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Naturschutzpreis für Christine von Weizsäcker

Der Bund Naturschutz hat die weltbekannte Biologin Christine von Weizsäcker für ihren internationalen Einsatz für gentechnikfreies Saatgut und Rechte von Entwicklungs- und Schwellenländern mit dem Bayerischen Naturschutzpreis geehrt.

Im Rahmen einer Festveranstaltung im Bayerischen Landtag am 27. November ehrte der Bund Naturschutz Christine von Weizsäcker, die sich weltweit erfolgreich für die Erhaltung der biologischen Vielfalt und gegen die gentechnische Manipulation von Pflanzen, Tieren und Lebensmitteln einsetzt. Der Bund Naturschutz verleiht den Bayerischen Naturschutzpreis seit über 30 Jahren an hoch verdiente Persönlichkeiten für ihr herausragendes Wirken im Naturschutz. Er ist die höchste Auszeichnung des Bundes Naturschutz, dem ältesten und größten Naturschutzverband des Freistaats und damit die bedeutendste Naturschutzauszeichnung Bayerns.

In diesem Jahr geht der Preis an Christine von Weizsäcker, die sich seit Jahren weltweit für gentechnisch unveränderte Lebens- und Futtermittel einsetzt und in vielen Ländern, vor allem auch in Brasilien und den USA Bauern, Bürgerinitiativen und Naturschutzverbände unterstützt. Der Bund Naturschutz würdigt mit der Verleihung des Bayerischen Naturschutzpreises ihre wissenschaftlichen wie praktisch-politischen Anstrengungen für die Erhaltung der biologischen Vielfalt und gegen die gentechnische Manipulation von Pflanzen, Tieren und Lebensmitteln im Interesse einer weltweit nachhaltigen Landwirtschaft.
 
„Christine von Weizsäcker ist eine exponierte Gegnerin der Agrogentechnik und der Patentierung von Tieren und Pflanzen, der Respekt vor der Schöpfung ist eine ihrer zentralen Handlungsmotivationen,“ so Hubert Weiger, der Vorsitzende des Bund Naturschutz und des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland in seiner Laudatio.
 
Hubert Weiger beglückwünschte die Mikrobiologin für ihren erfolgreichen Kampf zur Erhaltung der biologischen Vielfalt, einen Kampf, der noch längst nicht zu Ende sei, jedoch Mut mache, dass die Macht der Gentechnikkonzerne gebrochen werden könne, wenn an vielen kleinen Stellen vor Ort sich Widerstand rege, und in lokalen, nationalen und internationalen Netzwerken zusammengearbeitet würde.
 
Der BN-Landesbeauftragte Richard Mergner kündigte den massiven Widerstand gegen die im Koalitionsvertrag auf Bundesebene beschlossenen Entschärfung des deutschen Gentechnikgesetzes an. „Bundeslandwirtschaftministerin Ilse Aigner und die Bayerische Staatsregierung müssen sich wesentlich stärker für den Stopp von Zulassungen für kommerziellen Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen einsetzen“, so Mergner.
 
Bei den Vertragsstaatenkonferenzen der Biodiversitätskonvention hat sich Christine von Weizsäcker für die Rechte der Entwicklungs- und Schwellenländer zur Verhinderung der grenzüberschreitenden Verbringung von gentechnisch veränderten Organismen eingesetzt. Die Inhalte des im Dezember 1999 in Cartagena (Kolumbien) und im Januar 2000 in Montreal verabschiedeten „Cartagena-Protokolls“, das gegen den massiven Widerstand der US-amerikanischen Gentechlobby durchgesetzt werden konnte, sei ein Kunstwerk, an dem Christine von Weizsäcker  – stets unsichtbar im Hintergrund – wesentlichen Anteil habe. Es unterwirft die Anwendung der Gentechnik in der Landwirtschaft zumindest strengen Kriterien.