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Flugzeit des Schachbrettfalters hat begonnen

Sommerzeit ist Schmetterlingszeit. Auch der „Schmetterling des Jahres 2019“ ist nun wieder zu beobachten: der Schachbrettfalter (Melanargia galathea). Mit seiner schwarz-weiß gefleckten Zeichnung ist er auch für Laien gut zu erkennen. Der Schachbrettfalter wurde vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) zum Schmetterling des Jahres 2019 gekürt. Mit der Auszeichnung soll auf die Bedrohung der Schmetterlingsart durch den Rückgang extensiv genutzter Wiesen auf-merksam gemacht werden. Um dem schönen Schmetterling zu helfen, ruft der BUND Naturschutz (BN) dazu auf, Wiesen mosaikartig zu mähen und Randstreifen von Bahndämmen, Feldwegen oder Gräben auch mal stehen zu lassen. „Im Siedlungsbereich können Gartenbesitzer nährstoffarme und trockenwarme Wiesen für den Falter anlegen“, erklärt Martin Geilhufe, Landesbeauftragter des BN. „Da Schachbrettfalter schon auf kleinen Flächen in größerer Anzahl leben können, tragen bereits solche kleinen Inseln dazu bei, die Art zu schützen.“

Schachbrettfalter (Melanargia galathea); Foto: Steffen Scharrer

Schachbrettfalter (Melanargia galathea); Foto: Steffen Scharrer

11.07.2019

Entscheidend für das Vorkommen des Schachbrettfalters sind nährstoffarme blütenreiche Wiesenbereiche, die bis Ende Juli noch nicht gemäht wurden. Denn nur dort lassen die Weibchen ihre Eier einzeln zu Boden fallen, teilweise während des Fluges. Aufgrund von Düngung und einer frühen Mahd sind solche Wiesen heute vielerorts selten geworden. Durch die Umsetzung des Volksbegehrens "Rettet die Bienen" können sich die Zukunftsaussichten des markanten Falters in Bayern wieder verbessern.

Der Schachbrettfalter besitzt ein einzigartiges Muster auf seinen Flügeln, das ihm seinen Namen gegeben hat. Die Flügel des Schmetterlings sind auf der Oberseite schwarz oder dunkelbraun und weiß gefärbt und wirken wie ein Schachbrett. Die Unterseite der Flügel ist weniger kontrastreich und zeigt mehrere schwarzbraune und weiße Augenflecken. Die Schmetterlinge haben eine Spannweite von 40-50 Millimetern und gehören damit zu den mittelgroßen Faltern. Ein besonderes Verhalten zeigen die Männchen. Statt wie die Männchen anderer Schmetterlingsarten auf Beobachtungsposten auf vorbeifliegende Weibchen zu warten, begeben sie sich gezielt auf die Suche nach frisch aus den Puppen geschlüpften Weibchen und begatten diese an Ort und Stelle.

Die rosa gefärbten Raupen des Schachbrettfalters, die im Sommer aus den Eiern schlüpfen, überwintern in der Streu am Erdboden, ohne vorher Nahrung aufzunehmen. Erst im März des Folgejahres beginnen sie, an verschiedenen Gräsern zu fressen. Die Eigenschaft, sich nicht etwas von Kräutern, sondern von Gräsern zu ernähren, teilt der Schachbrettfalter mit den anderen Tagfaltern aus der Unterfamilie der Augenfalter. Die älteren Raupen sind dicht behaart und entweder graubraun oder grün gefärbt. Zunächst sind die kleinen Raupen tagaktiv, später fressen sie nur noch nachts, um sich vor Fressfeinden zu schützen. Ab Mai verpuppen sich die Tiere in einem Gespinst an der Basis eines Grasbüschels. Die nach wenigen Wochen ausgewachsenen Schmetterlinge schlüpfen ab Mitte Juni und ernähren sich dann hauptsächlich vom Nektar violetter Blüten wie Flockenblume, Kratzdistel oder Skabiose. Sie können bis ca. Ende August beobachtet werden.

 

Für Rückfragen:

Uwe Friedel, BN-Artenschutzreferat, Tel. 0911/57529412, E-Mail: uwe.friedel@bund-naturschutz.de

 

Anlage:

2 Fotos des Schachbrettfalters

Fotograf: Dr. Steffen Scharrer

Die Bilder dürfen nur für die Berichterstattung zu BN-Projekten verwendet werden. Sie sind zur honorarfreien Nutzung freigegeben bei Nennung des Fotografennamens.