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Binnenschifffahrt gern – aber ökologisch

Auch wenn Bayern keinen Meerzugang hat: Schiffe können auch hierzulande ein sinnvolles Mittel für den Verkehr sein und den Transport von Gütern oder Personen übernehmen. Doch Erhalt und Schutz von Landschaft und Gewässerökologie müssen stets im Vordergrund stehen, denn die Nutzung von Wasserwegen wirkt sich regelmäßig auf empfindliche Ökosysteme aus.

Bei der Binnenschifffahrt muss in zwei Bereiche unterschieden werden, in Gütertransporte sowie in Freizeit- und Tourismusbootsverkehr – beide besitzen Verbesserungspotenzial. Die Schifffahrt in Bayern kann für den Transport durchaus ökologische Vorteile haben, wenn unerwünschte Effekte wie Emissionen, Wellenschlag bzw. Verwirbelung minimiert werden. Zudem ist ganz entscheidend, dass Baumaßnahmen wie Vertiefungen, Kanalisierungen oder Staustufen den natürlichen Zustand der Gewässer nicht beeinträchtigen. Bei den Bundeswasserstraßen (Main und Donau) ist somit das Erreichen des guten ökologischen Zustands nach Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) das vorrangige Ziel. Anstatt die „Wasserstraßen“ in Richtung der Schiffe anzupassen, sollten vielmehr geeignete Schiffe zum Einsatz kommen.

Der BN fordert für eine ökologische Binnenschifffahrt:

Ziel: „Guter ökologischer Zustand“ nach Wasserrahmenrichtlinie (WRRL)

Für die Bundeswasserstraßen in Bayern (Main und Donau) müssen guter ökologischer Zustand und gutes ökologisches Potenzial nach der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) erreicht werden. Ausbaumaßnahmen, die die Funktionalität der Flüsse in Korrespondenz mit dem Umland einschränken oder negativ beeinflussen, sind zu unterlassen.

Veränderung von Flussfunktionen durch Baumaßnahmen verbessern

Aktuelle Baumaßnahmen für bessere Schifffahrtsbedingungen im Donauabschnitt Straubing-Vilshofen mit flussregulierenden Einbauten (nach „Variante A“) sind so zu gestalten, dass die Funktionen des Flusses im Naturhaushalt verbessert werden (Fischlebensräume, Altwässer, Auen, Grundwasseraustausch: „Variante A+“).

Renaturierungsprogramme für lebendige Flüsse

Für „lebendige Flüsse“ müssen Flüsse und Auen in ihrer Funktion als natürlicher Lebens- und Retentionsraum wieder hergestellt werden. Durch Renaturierungsprogramme müssen ökologische Schäden, die auch durch Ausbaumaßnahmen für die Binnenschifffahrt entstanden sind, so weit wie möglich korrigiert werden.

Binnenflotte ertüchtigen, Flußverhältnisse zum Maßstab machen

Um zum klima- und umweltgerechten Verkehr beizutragen, muss sich die Binnenschifffahrt an den Verhältnissen der Flüsse orientieren, etwa durch entsprechende Schiffsgrößen, Berücksichtigung von Hoch- und Niedrigwasserperioden bei der Transportplanung. Um Treibhausgasemissionen und Feinstaubbelastungen zu vermeiden sind in der Binnenflotte erhebliche Anstrengungen nötig.

Ökonomischen Nutzen überprüfen, Subventionen streichen

Es ist zu prüfen, welche Schifffahrtsstraßen unter volkswirtschaftlichen Anforderungen tatsächlich erhalten werden müssen. Anstelle von Ausbauprogrammen für die Bundeswasserstraßen in Bayern ist ein ökologisches Rückbau- und Verbesserungsprogramm aufzulegen.
Haushaltsmittel, die nicht mehr für die Binnenschifffahrt benötigt werden, sind zur Optimierung des Schienenverkehrs umzuwidmen.

Verwaltungsmaxime "lebendige Flüsse" statt "Ausbau der Schifffahrt"

Die Bundeswasserstraßenverwaltung hat künftig die Ziele „lebendige Flüsse“ und „Erreichen der Vorgaben der Wasserrahmenrichtlinie“ zur Grundlage ihrer Arbeit zu machen.