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Erfolgreicher Moorschutz in Bayern

Der Moorschutz in Bayern ist seit Jahrzehnten ein zentraler Schwerpunkt unserer Arbeit. Heute ist der BUND Naturschutz in über 50 Moorschutz-Projekten überall im Freistaat aktiv. Ehrenamtliche Naturschützer haben dafür über die Jahre hinweg Tausende von Stunden investiert. Alle mit dem gleichen Ziel: ein einzigartiges Stück Heimat zu sichern.

Warum ist Moorschutz in Bayern so wichtig? Naturnahe Niedermoore und insbesondere Hoch- und Übergangsmoore sind unersetzliche Orte der Artenvielfalt. Außerdem sind sie von großer Bedeutung für den Klimaschutz. Wo immer also in Bayern oder Deutschland Moorrelikte die Zeit überdauert haben, verdienen sie bestmöglichen Schutz – aus Verantwortung für unser Klima ebenso wie zum Schutz der hochspezialisierten Tiere und Pflanzen, die im Moor leben.  Ihr Überleben hängt davon ab, ob wir diesem Lebensraum eine Zukunft bieten.

Moorrenaturierung – aufwendig aber alternativlos

Eine Möglichkeit, moortypische Verhältnisse soweit wie möglich zu erhalten oder wiederherzustellen, ist die Wiedervernässung von Mooren, auch Moorrenaturierung genannt. Bevor geschädigte Moore wieder Torf bilden, ist allerdings viel Arbeit zu erledigen: Vor allem müssen Entwässerungsgräben zugeschüttet werden, damit wieder ein dauerhafter Wasserüberschuss entsteht. Unterstützend hierzu müssen das Einzugsgebiet und eine daran anschließende Pufferzone gepflegt, also beispielsweise Bäume und Sträucher entfernt werden, die infolge der Entwässerung aufwachsen konnten. Hinzu kommt eine sorgfältige wissenschaftliche Begleitung des neuen Moorwachstums und – besonders in Niedermooren – eine angepasste Bewirtschaftung.

Die Moorrenaturierung hat aber auch ihre Grenzen. Zu stark geschädigte Moore lassen sich nicht mehr in einen ursprünglichen Zustand zurückführen. Und auch die Torfschichten abgetorfter Moore benötigen Tausende Jahre um wieder ihre ehemalige Mächtigkeit zu erlangen. Trotzdem lohnt es sich, auch stark degradierte Moore weniger intensiv zu nutzen, denn auch dadurch reduzieren sich bereits die klimaschädlichen Emissionen.

Unsere erfolgreichen Moorschutz-Projekte in Bayern

Moorschutz ist für den BUND Naturschutz seit jeher ein zentrales Anliegen. Bereits die erste Fläche, die der Verband 1933 zu Schutzzwecken kaufte, war ein Niedermoor – ein 6,5 Hektar großes Grundstück an der Gfällach im Erdinger Moos.

Heute betreuen die Ehrenamtlichen des BN etwa 50 Moorschutz-Projekte in ganz Bayern, die Hälfte davon im Alpenvorland und oft auf eigenen Flächen. 2008 haben sie dafür sogar den mit 20.000 Euro dotierten Hauptpreis im Cipra-Wettbewerb cc.alps gewonnen.

Viel Zeit und Geld kosten vor allem größere Renaturierungsprojekte: Gestörte Moore müssen von standortfremden Bäumen befreit werden (entbuschen), Entwässerungsgräben geschlossen und die Flächen so wiedervernässt werden. Dafür müssen gegebenenfalls Flächen gekauft, Planer und Gutachter bezahlt, sowie Maschinen geliehen werden. Auch wenn diese Moorschutz-Projekte in Bayern teilweise gefördert werden: Jede öffentliche finanzielle Förderung kostet den BN einen Eigenanteil von zehn bis 50 Prozent.

Gerettet – das Murnauer Moos

Zu den erfolgreichsten Moorschutz-Projekten des BUND Naturschutz gehört sicherlich die Rettung des Murnauer Mooses. Der Moorkomplex ist ein lebendiges Mosaik aus Groß- und Kleinseggenrieden, kalkreichen Sümpfen und Altwassern, Feucht- und Streuwiesen aber auch vereinzelten Kalktrockenrasen. Die Krönung sind jedoch auf etwa einem Zehntel der Fläche intakte Hochmoore mit Mächtigkeiten bis zu 25 Metern.

Trotz Bergbau, Torfstich, Landwirtschaft und anderen Nutzungsansprüchen blieb das Murnauer Moos bis heute eine sehr naturnahe Kulturlandschaft. Das ist vor allem das Verdienst der BN-Aktivistin Ingeborg Haeckel, Lehrerin in Murnau und Enkelin des berühmten Biologen Ernst Haeckel. Jahrzehntelang kämpfte sie an allen Fronten für die Moorlandschaft. Manchmal vergeblich, wie beim Bau der Autobahn, meist aber erfolgreich: Gestoppt wurde etwa der Abbau von Torf und Sandstein mitten im Moor sowie eine Müllverbrennungsanlage. Auch eine Flurbereinigung samt weiterer Trockenlegung von Moorflächen konnte die energische Naturschützerin abwenden.

Auf Haeckels Initiative gehen auch der Kauf wichtiger Grundstücke und die Ausweisung des Naturschutzgebietes Murnauer Moos zurück. Damit schuf sie – gemeinsam mit vielen Mitstreitern – die Basis für ein großzügig gefördertes Naturschutzgroßprojekt. Es bezieht benachbarte Gebiete wie die Loisach- und Staffelseemoore sowie das Ostermoos ein und versöhnt die Interessen von Fremdenverkehr, Landwirtschaft und Ökologie.

Sperrgrundstück wird größtes Moorschutz-Projekt des BN

In großem Stil bewahrt und entwickelt der BUND Naturschutz Niedermoorflächen im Donauried. Die Kreisgruppe Donauries organisiert hier die Bewirtschaftung von fast 100 Hektar BN-eigener Flächen in der Mertinger Höll, dem Kern eines insgesamt siebenmal so großen Niedermoorkomplexes aus ehemaligen Torfstichen, Feuchtgebüschen und Streuwiesen.

Schmetterlinge wie die Färberscharteneule, der Riedteufel oder der Dunkle Wiesenkopf-Ameisenbläuling profitieren hier indirekt vom Kampf des BN gegen das ursprünglich dort geplante Atomkraftwerk Pfaffenhofen und eine Magnetschwebebahn: Beim größten Flächenankauf seiner Geschichte ging es zunächst darum, diese Großprojekte zu verhindern.

Moorrenaturierung im Deininger Moos

Das Deininger Moos liegt im Nordteil des Naturraumes Ammer-Loisach-Hügelland in den Landkreisen München und Bad Tölz/Wolfratshausen. Der BUND Naturschutz ist mit 4,24 Hektar einer der größten Eigentümer des 17 Hektar umfassenden Moorkomplexes im Landkreis München. Der Moorkomplex südlich des Deiniger Weihers bildet die größten Flächen an Hoch- und Übergangsmooren im Landkreis München. Mehr zum Schutzprojekt im Deininger Moos

Pflegliche Landwirtschaft auf ehemaligen Niedermooren

Vor allem auf Niedermoorflächen ist es wichtig, nur sehr schonend Landwirtschaft zu betreiben. Statt auf Ackerbau, sollte dort auf Grünland gesetzt werden, denn durch den Umbruch von Moorflächen werden große Mengen von klimaschädlichen Gasen frei.

Ein schönes Beispiel für so eine pflegliche Bewirtschaftung ist der Daschingerhof  der Familie Kratzer im Freisinger Moos. Die Biolandwirte aus Lageltshausen zeigten zusammen mit dem BUND Naturschutz Freising, dass eine enge Zusammenarbeit von Bauern und Naturschützern zum Nutzen von Erholungssuchenden und der Natur keine Wunschvorstellung bleiben muss. 

Der BN erstellte ein Beweidungskonzept, das die Erhaltung des Grünlandes im Freisinger Moos durch extensive Beweidung zum Ziel hat. Weidetiere sollten das Gras fressen und dabei auch noch Fleisch produzieren. Und die Familie Barbara und Lorenz Kratzer machte mit. Mit ihren Freisinger-Moos-Weiderindern  erzeugen sie seit 1991 hervorragendes Fleisch und erhalten gleichzeitig artenreiche Feuchtwiesen im Freisinger Moos. Das freut die vielen Wiesenbrüter, den Feuerfalter und die Lichtnelken und erlaubt einen höheren Grundwasserstand als unter Ackerflächen. Bei der Vermarktung des biologischen, artgerecht erzeugten und „naturschutzzertifizierten“ Fleisches unterstützt der BUND Naturschutz die Kratzers.


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