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Die Blauflügel-Prachtlibelle (Calopteryx virgo): Steckbrief

Die Männchen der Blauflügel-Prachtlibelle sind leicht an der metallisch blauen Farbe und den flächig blau gefärbten Flügeln zu erkennen. Sie hat sich in den letzten Jahrzehnten dank besserer Wasserqualität der Fließgewässer wieder ausgebreitet.

Die Blauflügel-Prachtlibelle (Calopteryx virgo) ist eine große und kräftig gebaute Kleinlibelle mit über acht Millimetern Flügelbreite und einer Spannweite von sechs bis sieben Zentimetern. Beim Männchen ist der Flügel fast bis zur Spitze mit einer grün oder blau schillernden Färbung überzogen. Nur die äußerste Spitze bleibt meist durchsichtig. Das Ende des Hinterleibs ist auf der Unterseite rot. Mit diesem leuchtendem „Schlusslicht“ signalisieren die Männchen dem eroberten Weibchen, um das sie vorher mit auffälligen Balztänzen geworben haben, einen günstigen Ort für die Eiablage.
Das Weibchen trägt eine bronzene bis kupferne Färbung, wobei die Farbe bei sehr alten Tieren zunehmend aufhellt. Das Flügelmal, der kleine Fleck am Ende des Flügels, fehlt bei den Männchen, bei den Weibchen ist es weißlich und von Adern durchzogen.
Die Blauflügel-Prachtlibelle hat in Bayern eine Schwesterart, die Gebänderte Prachtlibelle (Calopteryx splendens). Insbesondere die Weibchen beider Arten sind leicht zu verwechseln. Die Männchen tragen eine blaue Flügelbinde.

Lebensraum der Blauflügel-Prachtlibelle (Calopteryx virgo)

Die Art hält sich vor allem an schnell fließenden, beschatteten und kalten Bächen und Flüssen ab 40 Zentimeter Breite auf. An Teichen und Weihern ist sie zwar gelegentlich zu finden, entwickelt sich hier aber nicht. Blauflügel-Prachtlibellen bevorzugen höhere Lagen bis maximal 900 Meter, sie sind sehr wanderfreudig, häufig suchen sie weit vom Wasser entfernte Ruheplätze auf. Die Eiablage erfolgt bei der Blauflügel-Prachtlibelle nur in Fließgewässern. Die Larven halten sich überwiegend zwischen Wasserpflanzen und Wurzeln auf. Man findet sie aber auch auf Treibgut, unter Steinen, auf Totholz und an unterspülten Ufern.

Biologie der Blauflügel-Prachtlibelle

  • Schlupfzeit: Mai und Juni
  • Flugzeit: Mitte Mai bis August

Gefährdung und Schutzmaßnahmen

Vor allem die Larven der Blauflügel-Prachtlibelle leiden unter der Verschmutzung und Verbauung geeigneter Gewässer. Die Art hat von der verbesserten Gewässerqualität profitiert. Laut der Roten Liste Bayern gilt die Blauflügel-Prachtlibelle nicht als gefährdet. Erhalt und Wiederherstellung naturnaher Abschnitte von Fließgewässern und eine abschnittsweise Uferbepflanzung, bei der eine vollständige Beschattung vermieden wird, sind wirksame Maßnahmen zum Erhalt dieser Art.

Systematik

  • Klasse: Insekten (Insecta)
  • Ordnung: Libellen (Odonata)
  • Unterordnung: Kleinlibellen (Zygoptera)
  • Familie: Prachtlibellen (Calopterygidae)
  • Gattung: Prachtlibellen (Calopteryx)
  • Art: Blauflügel-Prachtlibelle (Calopteryx virgo)