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Laubfrosch (Hyla arborea): Steckbrief

Unter den heimischen Amphibien ist der Laubfrosch die einzige Art, die sehr gut klettern kann. Mithilfe von Haftscheiben an Finger- und Zehenspitzen klettern die kleinen Frösche gerne in Büsche und Bäume und sind im Laub hervorragend getarnt – daher der Name.

Laubfrosch mit gut sichtbarer Schallblase unter dem Maul
Die Männchen der blattgrün gefärbten Laubfrösche haben eine große Schallblase unter dem Maul. (Foto: Wolfgang Willner)

Laubfrösche stimmen in warmen Mai- und Juninächten ein lautstarkes Balzkonzert an: Die „äp-äp-äp-Rufe“ der Männchen sind trotz der geringen Größe von nur drei bis 4,5 Zentimeter weithin hörbar. Waren sie früher in jedem Dorfteich zu finden, zählt der Laubfrosch derzeit zu den Amphibienarten mit bayernweit besonders massiven Bestandseinbrüchen.

Schädlich sind besonders die Drainage weiter Bereiche der Talauen, der Verlust der natürlicher Dynamik an unseren Flüssen, die Absenkung des Grundwasserstands und auch die meist nicht angepasste Fischhaltung an vielen Teichen.

Die Eier legt das Laubfroschweibchen während des Spätfrühlings und Frühsommers in mehreren Eipaketen von 30-80 Eiern in reich verkrauteten, sonnigen Gewässern ab. Im Sommer laicht sie so bis zu 1.000 Eier. Tagsüber nutzen Laubfrösche die für ihr Laichgewässer typischen vielfältig strukturierten Uferbereiche. Diese weisen Röhrichtzonen, Hochstaudenfluren und Weidenbüsche als Jagdreviere und Sonnenplätze auf. Lichte Auwälder, feuchte Wiesen und Weiden, Hecken und Waldsäume sowie Abgrabungen wie Kies-, Sand- und Tongruben sind die Sommerlebensräume des kleinen Froschs.

Als einzige heimische Amphibienart klettert er mit seinen Saugnäpfen an Fingern und Zehen geschickt an höheren Pflanzen und Bäumen empor. Diese Bereiche nutzt er auch während der Balzzeit zum Ausruhen und Sonnen sowie zum Fangen vorüberfliegender Insekten. Ideal sind dicke Brombeerhecken, in denen die Fröschchen besonders gut vor Feinden geschützt sind!

Die Färbung des Rückens kann durch Pigmentverlagerungen hervorragend an den Untergrund angepasst werden, sodass die Tiere dann kaum auffindbar in Zweigen und Laub sitzen.

Der Laubfrosch gilt nach Roter Liste Bayern als stark gefährdet (Status 2). Er genießt auch europaweit einen besonderen Schutzstatus (FFH-Art).

Merkmale des Laubfroschs (Hyla arborea)

Laubfrosch klettert einen Ast hinauf
Laubfrösche können als einzige Froschart gut klettern, dabei helfen ihnen Haftscheiben an Fingern und Zehen. (Foto: Wolfgang Willner)

Größe: 4 bis 5 cm, selten 6 cm
Sehr variable Grüntöne, meist blattgrün
Unterseite weiß bis gelblich
Waagerechte Pupille
Haftscheiben an Zehen und Fingern
Wissenschaftlicher Name: Hyla arborea

Systematik

Klasse: Lurche (Amphibia)
Ordnung: Froschlurche (Anura)
Familie: Laubfrösche i.w.S. (Hylidae)
Unterfamilie: Hylinae
Gattung: Laubfrösche (Hyla)
Art: Europäischer Laubfrosch (Hyla arborea)