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Wir schützen Bayerns Fluss-Ökosysteme!

Die Geschichte des BUND Naturschutz (BN) ist eine des Kampfes für Flüsse und Auen in Bayern. Dass die Donau heute in einigen Abschnitten noch frei strömen darf, ist nicht zuletzt dem Engagement unserer Aktiven zu verdanken. Erfahren Sie hier mehr zu unseren Erfolgen und Projekten!

Der Donaudurchbruch – ohne BN gäbe es ihn heute nicht mehr.
Der Donaudurchbruch – ohne BN gäbe es ihn heute nicht mehr. (Foto: Wolfgang Willner)

Im Wasser von Quellen, Bächen und Flüssen spiegelt sich vieles – auch der Umgang der Menschen mit der Natur. Für manche sind Fließgewässer nicht viel mehr als Vorfluter, Abflüsse, Kanäle, Kühlwasser und Transportwege. Für andere sind sie Lebenswege, Lebensadern, Kraftorte, Symbole und Verbindungsstränge zwischen Mensch und Natur. Sie wissen, welch einmalig reiche und doch so verletzliche Lebensräume unsere Flüsse und Auen sind.

Das Motiv für den Schutz unserer Flussökosysteme hat sich in den letzten 50 Jahren stark gewandelt. Erst war es der Schock über Schmutzfrachten, Schaumteppiche und tote Fische, über Regulierungen und Stauungen. Heute geht es um weit mehr: Es geht um die Bewahrung und vor allem die Wiederherstellung der Dynamik und Artenvielfalt von Fluss- und Aue-Ökosystemen. Dafür brauchen Gewässer wieder mehr Raum – mehr Raum zum Leben.

Flussallianzen in Bayern

Hierfür hat die Europäische Kommission wegweisende europäische Vorgaben wie die Wasserrahmenrichtlinie oder Natura 2000 erlassen. Doch sie werden von den Mitgliedstaaten, gerade auch von Deutschland, zu zögerlich umgesetzt. Oft können nur wenig anspruchsvolle Maßnahmen durchgeführt werden, weil die nötige Fläche nicht verfügbar ist und mehr Dynamik für unsere Flüsse letztlich auch den Mut zum „Zulassen“ erfordert. . Daher haben sich schon vor mehr als 20 Jahren und verstärkt in den letzten zehn Jahren die Gewässerschützer im BUND Naturschutz mit anderen Gruppen zusammengeschlossen. Sie alle eint das Ziel naturnäherer Flüsse. Diese Flussallianzen für die Isar, die Mangfall, die Vils, den Main und viele andere sind schlagkräftiger und verleihen den Flüssen eine mächtige Stimme. Ein Netzwerk von Gewässerschützern für das Netzwerk des Lebens – die Flüsse.

Flurbereinigung an Fließgewässern

Tost noch – dank BN: die Partnachklamm
Tost dank BN noch: die Partnachklamm (Foto: fotolia.com/ihorga)

Erste Flurbereinigungsmaßnahmen gab es schon nach dem Ersten Weltkrieg. Damals wurden Bäche oft begradigt, um Land urbar zu machen. Durch den Energiehunger der Wirtschaftswunderzeit ging es dann in den 1950er-Jahren den Flüssen vollends „an den Kragen“. Es wurden zahllose Stauwehre zur Energiegewinnung gebaut. Professor Otto Kraus, Bayerns erster hauptamtlicher Naturschützer, setzte sich vehement gegen diese Verbauung ein. Seine wenigen, auch mit Unterstützung des BN, zäh errungenen Erfolge retteten Juwelen des Artenreichtums, zum Beispiel die Pupplinger Au an der Isar, die Partnachklamm oder die Litzauer Lechschleife.

Schmerzliche Niederlagen…

Der Großteil der Flüsse wurde aber durch Stauwehre und Kanäle verbaut. So war der Kampf um Bayerns Fließgewässer geprägt von schmerzlichen Niederlagen. Bis in die 1970er-Jahre wurde gestaut und begradigt, was das Zeug hielt. Man wollte Siedlungen und Ackerland vor Hochwasser schützen und überflutetes Land als Gewerbe-, Siedlungs- oder Anbauflächen für die Landwirtschaft gewinnen. Ziel aller Maßnahmen war es, Wasser durch Entwässerung und Begradigung schnell aus der Landschaft abzuleiten. 1974 legte der BN dann ein Konzept für ökologische Schutzbereiche in Bayerns Flusslandschaften vor. Doch erst allmählich setzte sich die Erkenntnis durch, dass die Verbauung unserer Flüsse zu einem enormen Verlust von naturnahen Lebensräumen und damit von Artenreichtum führt. Viele Fischarten sind heute in Bayern gefährdet, zahlreiche Muschelarten bereits ausgestorben. Gleichzeitig stieg die Hochwasser- und Bodenerosionsgefahr.

…große Erfolge

In den 1970er-Jahren gab es zum Schrecken der Gewässerschützer reihenweise Pläne für große Trinkwasser-Talsperren wie im Hafenlohrtal oder Hochwasser-Rückhaltebecken wie im Rotmaintal. Ein Teil dieser Projekte ist realisiert worden, viele konnten aber durch den anhaltenden Widerstand von Naturschützern und Bevölkerung verhindert werden. Zu diesen großen Erfolgen des Naturschutzes gehören heute die Rettung des Donaudurchbruchs sowie der frei fließenden Donau zwischen Straubing und Vilshofen, der Litzauer Schleife, des Hafenlohr-, Rotmain- und Püttlachtals, der Salzach und der Waldnaab-Aue oberhalb von Falkenberg in der Oberpfalz. All diese Siege gingen mit einem vom BN unterstützten Prozess des Umdenkens in der Wasserwirtschaft einher. So gibt es heute glücklicherweise zahlreiche Renaturierungsprojekte an bayerischen Gewässern – nicht selten genau dort, wo BN-Gruppen sich seit vielen Jahrzehnten für lebendige Flüsse einsetzen. Und auch wenn diese Vorhaben noch zu wenige und oft zu langwierig sind, so weisen sie doch in die richtige Richtung.


Erfolge und Projekte im Fluss- und Auenschutz


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