Welttag der Feuchtgebiete: BUND Naturschutz ruft zum Schutz natürlicher Wasserressourcen auf
Am heutigen (02.02.2026) Welttag der Feuchtgebiete startet der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) einen deutschlandweiten Aufruf zum Schutz unserer natürlichen Wasserressourcen. Natürliche Fließgewässer, Auen und Moore sind für die Artenvielfalt und den Klimaschutz, aber auch als Quelle für unser Grund- und Trinkwasser unverzichtbar. Anlass ist ein EU-Sondergipfel am 12. Februar. Über das Thema Wettbewerbsfähigkeit soll versucht werden, europäische Umweltgesetze zu schleifen. Zahlreiche Umweltorganisationen protestieren dagegen mit der europaweiten Kampagne „hands off nature“. Auch der BN ruft die Menschen auf, die Petition zu unterschreiben und ein klares Signal zu senden, unser Wasser zu schützen (BN-Initiative dazu siehe hier: helfen.bund-naturschutz.de/handsoffnature/).
Betroffen könnte etwa die europäische Wasserrahmenrichtlinie sein. Diese schreibt vor, dass alle Länder der EU und somit auch Deutschland ihre Gewässer bis 2027 in einen guten Zustand versetzen müssen. Davon ist Bayern noch weit entfernt. In der Praxis tritt die bayerische Staatsregierung den starken Lobbygruppen beispielsweise im Bereich der Wassernutzung nicht deutlich genug entgegen. Für den kürzlich eingeführten Wassercent gibt es großzügige Ausnahmen für die Industrie und Landwirtschaft. Auch das für Gewässer, Auen und Moore wichtige Natura 2000-Netzwerk steht auf der Kippe.
Martin Geilhufe, BN-Vorsitzender: „Wasser ist Leben. Der Schutz unserer natürlichen Wasserressourcen steht auf dem Spiel. Es geht jetzt darum zu verhindern, dass auf europäischer Ebene unsere Lebensgrundlagen für Profit-Interessen von Konzernen bedroht und zentrale Schutzgesetze ausgehöhlt werden. Wer Wasser, Natur, Luft und Boden weniger schützt, schadet uns allen, auch der Wirtschaft. Daher rufen wir die Menschen in Deutschland und Europa auf, sich für sauberes Trinkwasser und lebendige Gewässer und deren weiterhin guten Schutz einzusetzen.“
Die Industrie und mächtige Konzerne zapfen kostbares Trinkwasser bereits jetzt in rauen Mengen ab – teilweise sogar kostenlos. Ein prominentes Beispiel ist Adelholzener im Landkreis Traunstein, der Konzern hat erst kürzlich einen neuen Förderantrag gestellt (siehe hier: www.bund-naturschutz.de/pressemitteilungen/bn-warnt-vor-ausbeutung-wertvoller-trinkwasserreserven-im-landkreis-traunstein).
Chemikalieneinträge belasten unser Wasser bereits jetzt. Vergangenes Jahr haben BUND-Aktive in ganz Deutschland stichprobenartig Trinkwasser untersucht. In fast allen Proben wurden Ewigkeitschemikalien (PFAS) nachgewiesen, teilweise über dem seit Anfang 2026 geltenden gesetzlichen Grenzwert. In vier von sechs bayerischen Proben wurde PFAS nachgewiesen (siehe hier: www.bund-naturschutz.de/pressemitteilungen/trinkwassertest-in-42-von-46-stichproben-wurden-ewigkeits-chemikalien-nachgewiesen)
Geilhufe: „Wenn der Schutz unserer Wasserressourcen fällt, zahlen wir alle den Preis, insbesondere unsere Kinder. Die Industrie trägt eine große Verantwortung für unser Wasser. Hier braucht es mehr gesetzliche Regelungen statt weniger Schutzrechte.“
