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Teichmolch (Lissotriton vulgaris): Steckbrief

Der Teichmolch ist die häufigste heimische Molchart. Er nimmt auch Gartenteiche gern als Laichgewässer an, die Gärten müssen allerdings naturnah und giftfrei gepflegt werden.

Ein Teichmolch schwimmt in dichter Vegetation über Steine.
Der schlanke Teichmolch ist der in Bayern häufigste Molch. (Foto: Wolfgang Willner)

Der Teichmolch ist – noch – unsere häufigste Molchart. Sie ist ab März bevorzugt in besonnten, wasserpflanzenreichen Pfützen, Tümpeln oder Teichen anzutreffen. In abwechslungsreichen, naturnahen Gärten nimmt sie auch Gartenteiche bereitwillig an, die Teiche sollten aber nicht mit Fischen besetzt sein.

Interessant ist bei allen Molchen die Balz: Im Gegensatz zu den Fröschen und Kröten, die ihre Balz durch Rufe anzeigen, sind die Molche stumm. Paarungsbereite Männchen entwickeln im Wasser ein Hochzeitskleid, das beim Teichmolch einen prächtigen Kamm zeigt. Während des Balztanzes geben die Männchen im Wasser Duftstoffe ab, die dem Weibchen mit dem Schwanz zugefächelt werden. Hat sich das Weibchen beeindrucken lassen, so setzt das Männchen ein Samenpaket auf dem Gewässerboden ab, das dann von der Partnerin mit dem Hinterleib aufgenommen wird. Einige Tage nach der Befruchtung heftet das Weibchen etwa 100 bis 300 Eier einzeln in gefaltete Blätter von Wasserpflanzen. Die Atmung der Larven erfolgt bis zur Umwandlung in das erwachsene Tier über am Hinterkopf befindliche Kiemenbüschel.

Teichmolche kann man tagsüber am besten im Mai und Juni beobachten, wenn die Tiere zum Atmen zwischen dem Balzgeschäft an die Wasseroberfläche kommen müssen. An kühlen Tagen reicht die Hautatmung, so dass sie selten auftauchen.

Metamorphosierte Jungmolche und erwachsene Molche verlassen im Sommer das Gewässer und wandern in die Landlebensräume. Dabei können die Tiere viele hundert Meter wandern, auch über recht trockene Gebiete.

Der Teichmolch ist in Bayern nicht gefährdet.

Merkmale des Teichmolchs (Lissotriton vulgaris)

Ein pflanzenreicher, sonniger Teich als idealer Lebensraum für den Teichmolch
Der bevorzugte Lebensraum des Teichmolchs ist pflanzenreich und ohne oder mit angepasstem Fischbesatz (Foto: Wolfgang Willner)
  • Männchen (Landtracht): Bauch gelb bis orange mit großen dunklen Flecken; Rücken gelb- bis olivbraun
  • Weibchen: Rücken sandbraun, Bauch gelb bis olivbraun mit kleinen, verwaschen-dunkle Punkte
  • Wissenschaftlicher Name: Lissotriton vulgaris

Systematik

Klasse: Lurche (Amphibia)
Ordnung: Schwanzlurche (Caudata)
Überfamilie: Salamanderverwandte (Salamandroidea)
Familie: Echte Salamander (Salamandridae)
Gattung: (Lissotriton)
Art: Teichmolch (Lissotriton vulgaris)