Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft im Gegenwind: Stärkung von Resilienz und Akzeptanz
Die Soziale Marktwirtschaft hat Deutschland wirtschaftlich stark gemacht – doch auf dem ökologischen Auge bleibt der Markt bislang blind. Die Tagung fragt, wie sich die Erfolgsgeschichte der „sozialen Einhegung“ der Wirtschaft auf eine dringend notwendige ökologische Einhegung übertragen lässt.
10.10.2026 10:00 - 17:30
Fürth
Veranstaltungsort: Ludwig Erhard Zentrum, 3.OG, Ludwig-Erhard-Straße 6, 90762 Fürth
Tagungsbeitrag: Die Tagung selbst ist kostenfrei. Für die Verpflegung in der Mittags- und Kaffeepause erheben wir einen Unkostenbeitrag von € 30,00. Teilnahme nur bei Vorabüberweisung auf unser Konto möglich:
BUND Naturschutz in Bayern e.V.
IBAN: DE70 7509 0000 0000 6041 00
Verwendungszweck: ÖSM-Tagung, Vor- und Nachname des Teilnehmenden
Anmeldung: Bitte nutzen Sie für die Anmeldung unser Online-Formular:
helfen.bund-naturschutz.de/anmeldung-oekologisch-soziale-marktwirtschaft/
Rückfragen:
Laura Geipel, 0911/81878-33, laura.geipel@bund-naturschutz.de
Am historischen Ort – in Fürth, der Geburtsstadt Ludwig Erhards – diskutieren Vertreter*innen aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft, wie eine sozial-ökologische Modernisierung der Marktwirtschaft gelingen kann. Die Veranstaltung bildet den Auftakt einer Reihe, die Mut zu grundlegenden Reformen machen will, statt an einem ideologischen „Weiter-so“ festzuhalten.
Programm der Tagung
09:00 Uhr: Einlass und Anmeldung
10:00 Uhr: Begrüßung und Einführung
Prof. Dr. Hubert Weiger, Ehrenvorsitzender des BUND Naturschutz in Bayern (BN) und des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND)
10:20 Uhr: Grußworte
Dr. Thomas Jung, Oberbürgermeister der Stadt Fürth
Evi Kurz, Vorsitzende Stiftung Ludwig-Erhard-Haus
10:40 Uhr: Block 1 - Grundpositionen
Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft in der Zeitenwende
Moderation:
Carolin Schenuit, Geschäftsführende Vorständin Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft
Impulsreferate:
Prof. Dr. Rudi Kurz, Professor für Volkswirtschaftslehre an der Hochschule Pforzheim i.R.
Daniel Mittler, Vorstand Bürgerbewegung Finanzwende e.V.
Panel:
Jakob von Weizsäcker, Minister der Finanzen und für Wissenschaft des Saarlands (angefragt)
Monika Wüllner, CDU-Bundesvorstandsmitglied und stellvertretende Vorsitzende der CDA
Heiner Müller-Ermann, Sprecher Arbeitskreis Wirtschaft des BUND Naturschutz in Bayern e.V.
Prof. Dr. Rudi Kurz, Professor für Volkswirtschaftslehre an der Hochschule Pforzheim i.R.
Daniel Mittler, Vorstand Bürgerbewegung Finanzwende e.V.
12:20 Uhr: Mittagspause
13:20 Uhr: Block 2 - Wirtschaft
Verantwortung der Unternehmen in der Ökologisch-Sozialen Marktwirtschaft
Moderation:
Prof. Dr. Frank Ebinger, Sprecher Arbeitskreis Wirtschaft und Finanzen des BUND
Impulsreferate:
Christine Sparvoli-Frank, Regionalvorsitzende Die jungen Unternehmer (angefragt)
Stefan Dierks, Vorstand BAUM e.V.; Biodiversity in Good Company/Politische Vernetzung
Panel:
Johannes Ehrnsperger, Geschäftsführer Neumarkter Lammsbräu Gebr. Ehrnsperger KG
Simon Probst, Projektmanager UPJ
Christine Sparvoli-Frank, Regionalvorsitzende Die jungen Unternehmer (angefragt)
Stefan Dierks, Vorstand BAUM e.V.; Biodiversity in Good Company/Politische Vernetzung
15:00 Uhr: Kaffeepause
15:30 Uhr: Block 3 - Zukunftsfähigkeit und Demokratie
Vorschläge zur konzeptionellen Weiterentwicklung der Sozialen Marktwirtschaft
Moderation:
Julia Dade, ehemals Mitglied im Landesvorstand des BN
Impulsreferate:
Ralf-Uwe Beck, Bundesvorstandssprecher Mehr Demokratie e.V.
Carl Mühlbach, Geschäftsführer FiscalFuture e.V.
Panel:
Dr. Myriam Rapior, Mitglied im Bundesvorstand des BUND
Ralf-Uwe Beck, Bundesvorstandssprecher Mehr Demokratie e.V.
Carl Mühlbach, Geschäftsführer FiscalFuture e.V.
17:10 Uhr: Abschluss
Martin Geilhufe, Landesvorsitzender des BN
17:30 Uhr: Ende
Hintergrund der Tagung
Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) beschäftigt sich seit seiner Gründung 1975 intensiv mit Fragen des Verhältnisses von Wirtschaft und Umwelt. Unter dem Leitgedanken der Nachhaltigkeitspolitik setzt er sich dabei vor allem für die Erweiterung der Sozialen Marktwirtschaft zu einer Ökologisch-Sozialen Marktwirtschaft ein. Denn so effizient der Markt die Produktion und Verteilung von Gütern auch regelt – auf dem sozialen und dem ökologischen Auge ist er blind.
Schon vor rund hundert Jahren haben die Ordoliberalen der Freiburger Schule die reine Marktwirtschaft durch soziale Regelungen beschränkt. Ludwig Erhard hat als Wirtschaftsminister der Nachkriegszeit die Bundesrepublik auf diesen Weg einer Sozialen Marktwirtschaft geführt. Heute weist das vergleichsweise kleine Deutschland die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt auf – ein klares Zeichen dafür, dass die „soziale Einhegung“ einer Volkswirtschaft nicht schadet, sondern sogar großen Nutzen stiftet.
Diese Erfahrung kann auch Vorbild für die dringend notwendige „ökologische Einhegung“ einer Marktwirtschaft sein. Denn auch klima- und umweltpolitische Maßnahmen bedeuten für eine Volkswirtschaft keinen Nachteil, ganz im Gegenteil: Länder mit hohen ökologischen Standards sind widerstandsfähiger gegenüber Naturereignissen, weisen eine gesündere und zufriedenere Bevölkerung auf und sind auch unabhängiger von geopolitischen Ereignissen. Wer auf Erneuerbare Energien im eigenen Land baut, braucht keine „Kriege um Öl“.
In Fürth, der Geburtsstadt Ludwig Erhards, soll die sozial-ökologische Modernisierung unserer Volkswirtschaft neuen Schwung bekommen. Die Tagung möchte diesen Impuls setzen. Sie bildet den Auftakt zu einer Veranstaltungsreihe, die Mut macht zu enkeltauglichen Reformen, anstatt in einem ideologischen „Weiter-So“ zu erstarren.
Organisiert wird die Tagung vom BUND Naturschutz in Bayern (BN), dem Arbeitskreis Wirtschaft und Finanzen des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und dem Forum Ökologisch-Soziale Markwirtschaft (FÖS). Die Stadt Fürth, vertreten durch ihren Oberbürgermeister Dr. Thomas Jung, unterstützt die Veranstaltung.
Referent*innen
Johannes Ehrnsperger ist Inhaber und Geschäftsführer des Bio-Pioniers Neumarkter Lammsbräu. Nach seinem Betriebswirtschaftsstudium an der KU Eichstätt-Ingolstadt, dem Dualen Studium der Brau- und Getränketechnologie an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf sowie der parallelen Ausbildung zum Brauer und Mälzer stieg er 2018 in die Leitung des Familienunternehmens ein. Mit einer umfangreichen Modernisierung des Unternehmens sowie dessen Marken treibt der Vater dreier Kinder die unternehmenseigene Klimastrategie 2.0 voran und macht den Bio-Pionier fit für die Zukunft. Darüber hinaus fördert er Nachhaltigkeit im gesamten Liefernetzwerk und stärkt die Rolle der Neumarkter Lammsbräu als einer der Vorreiter beim Ausbau der ökologischen Landwirtschaft in Deutschland.
