Bau und bei der Renovierung gute Abschirmwirkungen haben. Sie können die kostenlose Broschüre im Internet herunterladen oder bestellen bei:
LfU, Bürgermeister-Ulrich-Straße 160, 86179 Augsburg

Erstaunlich ist die Tatsache, dass von einer staatlichen Behörde eine solche Schrift herausgebracht wird. Allerdings heißt es im Vorwort, man zweifle zwar nicht daran, dass Mobilfunkstrahlung unschädlich sei, man wolle aber helfen, Ängste davor abzubauen. (43 Seiten Informationen gegen eingebildete, unbegründete Ängste?)

Handy abschirmen

Ein Handy regelt die Leistung nach unten, wenn es eine gute Verbindung zur Antenne hat, verursacht dann also automatisch weniger Elektrosmog. Wird es mit Abschirmstoff umhüllt, versucht es mit maximaler Leistung die Antenne zu erreichen. Somit entsteht mehr Elektrosmog. Außerdem wird bei Verwendung guter Abschirmstoffe das Handy so stark abgeschirmt, dass ein Telefonat nicht mehr möglich ist.

Nur sehr bedingt wirksam sind Handytaschen, die auf einer Seite im oberen, dem Antennenbereich, nicht abschirmen. Befindet sich die Antenne des eigenen Betreibers beim Telefonieren auf der dem Handy abgewandten Seite des Kopfes, muss die Strahlung trotzdem die Abschirmung und den Kopf durchdringen.

 

Besser ist es also, so wenig und so kurz wie möglich zu telefonieren!