BN-Klage: Gericht verhandelt über Verbreiterung der B 469 bei Großostheim
„Bannwald ist die höchste Waldschutzkategorie Bayerns und muss aus gutem Grund an Ort und Stelle erhalten bleiben. Es kann nicht sein, dass dieser für einen rückwärtsgerichteten Straßenausbau geopfert wird“, so Martin Geilhufe, Landesvorsitzender des BUND Naturschutz. „Gerade in Zeiten der Klimakrise brauchen wir Wald als wichtigen Speicher für Kohlendioxid sowie für sauberes Wasser und gesunde Luft. Die Ausbaupläne sind klimaschädlich und zerstören unwiederbringlich wertvolle Lebensräume “.
18 Umweltverbände und Parteien vom Untermain, haben sich als „Aktionsbündnis B469 - Klima & Wald statt Asphalt“ für einen sicheren, aber umwelt- und klimaverträglichen Ausbau zusammengeschlossen.
Laut dem interaktiven Unfallatlas (Destatis Unfallatlas) ist die Unfallhäufigkeit auf der B 469 im besagten Bereich extrem gering. Geeignete Maßnahmen wie eine Geschwindigkeitsbegrenzung reichen aus Sicht des BUND Naturschutz und der 18 Unterstützerverbände daher aus, um die Verkehrssicherheit zu verbessern. Auch eine Standspur ist denkbar.
„Wir sind nicht gegen Sicherheitsaspekte wo nötig, sondern gegen einen überdimensionierten, autobahnähnlichen Ausbau“, stellt Dagmar Förster, Vorsitzende der Kreisgruppe Aschaffenburg fest. Die Neuplanung sieht jedoch einen Ausbau mit einer Breite von insgesamt 31 Meter (RQ 31) vor, was dem Standardquerschnitt für Autobahnen mit vier Fahrstreifen und einer Kapazität mit bis zu 70.000 Fahrzeugen pro Tag entspricht (aktuell liegen die Zahlen zwischen rund 30.000 und 41.000 Fahrzeugen pro Tag). Bisher ist die B 469 im sogenannten RQ 20 (20 Meter Regelquerschnitt) ausgebaut. Dieser massive Ausbau geht auf Kosten von Natur und Umwelt.
Der geplante Ausbau verschlingt die Riesensumme von über 100 Millionen Euro. Nach den bisherigen Erfahrungen dürfte er aber erheblich teurer werden. „Diese Mittel werden dringend für ein Mobilitätsmanagement und zur Förderung des öffentlichen Personennahverkehrs in unserer Region benötigt“, so Steffen Jodl, BN-Regionalreferent für Unterfranken.
Der BUND Naturschutz fordert die Erarbeitung von Alternativen zur bestehenden Ausbauplanung, die ohne große Eingriffe in Natur und Umwelt - insbesondere in den wertvollen Wald – auskommen, den Flächenverbrauch gering halten und klimaverträglich sind.




