Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft im Gegenwind: Stärkung von Resilienz und Akzeptanz
Die Soziale Marktwirtschaft hat Deutschland wirtschaftlich stark gemacht – doch auf dem ökologischen Auge bleibt der Markt bislang blind. Die Tagung fragt, wie sich die Erfolgsgeschichte der „sozialen Einhegung“ der Wirtschaft auf eine dringend notwendige ökologische Einhegung übertragen lässt.
10.10.2026 10:00 - 17:30
Fürth
Veranstaltungsort: Ludwig Erhard Zentrum, Ludwig-Erhard-Straße 6, 90762 Fürth
Tagungsbeitrag: Die Tagung ist kostenfrei.
Am historischen Ort – in Fürth, der Geburtsstadt Ludwig Erhards – diskutieren Vertreter*innen aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft, wie eine sozial-ökologische Modernisierung der Marktwirtschaft gelingen kann. Die Veranstaltung bildet den Auftakt einer Reihe, die Mut zu grundlegenden Reformen machen will, statt an einem ideologischen „Weiter-so“ festzuhalten.
Programm der Tagung
Das Programm befindet sich noch im Aufbau – weitere spannende Impulsgeber*innen und Panel-Teilnehmer*innen aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft werden in den kommenden Wochen bekannt gegeben und hier ergänzt. Es lohnt sich, hier auf dem Laufenden zu bleiben!
10:00 Uhr: Begrüßung und Einführung
- Dr. Thomas Jung, Oberbürgermeister der Stadt Fürth
- Evi Kurz, Vorsitzende Stiftung Ludwig-Erhard-Haus
- Prof. Dr. Hubert Weiger, Ehrenvorsitzender des BUND Naturschutz in Bayern (BN) und des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND)
10:30 Uhr: Block 1 - Grundpositionen
Ökologisch-soziale Marktwirtschaft in der Zeitenwende
Impuls: Prof. Dr. Rudi Kurz, BUND
Panel: Heiner Müller-Ermann, Sprecher Arbeitskreises Wirtschaft im BUND Naturschutz
12:20 Uhr: Mittagspause
13:20 Uhr: Block 2 - Wirtschaft
Verantwortung der Unternehmen in der ökologisch-sozialen Marktwirtschaft
Panel
- Johannes Ehrnsperger, Geschäftsführer Neumarkter Lammsbräu
- Dr. Stefanie Eichiner, Vorsitzende des Unternehmensnetzwerks „Biodiversity in Good Company“
15:00 Uhr: Kaffeepause
15:30 Uhr: Block 3 - Zukunftsfähigkeit und Demokratie
Vorschläge zur konzeptionellen Weiterentwicklung der Sozialen Marktwirtschaft
Impuls
- Ralf-Uwe Beck, Bundesvorstandssprecher Mehr Demokratie
- Carl Mühlbach, Geschäftsführer FiscalFuture
Panel
- Luisa Neubauer (angefragt), Geografin, Klimaschutz-Aktivistin, Publizistin
- Dr. Myriam Rapior, Mitglied im Bundesvorstand des BUND
- Ralf-Uwe Beck, Bundesvorstandssprecher Mehr Demokratie
- Carl Mühlbach, Geschäftsführer FiscalFuture
17:10 Uhr: Abschluss
Prof. Dr. Hubert Weiger, Ehrenvorsitzender von BUND und BN
Hintergrund der Tagung
Der Bund für Umwelt und Naturschutzschutz Deutschland (BUND) beschäftigt sich seit seiner Gründung 1975 intensiv mit Fragen des Verhältnisses von Wirtschaft und Umwelt. Unter dem Leitgedanken der Nachhaltigkeitspolitik setzt er sich dabei vor allem für die Erweiterung der Sozialen Marktwirtschaft zu einer Ökologisch-Sozialen Marktwirtschaft ein. Denn so effizient der Markt die Produktion und Verteilung von Gütern auch regelt – auf dem sozialen und dem ökologischen Auge ist er blind.
Schon vor rund hundert Jahren haben die Ordoliberalen der Freiburger Schule die reine Marktwirtschaft durch soziale Regelungen beschränkt. Ludwig Erhard hat als Wirtschaftsminister der Nachkriegszeit die Bundesrepublik auf diesen Weg einer Sozialen Marktwirtschaft geführt. Heute weist das vergleichsweise kleine Deutschland die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt auf – ein klares Zeichen dafür, dass die „soziale Einhegung“ einer Volkswirtschaft nicht schadet, sondern sogar großen Nutzen stiftet.
Diese Erfahrung kann auch Vorbild für die dringend notwendige „ökologische Einhegung“ einer Marktwirtschaft sein. Denn auch klima- und umweltpolitische Maßnahmen bedeuten für eine Volkswirtschaft keinen Nachteil, ganz im Gegenteil: Länder mit hohen ökologischen Standards sind widerstandsfähiger gegenüber Naturereignissen, weisen eine gesündere und zufriedenere Bevölkerung auf und sind auch unabhängiger von geopolitischen Ereignissen. Wer auf Erneuerbare Energien im eigenen Land baut, braucht keine „Kriege um Öl“.
In Fürth, der Geburtsstadt Ludwig Erhards, soll die sozial-ökologische Modernisierung unserer Volkswirtschaft neuen Schwung bekommen. Die Tagung möchte diesen Impuls setzen. Sie bildet den Auftakt zu einer Veranstaltungsreihe, die Mut macht zu enkeltauglichen Reformen, anstatt in einem ideologischen „Weiter-So“ zu erstarren.
Organisiert wird die Tagung vom BUND Naturschutz in Bayern (BN), dem Arbeitskreis Wirtschaft und Finanzen des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und dem Forum Ökologisch-Soziale Markwirtschaft (FÖS). Die Stadt Fürth, vertreten durch ihren Oberbürgermeister Dr. Thomas Jung, und die Vorsitzende der Stiftung Ludwig-Erhard-Haus, Evi Kurz, unterstützen die Veranstaltung.
