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Grüne Bilanz 2021: Erfolgreiches Jahr für den BN in der Oberpfalz – der Wind dreht sich für Erneuerbare und für den Walderhalt

BUND Naturschutz in Bayern verzeichnet neuen Mitgliederhöchststand. Großer Erfolg beim Erhalt von 70 Hektar Staatswald bei Weiden und der Rettung des Fischotters. Einsatz gegen Ortsumfahrung Teublitz geht 2022 weiter.

02.02.2022

Der BUND Naturschutz in Bayern zieht für die Oberpfalz eine positive Jahresbilanz für 2021. „Der BUND Naturschutz konnte seine Mitgliederzahl bayernweit um 6000 Personen auf den Höchststand von 261.000 Mitgliedern erhöhen, daran hat auch die hervorragende Arbeit in der Oberpfalz mit all seinen Haupt- und Ehrenamtlichen BN-Mitarbeiter*innen seinen Anteil“, so der BN-Landesvorsitzende Richard Mergner. In der Oberpfalz gab es einen Zuwachs von 18.569 auf 19.590 Mitglieder. „Wir sehen dies als enormen Rückenwind und werden im Jahr 2022 verstärkt Druck machen, damit die Versprechen der bayerischen Staatsregierung und der neuen Ampelkoalition in Berlin zu konsequenterem Klima-, Wald-, und Flächenschutz auch in der Oberpfalz umgesetzt werden!“

Hier ist im Zuge der BN-Tätigkeit besonders der erfolgreiche Bürgerentscheid für den Walderhalt vor der Rodung von knapp 70 Hektar Staatswald für das damals geplante Gewerbegebiet Weiden West IV hervorzuheben. Außerdem freuten sich die BN-Aktiven sehr über die Verleihung des Bayerischen Biodiversitätspreises für das mehrjährige Naturschutzprojekt „Donauinsel Mariaort“ der Kreisgruppe Regensburg. Darüber hinaus sieht der BUND Naturschutz erfolgreiche Bürgerbegehren für die naturverträgliche Errichtung von Windkraftanlagen in Sinzing (Lkr. Regensburg) und Parkstein (Lkr. Neustadt a.d. Waldnaab) sowie für eine Freiflächen-Fotovoltaikanlage bei Sinzing als wichtige Erfolge für die dringend notwendige Energiewende.

Auch im Jahr 2022 wird der BN seine Arbeit in der Oberpfalz in gewohnter Weise fortsetzen und als „grünes Gewissen“ Natureingriffe kritisch begleiten. Dazu gehört beispielsweise der Kampf gegen die geplante Ortsumfahrung Teublitz durch Waldgebiete und Hotspots der Artenvielfalt. „Der Flächenverbrauch, der in der Oberpfalz auch häufig in Verbindung mit Waldrodungen auftritt, und der ausufernde Straßenbau sind die größten Gefahren für den Umwelt- und Naturschutz in Bayern. In der Oberpfalz sind für Straßenbau, Baugebiete und Rohstoffabbau derzeit mehr als 170 Hektar Wald unmittelbar von der Rodung bedroht. So darf es nicht weitergehen, wir werden nicht zulassen, dass weite Teile des Landes unter einer Betondecke verschwinden und reihenweise Wälder gerodet werden“, gibt sich der BN-Regionalreferent für die Oberpfalz Reinhard Scheuerlein kämpferisch.

Ein besonderer Erfolg war im vergangenen Jahr die Unterzeichnung des Streuobstpaktes. Der BN-Landesbeauftragte Martin Geilhufe dazu: „Ein großer Erfolg, bei dem der BN maßgeblich beteiligt war. Das anspruchsvolle Ziel muss es jetzt sein, den Pakt adäquat umzusetzen. Dabei sind wir auch auf die Hilfe von Landwirten, privaten Streuobstwiesenbesitzern und den Kommunen angewiesen.“ In einem ersten Schritt zur Umsetzung wurden bei der Regierung der Oberpfalz 1,5 Stellen und eine weitere Stelle für die drei Landkreise Neumarkt, Amberg-Sulzbach und Regensburg geschaffen. Einige Kreis- und Ortsgruppen des BN im Regierungsbezirk betreuen schon bisher Streuobstwiesen.

In der Oberpfalz hat sich der BUND Naturschutz mit einer erfolgreichen Klage für den Fischotter eingesetzt, der europaweit unter Artenschutz steht und landesweit noch keine stabile Population aufweist. Dabei hatte sich der BN gegen Bescheide der Regierung der Oberpfalz gewandt, die die Tötung von jeweils zwei Fischotter-Männchen in der Landkreisen Tirschenreuth, Schwandorf und Cham erlaubt hätten. Gleichzeitig ruft der BN die Bayerische Staatsregierung dazu auf, betroffene Teichwirte verstärkt mit der Förderung von Schutzmaßnahmen zu unterstützen, um deren auftretende Verluste gering zu halten.

Zum Schutz des gefährdeten Feuersalamanders hat der BN zusammen mit dem Landesbund für Vogelschutz (LBV) und dem Landesverband für Amphibien- und Reptilienschutz (LARS) ein gemeinsames Artenschutzprogramm ins Leben gerufen, welches von der Staatsregierung mit 1,7 Millionen Euro gefördert wird. In der Oberpfalz werden z.B. bei Dietfurt im Landkreis Neumarkt die Larven des Feuersalamanders in den bekannten Laichgebieten gezählt, um einen Überblick über den Status quo zu bekommen und Bestandseinbrüche frühzeitig zu erkennen. Bayernweit gibt es acht Schwerpunktgebiete.

Besonders hervorzuheben ist auch die anstehende Aktion zur  Amphibienrettung. Auch in diesem Jahr betreuen in den Oberpfälzer BN-Kreisgruppen freiwillige Helfer*innen Schutzzäune, um die Tiere auf dem Weg zu ihren Laichgewässern vor dem Tod auf den Straßen zu bewahren. Die bayernweite Aktion rettet jährlich 500.000 bis 700.000 Amphibien das Leben.

Bildmaterial:

frei zur Veröffentlichung im Zusammenhang mit dieser Pressemitteilung

Für Walderhalt und gegen Weiden West IV - erstellt vom BN Bayern

Donauinsel Mariaort – (Bildautor: Winfried Berner)

Übersicht Aktuelle Waldverluste und Planungen Oberpfalz