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Energiespardorf Bayern

Die Idee: Das experimentelle Dorfmodell

Wie stellt man eigentlich die Stromversorgung eines ganzen Dorfes sicher? Und wie schafft man es gleichzeitig den CO2-Ausstoß zu senken, den Flächenverbrauch zu vermindern und die Nahrungsmittelproduktion im Auge zu behalten? Und wie kann man dabei die unterschiedlichen Interessen in der Gesellschaft unter einen Hut bringen? Antworten auf diese Fragen können durch das innovative Projekt „Energiespardorf Bayern“ des BUND Naturschutz gemeinsam in der Gruppe entwickelt werden.

Projekt für Groß und Klein

Wie das funktioniert, können Interessierte aller Altersstufen, aber insbesondere Schüler und Schülerinnen an vier verschiedenen Standorten in Bayern am Modell des Energiespardorfs (ESD) herausfinden. Nach dem erfolgreichen Start in den Regionen München und Ingolstadt kommt das Energiespardorf ab diesem Jahr auch nach Nordbayern (Region Nürnberg und Oberpfalz-Nord).  Das Projekt steht hier interessierten Schulen (4. bis 12. Klasse), sowie sonstigen Einrichtungen zur Verfügung und wird von speziell geschulten Kursleiter*innen des BUND Naturschutz im Rahmen von dreistündigen Workshops vorgestellt.

Worum geht es?

Das „Energiespardorf Bayern“ ist ein interaktives Modell einer durchschnittlichen bayrischen Gemeinde mit Wohnhäusern, Kleingewerbe und Landwirtschaft. Ebenso durchschnittlich ist der Energieverbrauch dieser Gemeinde. Bei einem Workshop mit dem Energiespardorf geht es nicht alleine um Energieaspekte, sondern auch auf die Auswirkungen auf Umwelt, Klima und Landschaftsbild.

So funktioniert’s

Kern des Konzeptes ist das selbstständige Erforschen von Energiethemen und deren Zusammenhänge im Umfeld einer Gemeinde. Ziel soll sein, die Energieversorgung klimafreundlich zu gestalten, die Umwelt zu schonen und die regionale Versorgung mit Lebensmitteln zu sichern.

Was Energie überhaupt ist, wie sie erzeugt und verbraucht wird und was das für Auswirkungen auf Umwelt und das Klima hat, wird den Kursteilnehmern in einer ersten Phase anschaulich in Mitmach-Experimenten vermittelt.

Auf dem modular aufgebauten Brett (5 x 1,5 m) werden die Modell-Häuser mit Niederspannung (12V) versorgt. In einer zweiten Phase wird dann Hand ans Modelldorf gelegt: Hier lernen die Kursteilnehmer, Einfluss auf den Energieverbrauch zu nehmen. Hier kommt es regelmäßig zu spannenden Erkenntnissen: ist Kühlschrank oder Computer der größere „Stromfresser“? Wer entscheidet, wo unser Strom herkommt? Was machen Biogasanlagen mit der Landschaft? Und was haben Moore überhaupt in einem Energiespar-Modelldorf zu suchen?

Die dritte Phase beleuchtet intensiv die demokratische Dimension der Energiewende. In einem Rollenspiel, in dem die Kursteilnehmer verschiedene Interessensgruppen wie Stromerzeuger, Energieanbieter oder Landwirte vertreten, werden Entscheidungen für die Kommune getroffen. Die Kursteilnehmer erfahren: Wer will was warum? Und: wie können wir das größtmögliche Gemeinwohl für unsere Gemeinde einrichten?

Empfohlene Vorbereitung der Klasse

Physik: Kenntnisse bzgl. Leistung und Energie, Wirkungsgrad hilfreich

Sozialkunde: Kenntnisse über Kommunale Selbstverwaltung, politische Einflussmöglichkeiten

Deutsch: Kenntnisse über Diskussionsmethoden, ggf. Diskussionsregeln, z.B. im Gemeinderat

Geographie: Kenntnisse über Stromversorgung, Klimawandel, weltweite Energievorräte

Biologie: Verdauungsprozesse bei Rindern, Entstehung Methan, Entstehung CO2 und O2 bei Menschen, Tieren und Pflanzen. Auswirkung tierischer/pflanzlicher Nahrung

 

Wir freuen uns über die Förderung des bayerischen Wirtschaftsministeriums

Das BUND Naturschutz-Projekt „Energiespardorf Bayern“ hat Pilotcharakter: Seine innovativer Ansatz wird vom Bayerischen Wirtschaftsministerium gefördert. Die beteiligten BUND Naturschutz-Kreisgruppen in den Regionen übernehmen die Organisation und Verwaltung vor Ort. Die Gesamtkoordination erfolgt durch das Naturschutz- und Jugendzentrum Wartaweil am Ammersee. Dort wurde das Modell entwickelt und in Zusammenarbeit mit der Caritas Landsberg und Asylantenklassen der Berufsschule Mindelheim gebaut.

Bei den neu entwickelten Modellen sind neben dem Stromverbrauch und der –erzeugung auch anderen Aspekte der Energieversorgung (Wärme, Mobilität) bereits angelegt und mitgedacht. Für diese Aspekte sollen in den nächsten Jahren ebenfalls pädagogisch-technische Umsetzungsmöglichkeiten gefunden werden.  

Damit steht mit dem Energiespardorf Bayern auch in Zukunft ein neues, effektives Hilfsmittel für die Bildungsarbeit zur Verfügung, um Menschen aller Altersklassen und insbesondere den Energienutzern von morgen die Energiewende spannend und interaktiv nahe zu bringen.

Wenn Sie jetzt neugierig geworden sind, würden wir uns freuen, wenn Sie sich bei uns melden. Wir vermitteln Ihnen gerne ein Energiespardorf in Ihrer Nähe.

Das Energiespardorf Bayern wurde am 16. Juni 2012 auf dem Lernfest in Benediktbeuern erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Umweltminister Dr. Marcel Huber war begeistert.
Beim Besuch von Kreisräten aus dem Landkreis Bad Dürkheim diente das Modell als Hilfsmittel zum gegenseitigen Austausch. Der stellv. Landrat des Landkreises Starnberg, Albert Luppart, hatte die Gäste nach Wartaweil eingeladen.
Bei der Grundlagenschulung „Umwelt, Forst und Nachwachsende Rohstoffe“ für neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bayerischen Bauernverbandes in Herrsching fand eine entsprechende Vorführung statt.
In Rahmen eines Betriebsausfluges besuchten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Max-Plank-Institutes für Plasmaphysik das Naturschutz- und Jugendzentrum. Der Hauptprogrammpunkt war das Strategiemodell.
Energiesparmaßnahmen und Verhaltensänderungen können bei dem Modell direkt praktisch umgesetzt und die Auswirkungen direkt nachvollzogen werden.
Die Leistungsfähigkeit und die Nutzungsfolgen von verschiedenen Energieversorgungsarten werden anschaulich demonstriert.

Vielen Dank an MFStudio für die Produktion dieses Videos.


Fragen zur Buchung des Energiespardorfes

Sachgebietsleitung: Birgit Geurden

Telefon: (08152) 39 90 0 22

E-Mail: birgit.geurden@bund-naturschutz.de

 

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