Steigerwald: Massenhaft dicke Bäume gefällt - BN fordert besseren Schutz
„Der Steigerwald ist der ökologisch wertvollste Laubwald Bayerns. Durch den massiven Holzeinschlag verschlechtert sich das Waldklima, die Wasserspeicherfähigkeit des Bodens und die Artenvielfalt. Für ein paar tausend Euro Gewinn werden hier massive Schäden in Kauf genommen“, kritisiert der BN-Vorsitzende Martin Geilhufe. „Auch wenn die Staatsregierung mehr Schutz verspricht, ist klar: wer Bäume fällt, kann sie nicht schützen. So wird das Entstehen eines alten Waldes gezielt verhindert.“
Auch im vormals geschützten Hohen Buchener Wald bei Ebrach werden wieder vermehr alte und ökologisch wertvolle Buchen gefällt. 2015 hatte die Staatsregierung das erst ein Jahr zuvor ausgewiesene Schutzgebiet wieder aufheben lassen (“Lex Steigerwald“).
„Die Staatsregierung stellt Gewinn über Gemeinwohl“, klagt der BN-Waldexperte Ralf Straußberger. „Die Holzernte reißt große Löcher in das schützende Kronendach des staatlichen Steigerwalds, schwere Maschinen verursachen Schäden an den Böden. Dies widerspricht den Zielen des Bayerischen Naturschutzgesetz, wonach im Staatswald das vorrangige Ziel zu verfolgen ist, die biologische Vielfalt zu erhalten oder zu erreichen.“ Aus der Nutzung genommene Buchenwälder sind nicht nur Lebensraum zahlreicher Arten, sondern auch große Kohlenstoffspeicher. „Ein Nationalpark wäre also eine prima Sofortmaßnahme für den Arten-, Wasser- und Klimaschutz. Auch zur Klimaanpassung wäre er gut, denn alte artenreiche Naturwälder sind widerstands- und anpassungsfähiger.“
Die Buchenwälder im Nordsteigerwald sind Heimat vieler europaweit geschützter Arten. Sie sind eines der letzten und wertvollsten großflächigen Laubwaldgebiete Deutschlands und bestens geeignet für den wichtigen Schutz ungestörter Naturabläufe. Das dafür angemessene Qualitätssiegel „Nationalpark“ bietet auch eine Riesenchance für die gesamte Region.




