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Tiere und Pflanzen

Frau Generalin Berta Habersack

Die treueste Wartaweilerin

Vor der Jahrhundertwende wurden am Ammerseegebiet Manöver abgehalten, denen der königlich bayerische General der Artillerie, Ferdinand Habersack, zugeordnet war. Er fand diese Gegend so schön, dass er davon nicht mehr loskommen wollte. Mit dem Fahrrad wurde von Mühlfeld bis Fischen die Gegend abgeradelt - und endlich, im Jahre 1898, war es soweit - dass ein Herrschinger und zwei Erlinger Bauern einen Grund an Habersack verkauften.
Im Jahre 1938 starb General Habersack und Frau Berta wurde Alleinbesitzerin dieses Grundstücks mit 800 Meter Seeufer. Frau „General" Habersack, die der damaligen Sitte nach überall so betitelt wurde, hatte sich schon seit Kindesbeinen an mit Fragen über den Natur- und Tierschutzes beschäftigt.

Berta Habersack wurde am 16. Juni 1871 als Tochter eines angesehenen Juweliers in der Münchner Innenstadt geboren, drei Viertel ihres Lebens verbrachte sie in Wartaweil. 1947 stellte sie ihr Haus dem Bund Naturschutz für Kurse und Lehrgänge zur Verfügung und im Jahre 1957 schenkte sie ihren Besitz zur Verwendung für Naturschutzzwecke dem Bund Naturschutz in Bayern.  

Die Quelle dieser Zeilen möchte vor allem den damaligen, unvergessenen Geschäftsführer des Bundes Naturschutz, Luitpold Rueß erwähnen, der sich um die Schenkung Wartaweil sehr verdient gemacht hat.

Am 15. Januar 1959 starb Frau Habersack im 88. Lebensjahr.
Ihrem Wunsche gemäß wurde die Urne in ihrem selbst gepflanzten Wartaweiler Park beigesetzt.

Prinzip der Nachhaltigkeit

 

Berta Habersack hatte mit ihrem Stiftungsgedanken, ihr Anwesen dem Bund Naturschutz zu überschreiben, unter der Bedingung, dass auch zukünftige Generationen dem Naturschutzgedanken bewusst betonen und fördern. Ebenso umsichtig war sie im nachhaltigen Handeln, indem sie nur Handwerker aus ihrer Gemeinde Erling beschäftigte und der Einkauf wurde fast ausschließlich in der Erlinger Kramerei vorgenommen.

Damals hatte die Gemeinde Erling niedrige Gemeindesteuern und der Andechser Bierpfennig verhalf Erling zu einer der bestsituierten Gemeinden im Umkreis.

Von der sozialen Einstellung Berta Habersacks zeugt die Verfügung, wonach ihr guter Hausgeist, Fräulein Karoline Siler (in Alt-Erling und Alt-Herrsching nur als „Lini" bekannt), in die Stiftungsurkunde miteinbezogen wurde und freie Wohnung bis zu ihrem Lebensende erhielt.

Dr. Wünnenberg verfasste ein Nekrolog über diese Frau, der auch im "Wartaweiler Heft" zum Abdruck kommen soll: (Herausgeben von Gustl Empfenzeder, seiner Zeit Kulturreferent der Gemeinde Herrsching)

„Wie kommt diese Frau zu dieser Tat? Eine sehr lebendige, alte Dame tritt uns entgegen. Die Kultur einer vergangenen Epoche spiegelt sich warm und herzlich in ihren Augen - etwas, das heute unwiederbringlich verloren scheint. Ein Geist, für den das Materielle nur eine untergeordnete Rolle spielt, dazu eine angeborene und im hohen Alter immer zu spontaner Begeisterung aufgelegte Naturliebe."

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