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Ergebnisse der Hummel-CHallenges 2026
Bei den Hummel-Challenges des Jahres 2026 haben wieder tausende von Hummelfreundinnen und -freunden mitgemacht. Dabei zeigte sich erneut der Einfluss des Wetters. Allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern danken wir von Herzen für ihr Engagement!
Ergebnisse der Sommer-Challenge im Juni und Juli 2026
Die erste große Hitzewelle des Jahres fiel genau in den Zeitraum Sommer-Challenge, die von 20. Juni bis 3. Juli 2026 lief. Rund 6.000 Naturbegeisterte meldeten dennoch mehr als 32.000 Hummelbeobachtungen von 23 Arten. Die Ergebnisse zeigen, wie Wetterextreme nicht nur Hummeln, sondern auch die Bürgerforschung beeinflussen.

Prozentuale Anteile der gemeldeten Hummelarten:
Erdhummeln (Dunkle, Große und Kryptarum Erdhummel) 27,39%
Ackerhummel 21,83%
Steinhummel 14,27%
Wiesenhummel 7,51%
Gartenhummel 5,56%
Baumhummel 4,72%
Unbestimmte Hummeln 4,84%
Keusche Kuckuckshummel 3,57%
Helle Erdhummel 2,00 %
Keusche oder Böhmische Kuckuckshummel 1,74%
Acker-, Moos- oder Veränderliche Hummel 1,40%
Einen Anteil von unter einem Prozent hatten:
Wald- oder Norwegische Kuckuckshummel 0,92%
Bunthummel 0,77%
Böhmische Kuckuckshummel 0,57%
Feld-Kuckuckshummel 0,49%
Unbestimmte Kuckuckshummeln 0,20%
Felsen-Kuckuckshummel 0,12%
Veränderliche Hummel 0,11%
Grashummel 0,04%
Mooshummel 0,03%
Sandhummel 0,03%
Bärtige Kuckuckshummel 0,03%
Glockenblumenhummel 0,02%
Berglandhummel 0,02%
Bergwaldhummel 0,01%
Heidehummel 0,01%
Grauweiße Hummel 0,01%
Wachsendes Interesse am Schutz von Hummeln und anderen Wildbienen: „Dass sich trotz der großen Hitze so viele Menschen an der Hummel-Challenge beteiligt haben, ist ein starkes Zeichen für das wachsende Interesse am Wildbienenschutz“, sagt Martina Gehret, Projektverantwortliche des BUND Naturschutz. „Die Hummel-Challenge ergänzt das standardisierte Wildbienen-Monitoring des Thünen-Instituts Jahr für Jahr um tausende Beobachtungen aus ganz Deutschland. Solche Daten helfen uns, Veränderungen frühzeitig zu erkennen und die Auswirkungen von Landnutzung und Klima, insbesondere Wetterextreme, langfristig besser einzuordnen.“
Für Hummeln bedeutet große Hitze erheblichen Stress, da sie im Vergleich zu vielen anderen Insekten weniger hitzetolerant sind. Die Temperatur im Nest können sie durch Flügelschlag regulieren, stoßen dabei jedoch bei länger anhaltender Hitze an ihre Grenzen, besonders wenn gleichzeitig die Nahrung knapp wird. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen zudem, dass hohe Temperaturen Ihre Orientierung und den Geruchsinn beeinträchtigen können. Dadurch finden sie Blüten schlechter, die Nahrungssuche wird erschwert und die Versorgung des Nachwuchses kann leiden. Gleichzeitig verkürzen Trockenheit und Hitze die Blütezeit vieler Pflanzen – ausgerechnet dann, wenn Hummelvölker besonders viel Nahrung benötigen.
Die Daten der Hummel-Challenge liefern wertvolle Hinweise darauf, ob und wie sich Hitzesommer auf einzelne Arten auswirken können - nebenVeränderungen in der Landnutzung. "Genau deshalb sind langfristige Erfassungen und eine kontinuierliche Projektbeteiligung durch Bürgerforscher*innen so wichtig", erklärt Dr. Sophie Ogan vom Thünen Institut.
Trotz der Hitze wurden in diesem Sommer 23 Hummelarten nachgewiesen – darunter zahlreiche seltene Arten wie Grashummel, Glockenblumenhummel, Mooshummel, Heidehummel sowie Arten der Mittel- und Hochlagen wie die Grauweiße Hummel und die Bergwaldhummel. Solche Nachweise aus unterschiedlichen Regionen Deutschlands unterstreichen den hohen Wert der bundesweiten Mitmachaktion für die Hummelforschung.
Bei den häufigsten Arten belegte der Erdhummel-Komplex mit rund 27 Prozent aller Meldungen erneut den ersten Platz. Es folgten die Ackerhummel (22 Prozent), die Steinhummel (14 Prozent), die Wiesenhummel (8 Prozent) und die Gartenhummel (6 Prozent).
Auffällig war die Steinhummel, die in diesem Sommer deutlich häufiger gemeldet wurde als in den vergangenen Jahren. Dazu passt auch, dass die seltene Felsen-Kuckuckshummel mehrfach nachgewiesen wurde. Sie legt ihre Eier überwiegend in Nester der Steinhummel und ist für ihre Fortpflanzung auf diese Wirtsart angewiesen. Wo Steinhummeln häufiger vorkommen, ist deshalb auch das verstärkte Auftreten ihres Kuckucks naheliegend.
Ergebnisse der Frühlings-Challenge im März und April 2026
Wie die Jahre zuvor, so fand auch 2026 die erste Hummel-Challenge des Jahres von 20. März bis 9. April statt. Rund 5.230 Hummelfreund*innen haben etwa 16.600 Beobachtungen gemeldet - ein neuer Rekord für die Frühjahrs-Challenge! Dabei wurden 18 teils seltene Hummelarten entdeckt. Herzlichen Dank dafür!

Prozentuale Anteile der gemeldeten Hummelarten
| Erdhummeln | 42,4% |
| Wiesenhummel | 15,4% |
| Ackerhummel | 15,0% |
| Steinhummel | 6,9% |
| Gartenhummel | 5,1% |
| Hummel unbestimmt** | 4,7% |
| Baumhummel | 4,2% |
| Keusche oder Böhmische Kuckuckshummel** | 2,0% |
| Garten-, Feld-, Tonerd- oder Heidehummel** | 1,8% |
Einen Anteil von unter einem Prozent hatten
| Wald- oder Norwegische Kuckuckshummel** | 0,8% |
| Bunthummel | 0,8% |
| Acker-, Moos- oder Veränderliche Hummel** | 0,5% |
| Kuckuckshummel unbestimmt** | 0,3% |
| Veränderliche Hummel | 0,1% |
| Grashummel | < 0,1% |
| Felsen-Kuckuckshummel | < 0,1% |
| Bärtige Kuckuckshummel | < 0,1% |
| Feld-Kuckuckshummel | < 0,1% |
| Mooshummel | < 0,1% |
| Heidehummel | < 0,1% |
| Berglandhummel | < 0,1% |
** Hier war nicht eindeutig zu erkennen, um welche Hummelart es sich handelte.
Neuer Rekord bei der Frühjahrs-Challenge: Mehr als 5.200 Naturfreund*innen haben innerhalb von nur drei Wochen rund 16.600 Hummel-Beobachtungen über Observation.org und die App ObsIdentify gemeldet – etwa 45 Prozent mehr als im Vorjahr! Die hohe Beteiligung ist besonders bemerkenswert, da die Frühjahrsrunde witterungsbedingt meist weniger Beobachtungen liefert als die Sommer-Challenge.
Insgesamt wurden 18 Hummelarten und Artengruppen erfasst, darunter auch seltene und gefährdete Arten wie die Grashummel (entdeckt in NRW), die Mooshummel (aus Niedersachsen) sowie Heide- und Berglandhummel (aus Bayern). Die Funde bestätigen, dass engagierte Bürger*innen zunehmend auch anspruchsvoll zu bestimmende und seltene Arten dokumentieren.
Besonders häufig wurden Vertreter der Erdhummel-Gruppe gemeldet, die für ihre Robustheit gegenüber kühlen Temperaturen bekannt sind. Auch Wiesen-, Acker-, Stein-, Garten- und Baumhummeln wurden vielfach beobachtet. Die gesammelten Beobachtungen fließen nun in die wissenschaftliche Auswertung des Thünen-Instituts ein.
„Die Beteiligung zeigt, wie groß das Interesse an Wildbienen und ihrer Bedeutung für intakte Ökosysteme ist“, so Martina Gehret, Projektleiterin beim BUND Naturschutz. „Jede Meldung trägt dazu bei, die Vielfalt und Verbreitung unserer Hummelarten besser zu verstehen.“
Die nächste Hummel-Challenge findet vom 20. Juni bis 3. Juli 2026 statt.






