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Der richtige Umgang mit Zecken

Über Zecken sind zahlreiche unwahre Mythen und Legenden im Umlauf, die zu großer Verunsicherung führen können. Dass sie sich beispielsweise von Bäumen auf ahnungslose Waldbesucher stürzen, ist nur eine davon. Doch es besteht kein Grund zu übertriebener Angst: Wer sich an ein paar einfache Verhaltensregeln hinsichtlich des richtigen Umgangs mit Zecken hält, kann die Natur genießen, ohne gleich mit Borreliose und FSME infiziert nach Hause zu kommen.

Zecke beißt sich auf menschlicher Haut fest
Zeckenbiss mit Hautrötung (Foto: Smileus/fotolia.com)

Zecken stöbern oft stundenlang auf dem menschlichen Körper nach einem optimalen Tatort. Diese Zeit sollten Sie ihnen aber nicht lassen! Überprüfen Sie Ihre Kleidung in regelmäßigen Zeitabschnitten und bei jeder Rast auf Zecken. Spätestens am Abend des Ausflugstages sollten Sie neben den anderen Körperstellen auch nochmal schwer einsehbare Regionen wie Haaransatz, Ohren (mit Rückseite), Achselhöhlen, Schritt und Kniekehlen gründlich absuchen. Wichtig ist auch, sich selbst in der vierten Jahreszeit nicht zu sicher vor Zeckenbissen zu fühlen. Begünstigt durch den Klimawandel können die Temperaturen im Winter nämlich auch auf über sechs Grad steigen, der Temperaturschwelle, ab der Zecken aktiv sind und auf Wirtssuche gehen können. Des Weiteren sollte man beachten, dass Zecken mildere Winter besser überstehen und man sich deshalb nach diesen auf höhere Populationen einstellen muss. Auch der hohe Wildbesatz in unseren Wäldern bietet ihnen ein reichhaltiges Nahrungsangebot und erleichtert die Ausbreitung der
Zecken.

FSME: Impfen empfehlenswert

Besonders in Acht nehmen sollte man sich vor der Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME), einer speziellen Form von Gehirnhautentzündung. Die Viren können aus dem Speichel der Zecke sofort in die Bisswunde gelangen. Umso wichtiger - sogar essentiell für den richtigen Umgang mit Zecken - ist hier das bereits erwähnte wiederholte Absuchen des Körpers. Sollten Sie trotzdem einen Zeckenbiss abbekommen, ist das zwar längst kein FSME-Urteil. Viele Regionen sind praktisch frei von dem Erreger, es gibt aber auch (gerade in Bayern) viele Risikogebiete. Wer sich also immer wieder mal auf Wiesen, in Wäldern und Gebüschen aufhält, dem ist eine Impfung sehr zu empfehlen. Beruflich zeckengefährdete Personen bekommen die Impfkosten von der Krankenkasse erstattet.

Zecken sicher entfernen

"Gemeiner Holzbock" heißt unsere häufigste Zeckenart. Durch sie werden die meisten Bisse gemeldet. Eine Zecke, die bereits die Haut durchdrungen hat und saugt, darf keinesfalls mit Hausmitteln wie normalen Pinzetten, Öl oder Klebstoff malträtiert werden. Der Darminhalt könnte dadurch in die Bisswunde gelangen und mit ihm auch auf den Menschen übertragbare Krankheiten. Auch sollte keinesfalls einfach der noch in der Haut steckende Kopf vom Körper der Zecke mittels eines Messers oder etwa durch Abschaben abgetrennt werden, da auch durch ihn allein Krankheiten übertragen werden können. Optimal für den Umgang mit Zeckenbissen – und am billigsten – sind kleine Zeckenharken oder -karten aus Kunststoff, die in jeden Geldbeutel passen. Sie besitzen einen spitzwinklig  zulaufenden Spalt, den Sie der Zecke vorsichtig unterschieben. Der Blutsauger ist damit schnell herausgehebelt. Etwas teurer sind neuartige Zeckenschlingen, die ebenfalls ihren Dienst erfüllen. Empfehlen kann man ferner spezielle Zeckenpinzetten. Die Zecke darf damit aber nicht versehentlich gequetscht werden, um ihren Inhalt nicht in die menschliche Blutbahn gelangen zu lassen. Jeder, dem das lieber ist, kann aber natürlich auch einen Arzt aufsuchen und die Zecke von diesem entfernen lassen.

Den Zeckenbiss überwachen

Achten sie unbedingt darauf, wie sich die Bissstelle der Zecke in den Tagen und Wochen nach ihrer Entfernung entwickelt. Ringförmige rote Kreise auf der Haut, die rund um die Bissstelle, aber auch an anderen Körperstellen auftreten können, deuten auf die Infizierung mit der Krankheit Borreliose hin. Grippeartige Symptome wie unter anderem Kopf- und Gliederschmerzen, die kurz oder wenige Wochen nach dem Zeckenbiss auftreten, können ein Hinweis auf FSME sein. In beiden Fällen gilt, dass man unverzüglich einen Arzt aufsuchen sollte, denn dieser ist im Umgang mit Zecken geschult!

Elf Tipps für Draußen

  • Meiden Sie Unterholz, Büsche und hohes Gras.
  • Tragen Sie eine Kopfbedeckung langärmelige Kleidung und stecken Sie die Hosenbeine in ihre Strümpfe.
  • Helle Kleidung erleichtert das Absuchen, nehmen Sie Lesebrille und Lupe mit.
  • Verwenden Sie beim Picknick eine Decke und klopfen Sie diese hinterher gut ab.
  • Verlassen sie sich nicht nur auf Zecken-Abwehrmittel – die besten wirken maximal drei Stunden.
  • Jucken oder Brennen kann von einem Zeckenbiss rühren: Prüfen Sie nach, statt zu kratzen!
  • Untersuchen Sie Kinder, die im Sommer draußen spielen, jeden Abend auf Zecken.
  • Töten Sie dingfest gemachte Zecken ab.
  • Klären Sie Ihre Kinder über den richtigen Umgang mit Zecken auf.
  • Grippeartige Symptome nach sieben bis 14 Tagen können FSME bedeuten: Sofort einen Arzt aufsuchen!
  • Hautrötungen, die sich von der Bissstelle ringförmig ausbreiten, deuten auf Borreliose hin: Sofort einen Arzt aufsuchen!

    Rat holen, nachlesen

    • Lage der Risikogebiete: www.zecken.de
    • Durch Zecken übertragene Krankheiten: Robert-Koch-Institut, www.rki.de, "Infektionsschutz"
    • Individuelle Beratung z.B. beim Hausarzt
    • Infos zu berufsbedingter FSME-Impfung: örtliches Gesundheitsamt
    • Vergleichstest Zeckenmittel: www.test.de, "Zecken"