Was interessiert Sie besonders?

Zur Startseite

Eichhörnchen beobachten und melden

Themen

  • Übersicht
  • Klimakrise

Tiere und Pflanzen

Tag der biologischen Vielfalt: Artensterben gefährdet Bayerns Ernährungssicherheit

Zum internationalen Tag der biologischen Vielfalt am 22. Mai macht der BUND Naturschutz darauf aufmerksam, wie wichtig die Artenvielfalt für die Ernährungssicherheit in Bayern ist. Viele Ziele des Volksbegehrens „Rettet die Bienen“ in weiter Ferne.

21.05.2026

In Bayern gibt es ca. 62.000 Arten von Tieren, Pflanzen, Pilzen und Flechten. Allein bei den untersuchten Tier- und Pflanzenarten sind nahezu die Hälfte bedroht. Rund 1.000 der Tier- und Pflanzenarten gelten als ausgestorben oder verschollen. Außerdem gibt es ca. 60 verschiedene Biotop- und Lebensraumtypen, mindestens einem Drittel davon geht es schlecht.

Dieser Verlust der biologischen Vielfalt ist auch eine Gefahr für unsere Ernährungssicherheit, wie der BUND Naturschutz unterstreicht. „75 Prozent unserer Nutzpflanzen werden von Insekten bestäubt, nicht nur Obst, sondern auch die meisten Gemüsesorten. Das heißt, wenn es keine Insekten mehr gibt, dann fällt ein Großteil unserer Nahrung weg“, erklärt die Biologin und stellvertretende BN-Vorsitzende Beate Rutkowski. „Das Volksbegehren ‚Rettet die Bienen‘ hat wichtige Impulse für den Insektenschutz gesetzt, konnte das Artensterben bislang jedoch nicht stoppen. Ganz im Gegenteil: Der Anteil gefährdeter Pflanzen und Tiere in Bayern nimmt nach wie vor zu. Nach der aktuellen Roten Liste beispielsweise der Wildbienen in Deutschland gelten rund die Hälfte der bewerteten Arten als bestandsgefährdet oder bereits ausgestorben.“

Durch die Biodiversitätskrise sei unsere Ernährungssicherheit aber nicht nur durch die fehlende Bestäubung bedroht, erklärt Rutkowski im BN-Podcast „UmweltG’schichten“. So seien alle Lebewesen miteinander verbunden, wie in einem dichten Netz. „Wenn Arten verschwinden, bekommt das Netz Löcher und wenn die Löcher zu groß oder zu viele werden, reißt es. Das ganze System bricht zusammen – und damit auch unser landwirtschaftliches System.“

Bayern hat sich nach dem Volksbegehren konkrete Ziele gesetzt, um die Lebensräume in Bayern zu schützen. Aus Sicht des BUND Naturschutz gibt es hier aber noch viel Nachholbedarf. Drei Beispiele: 
•    Die Staatsregierung will bis 2040 insgesamt 55.000 Hektar Moorflächen wiedervernässen. Geschafft wurden seit 2019 jedoch nur rund 1.700 Hektar – also lediglich etwa drei Prozent des Ziels. 
•    Bis 2030 soll der Biotopverbund in Bayern mindestens 15 Prozent des Offenlands umfassen – derzeit sind es knapp 12 Prozent. Und das nur auf dem Papier. Viele Flächen werden angerechnet, ohne dass tatsächlich ein funktionaler Verbund entsteht. 
•    Bis 2035 sollen im Rahmen des Bayerischen Streuobstpakts insgesamt eine Million zusätzliche Streuobstbäume gepflanzt werden. Zwar wurden seit 2021 laut Staatsregierung rund 250.000 neue Streuobstbäume gefördert.[HF5.1] Dem steht jedoch weiterhin ein dramatischer Verlust alter Bestände gegenüber: Jedes Jahr verschwinden in Bayern etwa 100.000 Streuobstbäume. 

Warum sich der britische Geheimdienst für das Artensterben interessiert und weitere spannende Hintergründe zur Biodiversitätskrise gibt es in der neuesten Folge des BUND Naturschutz-Podcasts „UmweltG’schichten“ – überall, wo es Podcast gibt.