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Gemeinsam gegen Gas: Umweltverbände bringen Forderung nach Bohrstopp in Bayern in den Landtag ein

Petition von BUND Naturschutz, Fridays for Future und Greenpeace soll im morgigen Wirtschaftsausschuss behandelt werden.

11.02.2026

Mehrere Umweltverbände fordern vom bayerischen Landtag die Verlängerung der Konzession für das Gasprojekt in Reichling durch Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) vom September 2025 als rechtswidrig einzustufen. BUND Naturschutz in Bayern, Fridays for Future Bayern und Greenpeace Bayern fordern die Behörden zudem auf, alle neuen Anträge zur Erdgasförderung im Freistaat im Interesse des Allgemeinwohls abzulehnen. Diese Punkte werden voraussichtlich am morgigen Donnerstag im Ausschuss für Wirtschaft, Landesentwicklung, Energie, Medien und Digitalisierung behandelt. Die Forderungen der Umweltverbände werden von fast 60.000 Menschen unterstützt, die die Unterschriftenaktion „Keine neuen Gasbohrungen in Bayern“ unterzeichnet haben.

 

Wirtschaftsminister Aiwanger genehmigte die Erdgaserkundung im Konzessionsgebiet „Lech“ in Reichling und den Bau eines Bohrturms trotz Widerstands von Bevölkerung, Gemeinderat und Kreistag. Im September 2025 verlängerte Aiwangers Ministerium die Konzession um zwei Jahre. Weitere Konzessionen wurden für ein benachbartes Gebiet zwischen Lech und Ammersee bis Juli 2026 und um Holzkirchen bis 2029 erteilt.

„Die Verlängerung der Konzession Lech verstößt gegen das Klimaschutzgebot des Grundgesetzes und das Völkerrecht“, sagt Saskia Reinbeck, Klimaschutzexpertin von Greenpeace Bayern. Sie wird voraussichtlich die Position der Umweltverbände vor dem Ausschuss vertreten. „Der Internationale Gerichtshof hat festgestellt, dass alle Staaten - auch Bayern - ihr Möglichstes tun müssen, um die Erderhitzung unter 1,5 Grad zu halten. Deswegen ist die Verlängerung rechtswidrig und könnte sogar eine Amtspflichtverletzung darstellen. Jede neue Gasbohrung ist mit dem Allgemeinwohl unvereinbar. Hubert Aiwanger als verantwortlicher Minister muss als Konsequenz daraus seine rechtswidrige Entscheidung zurücknehmen!“

 

„Jetzt unabhängig von Autokraten machen“

 

Der Energiereferent des BUND Naturschutz in Bayern, Kasimir Buhr, unterstreicht: „Fossiles Gas ist ein Klimakiller – jetzt noch in neue Gasinfrastruktur zu investieren, ist grundfalsch. Wir brauchen stattdessen Planungssicherheit für den Umstieg auf erneuerbaren Strom und Wärme. Dafür brauchen wir mehr Windräder, Solaranlagen und Wärmepumpen statt neuer Gasbohrungen und -pipelines. Denn nur mit erneuerbaren Energien können wir gleichzeitig das Klima und schützen und uns unabhängig von Importen aus Autokratien machen.“

Felix Strobel von Fridays for Future Bayern kritisiert: „Der Ausbau erneuerbarer Energien macht gefährliche Gasbohrungen überflüssig. Doch Konzerne bereichern sich weiter an der Ausbeutung unserer Erde. Daher fordern wir die Einführung einer Förderabgabe. Diese würde zum einen die Risiken und entstehenden Klimaschäden abbilden, zum anderen aber auch von vornherein signalisieren, dass sich Gasbohrungen nicht lohnen und sie so verhindern.“

 

Es wird erwartet, dass die Staatsregierung im Ausschuss eine Stellungnahme abgibt. Die Unterschriftenaktion wurde seit Oktober 2024 von bislang  57.344 Menschen unterzeichnet.