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BUND Naturschutz gedenkt an Percy Schmeisers Verdienste um Saatgutrechte weltweit

Kämpfer gegen Monsantos Gentechnikstrategie verstorben

Im Jahr 2010 verlieh der BN Percy Schmeiser den Bayerischen Naturschutzpreis. Im Bild Perca Schmeiser mit seiner Frau Louise und Hubert Weiger, der ehemalige Landes- und jetzige Ehrenvorsitzende; Foto: Toni Mader

16.10.2020

Mit großem Bedauern nimmt der BUND Naturschutz Abschied von Percy Schmeiser, Vorkämpfer gegen die Patente auf gentechnisch verändertes Saatgut, der am Dienstag im Alter von 89 in seinem Heimatort in der kanadischen Provinz Saskatchewan verstorben ist. Der Kampf mit Monsanto machte Louise und Percy Schmeiser mit zu den weltweit bekanntesten Kämpfern für eine gentechnikfreie Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion.

Der BUND Naturschutz hatte dem Ehepaar Louise und Percy Schmeiser für ihr Lebenswerk, das weltweite Engagement für die Biodiversität, für die Bewahrung der Ernährungssouveränität, für eine bäuerliche Agrarkultur und für die Verteidigung elementarer demokratischer Grundrechte gegenüber Agrarkonzernen, am 19. September 2010 in Rosenheim die bayerische Naturschutzmedaille verliehen.

„Percy Schmeißer hat dem BUND Naturschutz und vielen anderen Bündnispartnern entscheidend dabei geholfen, dass Bayern gentechnikfrei geworden ist. Sein Kampf wie David gegen Goliath gegen Monsanto war für uns ein großes Vorbild“, so Richard Mergner, Landesvorsitzender des BUND Naturschutz.

Bereits im Jahr 2000 wurde Percy Schmeiser für seinen Einsatz mit dem Mahatma Gandhi Award geehrt und 2007 wurde dem Ehepaar Schmeíser der Alternative Nobelpreis verliehen: „Für ihren Mut bei der Verteidigung der Biodiversität und der Rechte der Landwirte und dafür, dass sie die Perversität der gegenwärtigen Auslegung der Patent-Gesetzgebung in Bezug auf die Umwelt und die Moral aufzeigen und anprangern“.

Hintergrund

Louise und Percy Schmeiser waren Saatgutzüchter, die sich auf der geerbten, 600 Hektar großen Farm auf die Zucht und den Anbau von Raps mit und speziell an die regionalen Bedingungen angepassten Sorten spezialisiert hatten

Im Jahr 1997 wurden auf ihren Feldern gentechnisch veränderte, patentgeschützte Rapspflanzen des Agrochemiekonzerns Monsanto gefunden, die nur durch Windverdriftung von Nachbarfeldern oder Transportverluste auf ihre Flächen gelangt sein konnten. Damit begann ein jahrelanger Rechtsstreit mit dem Konzern, der sie wegen Patentverletzung verklagte. Auf Grund höchstrichterlicher Entscheidung im Jahr 2004 wurden ihnen aber keine Lizenzgebühren und kein Schadenersatz auferlegt. Vier Jahre später wurde ein neuer Prozess eröffnet. Diesmal verklagte Percy Schmeiser den Konzern und kurz vor der Verhandlung akzeptierte Monsanto außergerichtlich alle Forderungen Schmeisers und räumte die Verantwortung für die Kontaminationen ein. Es wurde außerdem zugestanden, dass er öffentlich über den gesamten Vorgang berichten durfte. Dieser Sieg „David gegen Goliath“ ist auch der Titel eines Dokumentarfilms der 2008 auf den Markt kam.

Während der Zeit des Rechtsstreits mit dem Agrochemie-Giganten wurden Percy Schmeiser und seine Ehefrau Louise zunehmend bekannt als Symbolfiguren und Sprecher im Kampf unabhängiger Landwirte um ihre Rechte. Da ihre familiären Wurzeln in Bayern lagen – seine Großeltern waren von Rosenheim nach Kanada ausgewandert – traten Percy Schmeiser und seine Ehefrau Louise oft bei Veranstaltungen in Bayern auf, um die Auseinandersetzung für ein gentechnikfreies Bayern zu unterstützen.

Link zu seiner Todesmeldung

https://www.cbc.ca/news/canada/saskatchewan/percy-schmeiser-dead-89-monsanto-1.5761714

Link zur Naturschutzpreisverleihung 2010

https://www.bund-naturschutz.de/bund-naturschutz/naturschutzpreis/2010-percy-schmeiser.html

Für Rückfragen:

Marion Ruppaner, BN Agrarreferentin, 0911 81 87 8 – 20,
Mail: marion.ruppaner@bund-naturschutz.de