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GERICHTVERHANDLUNG ZUM WASSERKRAFTWERK ILLER RENATURIERUNG STATT KRAFTWERKSBAU

09.11.2018

Am Mittwoch, 14. November 2018 wird vor dem Verwaltungsgericht Sigmaringen die Klage des BUND Naturschutz in Bayern gegen die Genehmigung eines neuen Wasserkraftwerks im Iller-Mutterbett bei Illertissen/Dietenheim verhandelt. Es ist das erste von acht geplanten Kraftwerken zwischen Memmingen und Neu-Ulm. Unterstützt wird die Klage vom BUND Baden Württemberg. „Mit der Klage wollen wir den Weg für eine umfassende Illerrenaturierung frei machen“, begründet Wolfgang Döring, Vorsitzender der BN-Kreisgruppe Neu-Ulm die Klage. „Mit den geplanten Kraftwerksbauten werden die positiven Maßnahmen der Iller-Sanierung ad absurdum geführt.“

„Der BUND Naturschutz lehnt den Neubau von Wasserkraftwerken ab, da die Potenziale weitgehend ausgeschöpft sind und Neubauten in den wenigen verbliebenen ungenutzten Flussabschnitten große ökologische Beeinträchtigungen mit sich bringen,“ so Martin Geilhufe, der Landesbeauftragte des BUND Naturschutz. „Nur die ökologische Modernisierung von bestehenden Kraftwerken bietet noch gewisse zusätzliche Energieerzeugungsmöglichkeiten.  Die großen Potenziale liegen allerdings in der Sonnen- und Windenergie, sowie der Energieeinsparung.“

Der Münchner Investor Fontin & Company plant zwischen Memmingen und Neu-Ulm an der unteren Iller acht neue Wasserkraftwerke im Iller-Mutterbett. Das erste Kraftwerk zwischen Illertissen und Dietenheim wurde genehmigt. Der BUND Naturschutz in Bayern hat diese Genehmigung  mit Unterstützung des BUND Baden Württemberg und Fischereiverbänden beklagt. Denn bereits 90% des Illerwassers wird durch Kanäle zur Stromerzeugung aus der Iller ausgeleitet. Damit leistet die Iller bereits heute einen erheblichen Beitrag zur Erzeugung erneuerbarer Energien. Das eigentliche Iller-Mutterbett, das nur noch 10% der ursprünglichen Wassermenge führt, muss daher primär ökologische Funktionen übernehmen. Daher wird es im Rahmen der staatlichen Illersanierung renaturiert. Die geplanten Kraftwerke im Mutterbett würden die Renaturierungsmaßnahmen massiv behindern und auf Dauer die künstlichen Sohlschwellen im Fluss zementieren.

Der Eilantrag des BUND Naturschutz wurde vom VG Sigmaringen und VGH Mannheim auf Grund von Formalia abgelehnt. Nun steht die Hauptsacheverhandlung an.

Hintergrundinformationen finden sie in folgenden älteren Pressemitteilungen:
www.bund-naturschutz.de/pressemitteilungen/bn-und-bund-klagen-gegen-genehmigung-von-wasserkraftwerk-im-iller-mutterbett.html
https://www.bund-naturschutz.de/pressemitteilungen/demo-zum-erhalt-der-iller-am-2-juli-2016.html

Für Rückfragen zum Verlauf der Verhandlung sind wir am 14. November unter folgender Telefonnummern mobil erreichbar:

Für Rückfragen: 

Thomas Frey
Regionalreferent für Schwaben
089 / 548298-63, 0160-95501313
thomas.frey@bund-naturschutz.de

Bernd Kurus-Nägele                                                                                                                         Geschäftsführer BN-Kreisgruppe Neu-Ulm

0173 / 3249171                                                                                                            bundnatnu@aol.com