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Naturnaher Wildbach in Allgäuer Hochalpen zerstört

Im Naturschutzgebiet Allgäuer Hochalpen wurde die naturnahe Wildflusslandschaft des Rappentalbachs auf eineinhalb Kilometern Länge durch flussbauliche Maßnahmen zerstört. Der BUND Naturschutz hat den Naturfrevel aufgedeckt und fordert jetzt unabhängige Gutachten, eine Aufarbeitung der zahlreichen Gesetzesverstöße und baldige Renaturierungsmaßnahmen.

17.11.2022

Im Oktober noch beschrieb Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber bei der Jubiläumsveranstaltung zu 30 Jahren Naturschutzgebiet Allgäuer Hochalpen dieses als ein Naturjuwel und als einen Hotspot für die Artenvielfalt. Gerade sieht man aber, wie innerhalb dieses hochsensiblen Gebietes Artenvielfalt zerstört wird: Auf circa 1,5 Kilometern Länge gab es massive flussbauliche Maßnahmen mit einem schockierenden Ergebnis.

Durch Kieszugaben wurde der ehemals mäandrierende und verzweigte Bach auf einen schmalen kanalisierten Flusslauf reduziert, die Uferbereiche wurden rigoros eingeebnet. „Diese Maßnahme hat den Wildbach als dynamischen Lebensraum auf rund 1,5 Kilometern Fließstrecke zerstört“, berichtet Alfred Karle-Fendt vom Vorstand der BN-Kreisgruppe Kempten-Oberallgäu.

„Der Bachabschnitt liegt im FFH- und SPA-Gebiet „Allgäuer Hochalpen“ und im Naturschutzgebiet „Allgäuer Hochalpen“. Außerdem ist der Bachlauf nach §30 Bundesnaturschutzgesetz zu 100 Prozent als Biotop geschützt“, erläutert Thomas Frey, BN-Regionalreferent für Schwaben, weiter. „Dabei benennt die Verordnung des Naturschutzgebietes als Schutzziel, die natürlichen Gewässer unverändert zu erhalten, mit spezieller Aufmerksamkeit für die Wiederherstellung der fließgewässertypischen Eigenschaften, wogegen hier eklatant verstoßen wurde“, so Frey.

Schlimmeres müsse nun von Behördenseite verhindert werden. Auf keinen Fall dürften nun auch noch die Weideflächen mit Humuseintrag vergrößert und damit die Magerwiesen schleichend intensiviert werden, wie es bei der Breitengehren-Alpe heuer bereits geschehen ist. Eine vollständige Sanierung der Fläche sei nun nötig.

Die ursprüngliche Lebenswelt des Wildflusses und der Uferzonen ist schon mit den bisherigen Eingriffen auf Jahrzehnte geschädigt.

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