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Verkehrssicherheit

VERKEHRSSICHERUNGSPFLICHT

Eine detaillierte, ausdifferenzierte gesetzliche Regelung zum Inhalt der Verkehrssicherungspflicht gibt es für den Naturbereich nicht, sie sind vielmehr im Lauf der Jahre von der Rechtsprechung aus der allgemeinen Norm des § 823 I BGB entwickelt worden. Prinzipiell hat jeder, der eine Gefahr für Dritte schafft oder in seinem Verantwortungsbereich andauern lässt, z. B. durch die Eröffnung und Unterhaltung von Wegen oder Einrichtungen, die Übernahme einer Tätigkeit, die mit Gefahren für Rechtsgüter Dritter verbunden ist, oder auch dadurch, dass er Bäume pflanzt oder unterhält, von denen Gefahren für Dritte ausgehen können, dafür Sorge zu tragen, dass anderen dadurch kein Schaden entsteht. Der Baumeigentümer hat also grundsätzlich die allgemeine Rechtspflicht, die notwendigen zumutbaren Vorkehrungen zu treffen, um die Schädigung anderer zu verhindern, er hat also die Verkehrssicherungspflicht für seine Bäume. Dies bestätigt auch der Bundesgerichtshof: BGH vom 21.03.2003, V ZR 319/02.

Schutzvorkehrungen 

Gem. dem Grundsatzurteil des BGH vom 21.01.1965, III ZR 217/63 müssen alle Baumeigentümer - ob Privatperson oder Kommune - sicherstellen, dass von ihren Bäumen für andere Personen keine Gefahr ausgeht. Allgemeine Rechtsgrundlage für diese Entscheidung ist das Recht der unerlaubten Handlung, das in den §§ 823 ff. BGB niedergelegt ist. Soweit erforderlich, müssen von den jeweiligen Baumeigentümern zur Schadensvorbeugung bzw. -abwehr gegenüber Dritten Schutzvorkehrungen getroffen werden. Darum ist es geboten Bäume regelmäßig zu kontrollieren, darüber schriftliche Aufzeichnungen anzufertigen und diese aufzubewahren.

KEINE ANGST VOR GROSSEN BÄUMEN

Eine übergroße Angst des Baumeigentümers und auch des Baumpflegers und Baumkontrolleurs vor der Haftung für Schäden durch Bäume ist weitgehend unbegründet. Weder der verantwortungsvoll handelnde Baumeigentümer, der neben der Baumkontrolle auch eine fachgerechte Baumpflege veranlasst, noch der fachlich korrekt arbeitende Baumpfleger oder Baumkontrolleur kann ohne weiteres zur Verantwortung für Schäden durch den Baum herangezogen werden. Auch der gesunde Baum kann versagen und manches Versagen ist eben nicht vorhersehbar. (Breloer, 2003, 2004)

Baumzerstörerische Kappung

Häufig werden begründet mit dem vorgeschobenen Grund "Verkehrssicherheit" Bäume gekappt - mit fatalen Folgen. Kappungen haben nichts mit BaumPFLEGE zu tun!

Zerstörung der natürlichen Kronenstruktur

Durch unkontrolliertes Triebwachstum versucht der Baum die verlorene Photosynthese-Fläche wiederherzustellen. Die Anbindung der neuen Triebe an den Holzkörper des Baumes und das Holz dieser in kürzester Zeit gebildeten Äste ist qualitativ schlechter. Außerdem können diese Triebe innerhalb einer Vegetationsperiode über einen Meter in die Länge wachsen. So erreicht der Baum in wenigen Jahren seine ursprüngliche Größe. Die natürliche Kronenstruktur bleibt jedoch langfristig zerstört.

 

Wurzelverlust

Die Krone des Baumes versorgt seine Wurzeln mit lebensnotwendigen Assimilaten. Setzt man einen Großteil der Krone ab, werden die Wurzeln nicht mehr versorgt und sterben ab. Wurzeln dienen der Wasser- und Nährstoffversorgung und der Verankerung des Baums im Boden.

Holzfäule durch Pilze

Durch große Schnittwunden können leicht holzzersetzende Pilze in den Baum eindringen. Sie lösen Fäule im Holz aus, die die Statik des Baumes beeinträchtigen. Um einen gekappten Baum verkehrssicher und ästhetisch zu erhalten, ist es oft nötig im Abstand von drei bis fünf Jahren Nachbehandlungen durchzuführen. Dies führt zu einem hohen (finanziellen) Aufwand.

Es gibt immer eine bessere Alternative zur Kappung!