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Steckbriefe: Libellen-Arten in Bayern bestimmen
Libellen bei ihren Flugmanövern zu beobachten fasziniert viele Menschen. Die zahlreichen unterschiedlichen Libellenarten zu bestimmen, stellt allerdings eine Herausforderung dar – nicht zuletzt, weil männliche und weibliche Libellen derselben Art sehr unterschiedlich aussehen können.
Libellen zu bestimmen ist nicht einfach. Um ganz sicher zu sein, welche Art man vor sich hat, empfiehlt sich ein Bestimmungsbuch, da sich viele Arten in zu speziellen Details und auch Männchen und Weibchen derselben Art unterscheiden. Welche Bücher wir Ihnen dazu besonders empfehlen finden Sie unter Literatur am Ende. Für eine erste Orientierung hilft die Unterscheidung in die beiden Unterordnungen Groß- und Kleinlibellen:
| Die wichtigsten Unterscheidungsmerkmale von Groß- und Kleinlibellen | |
|---|---|
| 1. Flügelposition | Sind die Flügel in Ruheposition (sitzend) ausgefaltet und waagerecht abgespreizt? Vermutlich Großlibelle. |
| Liegen die Flügel in Ruheposition (sitzend) zusammengeklappt über dem Rücken? Vermutlich Kleinlibelle. | |
| 2. Körperbau | Ist der Körper eher kräftig und lang, berühren sich die Augen oben? Diese Merkmale deuten auf eine Großlibelle hin. |
| Ist der Körper eher zierlich und dünn, liegen die Augen auseinander an den Seiten des Körpers? Vermutlich Kleinlibelle. | |
Auch gelb/grün-schwarz gestreifte Beine sind ein Hinweis auf verschiedene Großlibellen-Arten wie die Westliche Keiljungfer. Weitere Unterscheidungskriterien sind die Augenfarbe, etwa das Rot vom Großen Granatauge, sowie die Farbe bzw. das Muster des Hinterleibs mit Strichen, Punkten oder Ringen wie bei der Blaugrünen Mosaikjungfer. Und auch die Farbe der Flügel spielt eine Rolle, sind sie durchgängig transparent oder gibt es Muster oder Flecken wie etwa beim Vierfleck?
Großlibellen bestimmen
Die Großlibellen (Anisoptera) sind
- meist größer und kräftiger gebaut als die Kleinlibellen,
- tragen ihre Flügel immer ausgebreitet,
- weltweit gibt es elf Familien der Großlibellen mit etwa 2.800 Arten,
- davon sind 48 Arten aus den Familien der Edellibellen, der Flussjungfern, der Quelljungfern, der Falkenlibellen und der Segellibellen in Bayern nachgewiesen.
Kleinlibellen bestimmen
Kleinlibellen (Zygoptera)
- haben einen langen und dünnen Körperbau sowie
- weit auseinander stehende Augen,
- ihre vier Flügel sind gleichartig geformt,
- die Flügel werden im Ruhezustand bei den meisten Arten nach oben geschlagen, eine Ausnahme bilden zum Beispiel die Lestiden;
- ihr Flug ist relativ langsam und unregelmäßig.
Weltweit zählen nach derzeitigem Kenntnisstand mindestens 27 Familien mit etwa 3.000 Arten zu den Kleinlibellen. In Deutschland kommen vier Kleinlibellen-Familien vor (Prachtlibellen, Teichjungfern – auch Binsenjungfern genannt –, Federlibellen, Schlanklibellen). Für Bayern wurden 28 Kleinlibellen-Arten nachgewiesen.























































































