BN-Klage gegen Erweiterung der Kampenwandbahn: Außergerichtliche Einigung gescheitert
Die außergerichtlichen Vergleichsverhandlungen zwischen dem BUND Naturschutz und den Betreibern der Kampenwandbahn sind gescheitert. Ziel der Gespräche war es, im Zusammenhang mit der geplanten Erneuerung der Bahn verbindliche Maßnahmen zum Schutz der sensiblen Natur- und Lebensräume am Berg festzuschreiben.
Der BUND Naturschutz hatte gegen die Genehmigung für den Neubau der Kampenwandbahn Klage eingereicht. Hintergrund sind die geplanten Kapazitätssteigerungen der Bahn von heute 450 auf 1530 Personen pro Stunde. „Das würde sich auf die Natur- und Lebensräume auswirken. Insbesondere auf die Population des Birkhuhns, einer besonders störungsempfindlichen Raufußhuhnart, die im Bereich der Kampenwand wichtige Lebensräume besitzt“, erklärt der Vorsitzende der BN-Kreisgruppe Rosenheim Rainer Auer.
Im Rahmen der Vergleichsgespräche zeigte sich der BUND Naturschutz grundsätzlich kompromissbereit: Der Verband hätte den Neubau der Bahn – einschließlich der geplanten Kapazitätssteigerung – akzeptiert, wenn gleichzeitig verbindliche Regelungen für den langfristigen Schutz der Natur am Berg getroffen worden wären. „Unser Ziel war ein tragfähiger Kompromiss“, so Rainer Auer. „Wir wollten sicherstellen, dass die sensible Bergnatur – insbesondere die Birkhuhn-Population – dauerhaft geschützt wird.“
Konkret setzte sich der Verband dafür ein, klare Leitplanken für die zukünftige touristische Entwicklung am Berg festzulegen. Dazu gehörten unter anderem verbindliche Vereinbarungen, die eine weitere touristische „Eventisierung“ der Kampenwand ausschließen sollte. Der BUND Naturschutz forderte in diesem Zusammenhang Regelungen, die eine Erweiterung von Event- und Gastronomie-Infrastruktur ausschließt.
Auf solche verbindlichen Garantien für die Zukunft wollten sich die Betreiber jedoch nicht einlassen. Annemarie Räder, stellv. Landesbeauftragte bedauert das Scheitern der Gespräche. „Wir hätten uns eine Lösung gewünscht, die den langfristigen Schutz der sensiblen Bergnatur sicherstellt und gleichzeitig den Tourismus voranbringt.“
