MenuBUND Naturschutz in Bayern e. V.

Die Geschichte von Wartaweil

Der Ortsteil Wartaweil zwischen Herrsching und Fischen (bzw. Aidenried)

Wartaweil ist heute ein Ortsteil der Gemeinde Herrsching und zieht sich von Herrsching aus ca. 3 km südlich am Ostufer des Ammersees entlang.

Hier gibt es einige besondere Orte, Menschen und Geschichten, die den Ort prägen.

Der ehemalige Kulturreferent der Gemeinde Herrsching, Gustl Empfenzeder, hat in einem kleinen Heft "Herrsching-Wartaweil - Herrschinger Hefte zur Pflege der Dorfgemeinschaft (Folge 7)" einige dieser Orte und Menschen vorgestellt:

Wie der Ortsteil zum Namen "Wartaweil" kam

Die "Weiße Säul" errichtet von Dießener Fischern am Wartaweiler Ufer (am südlichen Rand des BN-Grundstückes)

Würde man eine Quizfrage stellen, bei der ein Ort zu erraten sei, der keine gemeindlichen Straßen und Plätze besitzt, jedoch jeder Bewohner freien Zugang zu einem Badestrand hat, dann würde man zunächst an eine Insel in Friesland denken, aber nicht an Wartaweil in Oberbayern.

Es gibt ganz wenige Orte in Bayern, die aus einer Imperativform den Ortsnamen bilden. Die Einöde Luginsland bei Erlangen, Siedafür in der Oberpfalz und die Ortschaft Sixnitgern im Aichacher Gebiet mögen in diese Reihe gehören mit unserem Wartaweil.

Erst seit 1808 tritt Wartaweil als selbständige. Siedlung auf. Die Einöde hatte zunächst den Namen „Zur Weißen Säule", nach einer im Jahre 1629 errichteten Tuff-Säule, die, weiß gekalkt, als Orientierungszeichen für den Übersetz-Verkehr diente.

Dieser Fährbetrieb wurde von Dießener und Albaner Fischern wahrgenommen. Vor allem waren es Wallfahrer nach Andechs/ die hier übergesetzt wurden. Dieses Recht der Personenbeförderung stand nur den Fischern zu. Fischermeister Ernst konnte noch von seinem Großvater erfahren, wie verantwortungsreich dieser Dienst war.

Ab 1826 wohnte in der Nähe der „Weißen Säule" für ständig ein Fischer der aus Mühlfeld zuzog und sich ebenfalls als Fährmann betätigte.

 

Beim Wartaweil am Ammersee

Dass bei vollem Boot die Zurückbleibenden mit dem Ruf „Wart's a Weil" vertröstet wurden, muss angenommen werden. Die eigentümliche Form für „Zeit lassen" den Ausdruck „da Weil lassn" zu verwenden, ist im altbayerischen Sprachgebrauch üblich.

Das Ortsschild von Wartaweil steht heute noch vor der Villa Habersack

In der amtlichen Statistik von 1904 wird Wartaweil als Ortsteil von Erling mit zwei Wohngebäuden und sieben Einwohnern ausgewiesen.