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Bergmolch (Ichthyosaura alpestris): Steckbrief

Bergmolchmännchen tragen ein prächtiges Hochzeitsgewand: orangefarbener Bauch trifft auf blaue Seitenstreifen, die dunkelblaue Oberseite krönt ein schwarzgelber Kamm.

Schwimmender Bergmolch
Der Bergmolch gehört zu den farbenprächtigsten Amphibien. (Foto: Wolfgang Willner)

Der Bergmolch besiedelt zur Fortpflanzung ähnliche Gewässer wie der Teichmolch, bevorzugt aber die kühleren Waldlagen und höher gelegene Orte. Bergmolchmännchen stehen in ihrem prächtigen Hochzeitskleid tropischen Amphibien in nichts nach: Der kräftig orangerote Bauch trifft auf einen leuchtendblauen Seitenstreifen, die schwarzblaue Oberseite wird akzentuiert durch einen schwarzgelben Rückensaum. Diese Pracht setzt er unter Wasser bei der Balz ein: Er stellt sich quer vor das Weibchen und wedelt kräftig mit seinem prächtigen Schwanz. Hat er sie überzeugt, wird sie das auf dem Boden abgelegte Samenpaket zielgenau aufnehmen, so dass die bis zu 250 Eier in ihrem Körper befruchtet werden.

Nach etwa einer Woche beginnt das Weibchen damit, die Eier einzeln in Wasserpflanzenblätter einzuwickeln, wo sie sich geschützt weiterentwickeln können. Die geschlüpften Larven und die erwachsenen Molche bleiben bis zum Sommer im Wasser und ernähren sich hier von Insektenlarven, Kleinkrebsen, Fliegen, aber auch Grasfroschlaich oder kleineren Artgenossen. Jungmolche, aber auch erwachsene Tiere verändern ihre Haut, wenn sie an Land gehen.

An Land verstecken sich auch Bergmolche tagsüber unter allem, was einen ausreichenden Schutz bietet, etwa Mauselöchern, Steinen, Holz und Laub. Erst in der Nacht werden sie aktiv und machen sich auf die Suche nach Insekten, Würmern und Spinnen. Die Tiere überwintern manchmal in größeren Ansammlungen frostgeschützt, teilweise bereits in Gewässernähe im Erdboden, unter Baumwurzeln und aufgeschütteten Steinhaufen, manchmal auch in Kellern.

Der Bergmolch ist in Bayern nicht gefährdet.

Merkmale des Bergmolchs (Ichthyosaura alpestris)

Ein schattiges, waldnahes Gewässer bietet dem Bergmolch einen Lebensraum.
Bergmolche bevorzugen höher gelegene Gewässer und kühlere Waldlagen mit guten Versteckmöglichkeiten als Lebensraum. (Foto: BN-Archiv)
  • 8-10 cm groß
  • Bauch: orangefarben, ungefleckt
  • Männchen: (siehe Bild oben), Rücken grau bis schwarzblau
  • Weibchen: Rücken schwarzgrau bis schiefergrau
  • Wissenschaftlicher Name: Ichthyosaura alpestris

Systematik

Klasse: Lurche (Amphibia)
Ordnung: Schwanzlurche (Caudata)
Überfamilie: Salamanderverwandte (Salamandroidea)
Familie: Echte Salamander (Salamandridae)
Gattung: Europäische Wassermolche (Ichthyosaura)
Art: Bergmolch (Ichthyosaura alpestris)