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Umweltfreundlich online einkaufen

Onlineshopping ist scheinbar ein rein virtuelles Vergnügen. Doch der unsichtbare Umweltballast ist sehr real – und wohl kaum geringer als beim Einkauf im Geschäft.

Leben Sie im Ballungsraum? Nutzen Sie statt eines hitzespeienden PCs ein cooles Notebook? Bündeln Sie Ihre Einkäufe, recyceln Sie Versandkartons und archivieren Sie Onlinerechnungen digital? Dann ist Ihre Ökobilanz beim Onlineshopping vermutlich günstig. Günstiger jedenfalls als die Ihrer Nachbarin, die regelmäßig mit dem SUV ins Einkaufszentrum donnert. Wahrscheinlich toppen Sie aber auch Ihre Bekannten auf dem Land, die kaum noch ohne Internet und Paketdienst auskommen.

Ist Einkaufen via Internet eher gut oder schlecht für die Umwelt? Onlinehändler verweisen gern auf eine einzige Studie, die ihnen klare Umweltvorteile im Vergleich mit dem herkömmlichen Einkaufen bescheinigt. Kein Wunder: Fußgänger und Radler fehlen darin völlig. Fakt ist, dass man nicht pauschal sagen kann, es sei in jedem Fall umweltfreundlich, online einzukaufen. Zu viele schwer fassbare Faktoren prägen den ökologischen Fußabdruck des Onlineshoppings – vom eigenen Mobilitäts- und Einkaufsverhalten über die Umweltambitionen von Händlern und Paketdiensten bis hin zur Einwohnerdichte und Onlinekauflaune in der Nachbarschaft. Manches aber haben Sie selbst in der Hand.


Lieferexzesse vermeiden

Um umweltfreundlich online einkaufen zu können, sollten Sie Ihre Onlineeinkäufe umsichtig planen und bündeln. Wer beliebig bestellt, vervielfacht die Umweltbelastung durch viele vermeidbare Einzelbestellungen mit drastisch erhöhtem Materialverbrauch und Schadstoffausstoß von Verpackung und Lieferung. Das Gleiche gilt für fahrlässig verursachte Retouren. Rund 20 bis 30 Prozent aller Bestellungen gehen zurück! Haben Sie Zweifel an Qualität oder Passform der neuen Sonnenbrille oder Bluse, dann kaufen Sie diese lieber nach einer dortigen Anprobe im Laden.

Ebenso fragwürdig ist die Praxis, reale Läden zwecks Preisvergleich und Warentest abzuklappern, um anschließend billig im Internet zu ordern. Das schadet der Umwelt doppelt: erst durch die Leerfahrten, dann durch Verpackung und Lieferung der Onlinebestellung. Unfair gegenüber den Ladenbetreibern ist es obendrein.

Deutlich umweltfreundlicher online einkaufen und dabei auch noch die Ökobilanz der Lieferkette aufbessern können Sie durch Eigenleistung: Paketdienste bieten oft die Möglichkeit der Selbstabholung. Bei DHL melden Sie sich dazu für eine Packstation an, deren Adresse Sie fortan für Ihre Bestellungen verwenden. Bei GLS genügt ein Anruf im nächsten Paketshop. Sinn hat das natürlich nur, wenn Sie zum Abholen Rucksack, Fahrradanhänger oder ohnehin fällige nicht vermeidbare Autofahrten nutzen. Keine Bedenken sollten Sie beim Onlineshopping von Ökoprodukten haben. Sie sind über die klassischen Vertriebswege oft nicht erhältlich. Die Umweltbelastung durch den Versand dürfte hier akzeptabel sein, weil es den Markt ansonsten nicht gäbe. Überdies bemühen sich Ökoshopbetreiber meist um möglichst umweltneutrale und effiziente Logistik


Zehn Tipps für das umweltfreundliche Onlineshopping

  • Kaufen Sie nichts online, was Sie auch in Ihrer Nähe bekommen, nutzen Sie für den Weg umweltfreundliche Verkehrsmittel.
  • Bündeln Sie den Einkauf ähnlicher Produkte und bestellen Sie bei möglichst wenig verschiedenen Händlern.
  • Wollen Sie umweltfreundlich online einkaufen, dann verteilen Sie Einkäufe nicht wegen minimaler Preisvorteile auf mehrere Anbieter.
  • Nutzen Sie für Ökoprodukte regionale Lieferdienste wie die »Ökokiste«.
  • Kaufen Sie Waren mit hoher Rücksendequote wie Schuhe oder Hosen statt per Onlineshopping nur im Laden.
  • Vermeiden Sie vergebliche Lieferversuche durch Terminabsprachen.
  • Umweltschädlich und unfair ist es, im Laden zu probieren und im Web zu ordern.
  • Achtung bei Onlineportalen: Oft bestellt man dort nur scheinbar bei nur einem Händler.
  • Geben Sie Lieferdiensten mit Pfandkisten oder Recyclingkartons den Vorzug.
  • Bilden Sie Einkaufsgemeinschaften, etwa für Ökolebensmittel.