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Summende Sieben: Bayerns häufigste Hummelarten

In Bayern gibt es 41 Arten von Hummeln. An der Färbung ihres Pelzes kann man die einzelnen Arten unterscheiden. Wir stellen die sieben häufigsten Hummelarten vor und zeigen, wie man sie bestimmt. 


Bestimmungsschlüssel: Hummeln unterscheiden




Ackerhummel (Bombus pascuorum)

Aussehen

Der Hinterleib der Ackerhummel ist grauschwarz und hell gestreift, die Spitze des Hinterleibs ist gelblich bis rötlichbraun gefärbt. Die Färbung ist recht variabel, so dass auch Exemplare mit rotbraunem oder grauschwarzem Körper vorkommen.

Vorkommen

Die Art ist häufig und zwischen der Nordsee und den Alpen bis in eine Höhe von etwa 1700 Metern verbreitet. Sie besiedelt als Kulturfolger Lebensräume wie Wiesen, Weiden, Brachland, Gräben und Böschungen, Straßen-, Weg- und Feldränder sowie Gärten und Parks, aber auch Wälder. Meist sind die Ackerhummeln ab Anfang April zu beobachten.

Wissenswertes

Im Frühling kann man die Königin knapp über der Vegetation herumfliegen sehen. Dabei sucht sie Hohlräume wie Erdlöcher oder Nischen unter Totholz für ihr Nest. Beliebt sind alte Mäusenester, aber auch Nistkästen besiedelt sie gern.


Baumhummel (Bombus hypnorum)

Aussehen

Baumhummeln sind typischerweise oberseits orangebraun behaart, haben einen schwarzen Hinterleib und ein weißes Körperende.

Vorkommen

Die Baumhummel kommt in ganz Europa vor: in lichten Wäldern, an Waldrändern, in Parkanlagen und in Gärten. Sie ist von Ende März bis Ende August anzutreffen. 

Wissenswertes

Die Baumhummel baut ihre Nester immer oberirdisch, etwa in Mauerspalten, Nisthöhlen, Dachböden und Ställen. Als echter Langstreckenflieger legt diese Hummelart bis zu zwei Kilometer zu ihrer Futterquelle zurück. In der Nähe ihres Nestes zeigt die Baumhummel ein ausgeprägtes Verteidigungsverhalten. Dabei kann es durchaus vorkommen, dass sie einen Menschen so lange anfliegt, bis er sich vom Nest entfernt.


Bunte Hummel (Bombus sylvarum)

Aussehen

Die Bunte Hummel ist durch ihre auffällige Färbung relativ leicht zu bestimmen. Am Kopf haben die Bunten Hummeln einen weißen Flaum; der schwarze Brustkörper ist ringförmig von weißen Härchen umrandet. Der ebenfalls schwarze Hinterleib ist hell gestreift, wobei die hintere Spitze orange gefärbt ist.

Vorkommen

Anders als ihr lateinischer Name Bomus Sylvarum, "Waldhummel", vermuten lässt, kommt diese Hummelart kaum im Wald vor. Sie bevorzugt offene Flächen. Auf Wiesen, in Gebüschen oder an Waldrändern fühlt sie sich wohl.

Wissenswertes

Die Bunte Hummel ist nicht nur auffällig gezeichnet, man kann sie auch gut hören, denn sie kann sehr laut brummen.


Dunkle Erdhummel (Bombus terrestris)

Aussehen

Die Dunkle Erdhummel ist eine unserer größten und häufigsten Hummelarten. Sie ist schwarz hat zwei gelbe Querbinden und eine weiße Hinterleibsspitze.

Vorkommen

Erdhummeln sind klassische Kulturfolger. Als Generalisten fühlen sie sich fast überall wohl. Sie kommen in Gärten, Parks, an Straßen und in Wiesen vor. Ihre Kolonien bauen sie meist unterirdisch in verlassenen Mäusenestern auf.

Die Erdhummeln zählen zu den ersten Hummeln, die man im Jahr beobachten kann. Bereits ab Ende Februar kann man die jungen Königinnen sehen, wenn sie nach einer Stelle für ihr Hummelnest suchen.

Wissenswertes

Die Erdhummel ist die wichtigste Art in der kommerziellen Hummelzucht. Sie wird im Treibhausanbau vor allem zur Bestäubung von Tomaten eingesetzt. Die Helle Erdhummel (Bombus Lucorum), die "Zwillingsschwester" der Dunklen Erdhummel, ist von Letzterer fast nicht zu unterscheiden - allenfalls mit einer Lupe. Wenn die erste gelbe Querbinde extrem hell ist, geht man in der Regel von der Hellen Erdhummel aus.


Gartenhummel (Bombus hortorum)

Aussehen

Die Gartenhummel weist an vorderen und hinteren Rand des Brustkörpers jeweils eine goldgelbe Binde auf; dazwischen ist sie schwarz gefärbt. Auch der erste Teil des Hinterleibs ist goldgelb, der Mittelteil ist schwarz, das Ende des Hinterleibs weiß bepelzt.

Vorkommen

Die Gartenhummel kommt in ganz Europa vor. Man findet sie an Waldrändern, angrenzenden Wiesen, auf Streuobstwiesen, in Parks und Gärten und an Böschungen und Dämmen. Gartenhummeln sind ab Mitte April zu beobachten.

Wissenswertes

Gartenhummeln haben einen besonders langen Rüssel, weshalb sie bevorzugt Pflanzen mit einer langen Blütenröhre besuchen, beispielsweise Wiesenklee, Disteln oder Eisenhut.


Steinhummel (Bombus lapidarius)

Aussehen

Die Steinhummel ist größtenteils schwarz, das Ende des Hinterleibs ist braunrot. Männliche Steinhummeln haben eine gelbe Binde auf dem „Oberkörper“. Es gibt eine ganze Reihe ähnlich aussehender Arten, die aber meist viel seltener sind.

Vorkommen

Steinhummeln kommen vom Flachland bis in Mittelgebirge bis auf 1300 Metern Höhe vor. Dabei besiedeln sie fast alle Lebensräume von offenen Wiesen und Weiden über Feldgehölze und Gebüsche, bis hin zu Böschungen und Wegrändern ebenso wie Waldränder, Gärten und Parkanlagen. SIe fliegen ab Mitte März.

Wissenswertes

Steinhummeln legen ihre Nester gern unter Steinhaufen oder Mauern an, woher der Name kommt. Sie sind aber besonders flexibel, weshalb sie auch Strohballen oder verlassene Vogelnester besiedeln. Die Steinhummel gehört zu den Langschläfern unter den Hummeln. Ihre Sammelflüge beginnt sie erst zwei bis drei Stunden nach Sonnenaufgang und beendet sie auch schon wieder vor Sonnenuntergang.


Wiesenhummel (Bombus pratorum)

Aussehen

Die Wiesenhummeln gehören zu den kleineren Hummelarten. Sie ist schwarz gefärbt. Ihr Kragen sowie das zweite Segment und das Ende des Hinterleibs sind gelb. Farbvariationen sind möglich.

Vorkommen

Die Wiesenhummel mag offenes Gelände wie Wiesen, Weiden und Felder, Parks und Gärten sowie lichte Wälder. Man findet sie ab Mitte März vom Flachland bis auf über 2000 Meter Höhe.

Wissenswertes

Die Wiesenhummel gehört zu den Arten, die man als erste im Jahr beobachten kann. Schon ab Mitte März gehen die Königinnen auf die Suche nach Nistplätzen. Sogar bei Schnee und starkem Schneefall sind sie manchmal unterwegs. Um fliegen zu können, muss die Wiesenhummel ihren Körper auf etwa 35 Grad aufheizen. Durch Vibrationen mit ihrer starken Brustmuskulatur schafft sie das schon ab wenigen Grad über Null.


Kuckuckshummeln

Der Kuckuck legt seine Eier bekanntlich in die Nester anderer Vögel und lässt diese das Brutgeschäft verrichten. Das gibt es auch bei den Hummeln: Die „Kuckuckshummeln“ genannten Arten dringen in die Nester anderer Hummelarten ein und legen dort ihre Eier ab. Das fremde Hummelvolk brütet die Eier aus und zieht die kleinen Hummeln auf.

Die Weibchen der europäischen Kuckuckshummeln ähneln oft in ihrer Färbung und Zeichnung ihren Wirtsarten. Jedoch haben die Kuckuckshummeln keine besondere Beinbehaarung zum Sammeln von Pollen. Die Streifen in der Färbung des Pelzes sind oft nicht geschlossen, so dass sie eher fleckig aussehen. Zudem haben Kuckuckshummeln oft sehr dunkel gefärbte Flügel, ähnlich den getönten Scheiben mancher Autos.