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Atomausstieg

"Atomausstieg Sofort - ohne Schuldhaftes Zögern!" ist die Forderung der Delegierten-Versammlung des Bund Naturschutz in Bayern e.V. in 2011 - Bayern muss raus aus der Sackgasse der tödlichen Atomenergie.

Es gibt keine sichere Atomenergie! Noch können wir handeln! Eine rationale, ethisch verantwortbare Analyse kann also nur lauten: Ausstieg aus der Atomenergie - sofort! Der Bund Naturschutz und der BUND fordern dies seit 1975 - lange bevor irgendeine politische Partei dies formulierte. Der Bund Naturschutz fordert den Stop von Staatssubventionen für die Atomindustrie und wird die Einflussnahme der Atomlobby offenlegen.

Fakten und Forderungen

  • Zukunft ohne Atomstrom: Alle AKW's in Deutschland könnten abgeschaltet werden, ohne dass dies die Verbraucher spürten.

  • Wichtigster Schritt: Energiesparen: Verringerung des gesamten Energieverbrauchs (Strom, Wärme, Verkehr) als größte Energiequelle
  • Wärmedämmung: flächendeckende kommunale Energiesparprogramme
  • Energieeffizienz: Stromherstellung nur mit Kraft-Wärme-Kopplung; Abwärme jeder Stromerzeugung muss genutzt werden (als Nah- oder Fernwärme)
  • Erneuerbare Energien: Sofortiger Ausbau in Abstimmung mit Natur- und Heimatschutz (vor allem Wind und Sonne)

Mehr Informationen:
Link zur Atom- und Strahlenkommission des BUND
BUND-Studie Atomstrom 2018: Sicher, sauber, alles im Griff?
BUND-Forderungen zur Atomgesetz-Novelle 2018


Gefahren atomarer Zwischenlager

Castoren mit hochradioaktivem Atommüll lagern in den atomaren Zwischenlagern in Bayern an den Standorten Isar bei Landshut, Gundremmingen zwischen Günzburg und Dillingen an der Donau, und Grafenrheinfeld bei Schweinfurt. Eine nachhaltige und gesellschaftlich akzeptierte Lösung für eine sogenannte Endlagerung ist nicht in Sicht, und wenn, dann erst wohl weit in der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts - trotz vielfältiger Bemühungen von Politik und Zivilgesellschaft. Mit dem beschlossenen Atomausstieg von 2011 wird leider erst in 2021 der Atomreaktor C in Gundremmingen und erst in 2022 der Atomreaktor Isar 2 aus dem elektrischen Leistungsbetrieb genommen, obwohl eine sofortige Abschaltung möglich und auch erforderlich wäre.

Eine Studie des BUND e.V. zeigt auf, dass die derzeitigen atomaren Zwischenlager nicht sicher sind gegen Flugzeugabsturz oder terroristische Anschläge. Das Problem: Die Bayerische Staatsregierung scheint unwillig, deren Sicherheit real und technisch zu verbessern. Hier setzt die Kritik des BUND Naturschutz in Bayern, e.V. an: Sicherheit entsteht eben nicht durch formale Genehmigungen sondern vor allem auch durch technische Maßnahmen - und hier fehlt es am Willen der Bayerischen Staatregierung.

Wir fordern ein neues öffentliches Genehmigungsverfahren, das die im Raum stehenden Fragen transparent klärt. Die tödliche atomare Gefahr wird Jahrzehnte länger vor unserer Haustür verbleiben als damals bei der Genehmigung vorgesehen. Auf der Basis unserer Studie fordern wir daher die Bayerische Staatsregierung auf, ein neues Konzept für Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherung vor Ort zu entwickeln. Wie die Bundesregierung und der Freistaat Bayern mit dem Atommüll umgehen, erzeugt wenig Vertrauen in die Zusage eines neuen, transparenten und partizipativen Suchvorgangs für ein Atommüll-Endlager. Glaubhaft wäre, wenn sich die betroffenen Bürgerinnen und Bürger vor Ort bei laufenden Verfahren und Problemen auf Transparenz und Mitbestimmungsrechte verlassen könnten!

Ziel ist die sichere und verantwortungsvolle Entsorgung zum Schutz von Arbeitskräften und Bevölkerung vor ionisierender Strahlung. Künftigen Generationen sollen keine unangemessenen Lasten aufgebürdet werden. Um eine ausreichende Sicherheit zu gewährleisten, muss das deutsche Zwischenlagerkonzept neu bewertet werden.

Der BUND Naturschutz in Bayern, e.V. fordert, dass die Menschen an den Zwischenlager-Standorten in Landshut, in Günzburg und Dillingen und in Schweinfurt an einem breiten öffentlichen Prozess, wie es mit den Zwischenlagern weitergehen soll und welche Nachrüstungen zur Sicherheit von Mensch und Natur zwingend erforderlich sind, beteiligt werden.

Mehr Informationen:
PM-011-18 Gefahren atomarer Zwischenlager in Bayern
BUND-Studie Aktuelle Probleme und Gefahren bei deutschen Zwischenlagern für hochradioaktive Abfälle (Oktober 2017)
BUND-Eckpunkte Zwischenlagerung hochradioaktiver Atommüll (Juni 2017)


Endlagersuche für Atommüll

Atommüll-Lager-Suche bisher ohne ausreichende Transparenz und Beteiligung – auch in Bayern

Nach drei Jahren wird die Suche nach einem Atommüll-Lager erstmals konkreter und die bestehenden Mängel am Verfahren immer deutlicher: Es fehlt noch immer Einblick in die geologischen Daten und Beteiligung auf Augenhöhe.

Mit der Veröffentlichung des „Zwischenberichts Teilgebiete“ stellt die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) Regionen in ganz Deutschland vor, die für eine sogenannte „Endlagerung“ von hochradioaktiven Müll infrage kommen. Der Bericht ist das erste Zwischenergebnis der 2017 gestarteten Suche bei der bis zum Jahr 2031 ein Standort für die strahlenden Hinterlassenschaften gefunden werden soll. Der Müll soll untertage in Salz-, Ton oder Granitgestein gelagert werden. Auch Bayern bietet in den o.g. Wirtsgesteinen Orte, die für ein Atommüll-Lager infrage kommen.

In den vergangenen drei Jahren hat die BGE geologische Daten gesammelt und ausgewertet. Weder der BUND noch andere Verbände wurden im Vorfeld in diese Arbeit einbezogen. Eine unabhängige Prüfung des Prozesses und eine kritische Einschätzung der Auswahl waren somit nicht möglich. Kurz nach der Veröffentlichung des Zwischenberichtes – Mitte Oktober - beginnt auch das erste Beteiligungsverfahren. Unter Leitung des Bundesamts für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) können Betroffene den Bericht auf Fachkonferenzen kommentieren. Ein erster Auftakttermin fand am 17. und 18. Oktober 2020 statt.

BUND-Kommentar zur Atommülllagersuche: Auftaktveranstaltung der Fachkonferenz Teilgebiete schafft keine Grundlage für wissenschaftliche Debatte und ernstgemeinte Beteiligung

Es braucht einen sicheren Umgang mit dem strahlenden Erbe

Politik und Atomindustrie haben über Jahrzehnte auf den ungeeigneten Standort Gorleben gesetzt. Gorleben erfüllt auch die aktuellen Kriterien für ein Atommüll-Lager nicht und ist aus dem Suchprozess der BGE aussortiert worden.

BUND-Studie: https://www.bund.net/fileadmin/user_upload_bund/publikationen/atomkraft/atomkraft_geologische_defizite_gorleben.pdf

Zurzeit steht der Müll in den 16 unzureichend gesicherten Zwischenlagern in ganz Deutschland – auch in Bayern, dort am AKW Gundremmingen, bei Günzburg, am AKW Isar, bei Landshut, und am AKW Grafenrheinfeld, bei Schweinfurt.  Diese Lager sind nicht ausreichend gegen Angriffe von außen oder einen Flugzeugabsturz gesichert.

BUND-Studie:
https://www.bund.net/fileadmin/user_upload_bund/publikationen/atomkraft/atomkraft_zwischenlager_studie_2020.pdf

Eine dauerhafte Zwischenlösung darf es nicht geben.

Kein Standort ohne Nachteile

Schon jetzt ist klar: Es wird keinen Standort geben, der keine Nachteile besitzt. Der Begriff „Endlager“ täuscht eine Lösung vor, die es nicht geben kann. Kein Ort wird für eine Million Jahre vollständige Sicherheit und ein „Ende“ des Atommülls gewährleisten. Egal ob Salz, Ton oder Granit - Jeder Gesteinstyp hat seine Vor- und Nachteile. Aus Sicht des BUND muss daher der Ort mit der bestmöglichen Sicherheit gefunden werden – ein Weiterschieben der Verantwortung darf es nicht geben.  Gorleben mahnt, dass für eine solche Entscheidung eine umfassende und kritische Prüfung zwingend notwendig ist.

Der BUND kritisiert das aktuelle Verfahren

Zentrale Voraussetzung für eine glaubwürdige Teilgebietsauswahl ist Transparenz und der Einblick in die zugrundeliegenden Daten. Eine wichtige Frage bei der Standortsuche ist: Welche geologischen Informationen wurden wie bewertet? Der veröffentlichte Zwischenbericht lässt hier viele Fragen offen. Zahlreiche verwendete geologische Daten gehören Rohstofffirmen und können nicht ohne weiteres veröffentlicht werden. Die strittigen Daten landen, laut neuem Geologiedatengesetz, in einem Datenraum. Einblick hat nur das Nationale Begleitgremium, ein Beteiligungsgremium aus Laienbürger*innen und anerkannten Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens. Vollständige Transparenz ist nicht gegeben.

Mängel weißt auch das Beteiligungsverfahren, die Fachkonferenz Teilgebiete auf, die nun in vier statt den gesetzlich vorgeschriebenen sechs Monaten eine Kommentierung des Zwischenberichtes leisten soll. Betroffene müssen in einem Eilverfahren einen Bericht überprüfen, den die BGE in drei Jahren erarbeitet hat. Bei der Diskussion des Berichtes steht der BUND der gut vorbereiteten und ausgestatteten BGE gegenüber. Finanzielle Mittel für Betroffene und Umweltverbände für eigene Gutachter*innen wurden abgelehnt. Zudem ist nicht sicher, dass die eingebrachten Beiträge der Zivilgesellschaft Wirkung zeigen. Rechtlich hat das Beteiligungsverfahren keine bindende Wirkung.

Der BUND mahnt, die Atommüll-Lager-Suche nicht scheitern zu lassen. Das Verfahren muss auch im Hinblick auf die Corona-Pandemie angepasst werden und echte Beteiligung und Transparenz ermöglichen.

Was muss passieren?

  • Vollständige Transparenz! Ohne einen sofortigen Einblick in alle Daten, Methoden und Informationen ist eine glaubwürdige und nachvollziehbare Suche nicht möglich. Daten dürfen nicht in einer Geheimkammer landen, sondern müssen für alle frei verfügbar sein.   
  • Beteiligung auf Augenhöhe! Beteiligung muss bei der Fachkonferenz so gestaltet sein, dass alle Betroffenen in der Lage sind die komplexe geologische Materie zu verstehen und überprüfen zu lassen (etwa durch finanzielle Mittel für kritische Gutachter*innen). Die Ergebnisse der Fachkonferenz müssen Eingang in die Arbeit der BGE finden und dürfen nicht in der Schublade verschwinden.
  • Sorgfalt vor Eile: Vor und während der Fachkonferenz Teilgebiete braucht es ausreichend Zeit auch für die vielen ehrenamtlichen Engagierten, um sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Eine wissenschaftliche Prüfung und Beteiligung kann nicht in einem Eilverfahren erfolgen, umso mehr vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie.

Sicherheit ist oberstes Gebot: Die Auswahl der Teilgebiete muss auf wissenschaftlichen Kriterien beruhen. Es ist nicht zulässig Standorte wegen fehlender Daten oder auf Grund von politischen Interessen auszuschließen. Werden Teilgebiete im Zwischenbericht ausgewiesen zu denen nicht ausreichend Daten vorliegen, so müssen in diesen Regionen Nacherhebungen erfolgen. Politische Interessen dürfen nicht das Verfahren leiten, daher muss auch der Standort Gorleben ausscheiden.

Weitere Informationen des BUND

Materialien

Informationen der Bundesgesellschaften und Bundesämter

https://www.bge.de/de/endlagersuche/zwischenbericht-teilgebiete/

https://www.bge.de/fileadmin/user_upload/Standortsuche/Wesentliche_Unterlagen/Zwischenbericht_Teilgebiete/Zwischenbericht_Teilgebiete_barrierefrei.pdf 

https://www.bge.de/fileadmin/user_upload/Standortsuche/Wesentliche_Unterlagen/Zwischenbericht_Teilgebiete/Anlage_1A_zum_Fachbericht_Teilgebiete_und_Anwendung_geoWK_nicht_barrierefrei.pdf

https://meetingmasters.events/moreEvent-base/public/event/704/home;jsessionid=AED6867101F4A46FB7DAA75A36A47E77?iframe=false&eventUrl=Fachkonferenz

Weitere Informationen finden Sie in einer Präsentation des Bund Naturschutz:
Standortauswahl Atommüll (J. Warode)

Ein Satz mit…? Atommülllagersuche darf nicht scheitern
Ein Artikel zur Bewertung des BUND-Vorsitzenden Olaf Bandt



Kinospot

Information für Kreis- und Ortgruppen zum BN-Kino-Spot "Fukushima":

Spot Film für Kinovorprogramme, zum Andenken an Fukushima am.

Dieser kurze "Spot"-Film ist entwickelt für Vorprogramme Ihrer lokalen Kinos, v. a. Programmkinos, im Zeitraum um den Fukushima-Jahrestag 11. März 2011 - der sich in 2016 zum fünften Mal gejährt hat. Inhalt ist unsere Trauer und das Andenken an die Opfer, aber auch die ungelösten Probleme des Atommülls. Dieser kleine Film ist kurz, von Profis erstellt, geeignet für das Kino.

 Hier geht's zum Film

Sollte sich der Link nicht öffnen lassen, so können wir den Spot auf Anfrage als MP4-Version (28 MB) zusenden. Der kleine Film ist mit wenig Geld, kleinem Budget und auch viel ehrenamtlicher Arbeit bei der Rheinfilm GmbH für den BUND Naturschutz erstellt worden. Aus Gründen begrenzter Mittel konnten wird auch nicht an einem bayerischen AKW neu drehen, sondern wir haben auf ein bestehendes Filmchen zurückgegriffen - das Bild zeigt also kein bayerisches AKW, sondern das AKW Philippsburg in Baden-Württemberg.

Für die kurze Filmsequenz hat die Schauspielerin Alwara Höfels für uns ehrenamtlich gearbeitet, ohne Gage! Dafür danken wir ihr vielmals!


BUND Naturschutz Zeitzeugen

Babs Günther: Mein Engagement gegen das AKW Grafenrheinfeld
Marianne Laepple: Widerstand gegen die Wiederaufbereitungsanlage Wackersdorf