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Zeubelrieder Moor: Alfred Schäfleins neuer Helfer

Das Zeubelrieder Moor ist schon viele Jahre im BN-Besitz. Seit der Biber dort zugewandert ist, hat sich das gut fünf Hektar große Naturschutzgebiet deutlich verändert.

Wenn man irgendwo in Bayern kein Moor erwarten würde, dann im trockenen Unterfranken. Schon deshalb ist das Zeubelrieder Moor bei Ochsenfurt eine Rarität: ein "grundwassergespeistes, nährstoffreiches Flachmoor", wie es in einer pflanzensoziologischen Untersuchung der Würzburger Vegetationsökologin Prof. Dr. Isolde Ullmann aus dem Jahr 1972 heißt.

Schon in den 1960er-Jahren hatte der BUND Naturschutz versucht, die Flächen zu erwerben, doch erst Jahre später, mit der zweiten Flurbereinigung, kam das Zeubelrieder Moor in den Besitz des BN, der es seither betreut. Es umfasst etwa 5,3 Hektar und besteht im Kern aus artenreichen Pfeifengraswiesen sowie einem bruchwaldähnlichen Feuchtgebiet.

Ein Moor wird zur Lebensaufgabe

Der langjährige Betreuer Alfred Schäflein kam zu diesem Moor wie die buchstäbliche Jungfrau zum Kind. Der Versbacher war damals stellvertretender Vorsitzender der neu gegründeten Kreisgruppe Würzburg, und deren damaliger Vorsitzende Professor Gerhard Kneitz hatte ihn gebeten, die laufenden Verhandlungen mit der Flurbereinigung abzuschließen, weil er selbst einen Ruf an die Universität Bonn erhalten hatte. Schäflein übernahm – und ahnte nicht, dass daraus eine Lebensaufgabe werden würde.

Immerhin hat Schäflein nun einen Helfer gefunden, und zwar einen sehr zupackenden, der sich gleich daran gemacht hat, das Zeubelrieder Moor nach seinen Vorstellungen umzugestalten: Ein Biber ist zugewandert und hat, ohne seinen Eingriff mit der Unteren Naturschutzbehörde abzustimmen, am unteren Ende des Bruchwalds einen großen Staudamm angelegt. Mit der Folge, dass viele Bäume nun knietief unter Wasser stehen.

Biberreviere sind artenreich

Aber so ist es nun mal: Natur verändert sich – auch Naturschutzgebiete. Von sich aus wäre Schäflein wohl kaum auf die Idee gekommen, weite Teile des Zeubelrieder Moores unter Wasser zu setzen. Aber daran hindern kann und wird er seinen neuen Helfer auch nicht, zumal Biberreviere sich meist durch besonderen Artenreichtum auszeichnen. Daran werden auch die wiederholten Zerstörungen des Biberdamms nichts ändern, die der BN als Grundstückseigentümer selbstverständlich zur Anzeige gebracht hat.


Das Zeubelrieder Moor kennenlernen

Wer das Zeubelrieder Moor erkunden will, hat die Wahl zwischen der "Direttissima" ab dem nördlichen Ortsrand von Sommerhausen: einem teilweise geteerten Feldweg, über den er sein Ziel in einer Viertelstunde erreicht, und dem etwa zwölf Kilometer langen "Wanderweg der Ortsgeschichte", der in einer Broschüre der Marktes Sommerhausen detailliert beschrieben ist. Um das Moor führen nur unmarkierte Wege und Steige, sodass Interessierte besser an einer Führung durch die Kreisgruppe teilnehmen.

Ausgangspunkt: Sommerhausen – Wanderparkplatz "Zu den Aussiedlerhöfen" oberhalb der Weinberge (Anfahrt: Industriestraße gerade hoch bis Parkplatz)

Reine Gehzeit: kurze Variante unter 1 Stunde / längere Variante 2,5 bis 3 Stunden

Wegcharakter: befestigte Feldwege, rund um das Moor unbefestigte Wege und Steige

Einkehr: Sommerhausen