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Frankenschnellweg: Argumente gegen den Ausbau

Warum klagt der BUND Naturschutz gegen den Ausbau des Frankenschnellwegs in Nürnberg? Gesundheitsschutz, Verkehrsbelastung, Klimaschutz: Viele Argumente sprechen gegen den Ausbau.

Klimaschutz

Wir sind davon überzeugt, dass aus Klimaschutzgründen dringend beim Verkehr umgesteuert werden muss. Einen weiteren Ausbau des überregionalen Straßennetzes lehnen wir deshalb bayernweit ab – zum Teil mit Erfolg wie z.B. bei der abgewendeten Fichtelgebirgsautobahn. Stadtautobahnen sind Verkehrspolitik der 60er Jahre.

Verkehrsbelastung

Der Stau steht derzeit von Fürth kommend am Gewerbegebiet und der Bahnlinie, von Süden kommend an der Nergie und dem Wohngebiet östlich des Frankenschnellwegs, selten auch weiter nach Süden zurückreichend. Die KFZ-Menge insgesamt und der Stau an Wohngebieten sind ein riesiges Problem, weil Feinstaub und Stickoxide dort regelmäßig Grenzwertüberschreitungen haben. Mit dem kreuzungsfreien Ausbau würde dieses Problem nur zum Teil gelöst - allerdings auf Kosten der Anwohner:  zum Beispiel  in der geplanten Neuen Kohlenhofstraße, wo sich der Verkehr dann staut, im Bereich des Altstadtrings, wo zwischen Plärrer und Hauptbahnhof deutlich mehr Autos auftreffen sollen, in der Landgrabenstraße usw. Soll sich der (zu viele) KFZ-Verkehr dort stauen, wo noch mehr Leute wohnen? Das halten wir für keine gute Lösung. 

Risiken für die Gesundheit

Das gilt auch für die Von-der Thann-Straße, wo seit Jahren die Grenzwerte für Stickoxide überschritten werden und wo für mindestens acht Jahre Bauzeit ein großer Teil des Umleitungsverkehrs fließen würde. Grenzwerte sind keine Richtwerte, sondern strikt einzuhaltendes Recht. Ihre Überschreitung führt zu Gesundheitsschäden. Der BUND Naturschutz setzt sich hier für die Anwohner und ihren Gesundheitsschutz ein. Die Stadt Nürnberg hat erst vor wenigen Monaten erfahren müssen, dass die EU-Kommission den Antrag der Stadt, einen Aufschub bei den zwingenden Luftreinhaltemaßnahmen zu bekommen, ablehnt. Die EU will nicht mehr zusehen, dass in Nürnberg (und einigen anderen deutschen Städten) Straßenanwohnern die Gesundheit ruiniert wird. 

Nachteile für die Anwohner

Mit dem Tunnelbau würde der Transitverkehr durch Nürnberg, insbesondere der LKW-Verkehr, v.a. nachts erst richtig angeheizt. Dafür gibt es aber die Autobahnen außen herum. LKW-Lenker würden sich durch die Stadt ca. sechs Kilometer Fahrweg und 14 Kilometer Mautgebühr sparen. An den Tunnelenden würden die Anwohner mit Grenzwertüberschreitungen in erheblichem Umfang (und über das gesetzlich geforderte Limit) hinaus belastet. Filteranlagen, wie sie gelegentlich versprochen wurden, gibt es dafür weltweit nicht. Die Anlieger würden mit Krankheit dafür bezahlen, dass andere an der Tunnelstrecke etwas entlastet werden. Das ist aus unserer Sicht nicht hinnehmbar. Sie sind keine Bürger zweiter Klasse.

Kein "grüner Deckel"

Im Übrigen glauben wir, dass die Hoffnung auf einen grünen Deckel sehr trügt:

Zwischen Rothenburger Straße und An den Rampen würden obendrauf bis zu acht Fahrspuren gebaut.

Falsche Verkehrspolitik

Mittelfristig muss der KFZ-Verkehr reduziert werden. Deshalb kämpfen wir seit vielen Jahren für den Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehrs, für die Internalisierung externer Kosten des KFZ-Verkehrs, für die Stadt der kurzen Wege – und gegen solche Großprojekte. In diesem Sinne nutzen wir auch die rechtlichen Möglichkeiten einer Demokratie, Fehlentscheidungen zu korrigieren.

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