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BN fordert Konsequenz aus dem Skandal um Nitrofen in Biofutter

BN für verbesserte Kontrollen im Biosektor und weitere Weichenstellung der Bundesregierung pro Ökolandbau

28.05.2002

Nach dem Bekanntwerden der Rückstandsprobleme bei Ökoputenfleisch und Wurst durch die Verfütterung von belastetem Ökoweizen haben die privaten Öko-Kontrollstellen möglicherweise zu spät reagiert und die Behörden zu spät eingeschaltet, kritisierte der Bund Naturschutz. Die Vorgänge müssten umgehend rückhaltlos aufgeklärt werden. Manipulationen durch das Inverkehrbringen von belasteten Futtermitteln müssen streng geahndet werden.
Als Konsequenz fordert der BN, die "Kontrolle der Kontrolle" im Biobereich einer gründlichen Überprüfung zu unterziehen.
Die staatlichen Kontrollstellen, die für die Überwachung der privaten Kontrollstellen zuständig sind, sind personell nur sehr knapp ausgestattet, und unterstehen der Länderhoheit. Ein einheitlicher bundesweiter Vollzug sei jedoch dringend erforderlich, ebenso wie ein EU einheitliches Vorgehen.

Bundesministerin Künast hat mit der agrarpolitischen Weichenstellung in Richtung Ökolandbau, Reduzierung von Agrargiften und artgerechter Tierhaltung eine im Sinne des Umweltschutzes positive Weichenstellung eingeleitet. Diese gilt es weiter auszubauen, um den Gifteinsatz bei der Lebensmittelproduktion langfristig zu beenden und zu naturverträglichen Systemen zurückzugelangen.

Den Skandal zu nutzen, um den ökologischen Landbau generell zu diskreditieren, sei unredlich, so der BN. Er treffe die Biobauern, die sich seit Jahrzehnten engagiert für eine naturgemäße und umweltschonende Wirtschaftsweise einsetzten. Der Ökologische Landbau entstand vor vielen Jahren als Alternative zum Einsatz von Agrarchemikalien. Das jetzt in der Diskussion stehende Mittel war bis zu seinem Verbot ganz regulär in der konventionellen Landwirtschaft im Einsatz.


Für Rückfragen:
Marion Ruppaner, BN Agrarreferentin
Tel. 0911/81 87 8-20
Fax 0911/86 95 68