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25.000 Menschen protestieren anlässlich der IAA für die Mobilitätswende

25.000 Menschen haben am 11. September in München anlässlich der IAA mit einer großen Fahrrad-Sternfahrt und Fußgängerdemo für eine echte Mobilitätswende demonstriert. Unter dem Motto #aussteigen forderten die Demonstranten eine klare Abkehr von der autodominierten Verkehrspolitik und Vorrang für den Fuß-, Rad- und Nahverkehr.

11.09.2021

Die Politik müsse sich endlich aus der erdrückenden Umarmung der Automobilindustrie befreien, um einen klimafreundlichen Verkehr für alle zu ermöglichen, so das Bündnis aus ADFC, Attac, BUND Naturschutz (BN), Campact, Deutscher Umwelthilfe (DUH), Greenpeace, NaturFreunde Deutschlands und Verkehrsclub Deutschland (VCD), das zu den Protesten aufgerufen hatte. 

Der BN-Landesvorsitzende Richard Mergner erklärt: "Straßenbau ohne Ende und eine Autolobby, die entsprechend gefüttert wird - wir haben das satt. Deswegen brauchen wir jetzt bei der Bundestagswahl eine Klimaschutzwahl und eine Wahl für die Mobilitätswende. Das heißt: Tempolimit, Investitionen tatsächlich in zukunftsfähige Mobilität. Deswegen sind wir heute mit tausenden Menschen hier in München auf der Straße und zeigen der IAA, was wirklich eine zukunftsgerichtete Mobilität ist."

Es ist ein starkes Zeichen für die Mobilitätswende, dass zehntausende Menschen aus ganz Deutschland unserem Aufruf gefolgt sind – trotz der vielen Stolpersteine, die uns die Behörden bis zur letzten Minute in den Weg gelegt haben. Die Menschen wollen eine andere Verkehrspolitik, konsequenten Klimaschutz im Verkehr und gute Alternativen zum eigenen Auto. Und sie fallen nicht auf die grünen Blinkmanöver der Automobilindustrie auf der IAA herein. Vorfahrt allein fürs Auto ist vorbei, dicke Spritschlucker und Platzfresser sind nicht mehr zeitgemäß. Wir wollen eine Politik, die Rad, Fuß, Bus und Bahn klar priorisiert und Klimaschutz im Verkehr ernst nimmt. Vielen Dank an alle, die unsere Proteste in München unterstützt haben!

Große, bunte Demo für mehr Rad, Fuß, ÖPNV

Eine #aussteigen-Radstafette aus Frankfurt war bereits am 6. September Richtung München aufgebrochen. Heute am frühen Morgen starteten große Gruppen von Radfahrenden unter anderem aus Regensburg, Augsburg und Rosenheim zur großen Fahrraddemo. Insgesamt 16 Fahrradrouten mit zehntausenden Menschen aus dem ganzen Münchner Umland führten zur Fußgängerdemo in der Münchner Innenstadt. Auf der letzten Etappe der Sternfahrt schloss sich eine Kinderdemo an, bei der zahlreiche Familien sichere Wege besonders auch für Kinder forderten. Bei der großen Abschlusskundgebung auf der Theresienwiese forderte das Demo-Bündnis die faire Verteilung des öffentlichen Raumes mit Vorrang für den Fuß- und Radverkehr, den massiven Ausbau von Bus und Bahn und klimaneutralen Verkehr bis 2035.

Behörden erschweren zivilgesellschaftlichen Protest

Die Organisation der #aussteigen-Demo wurde im Vorfeld erheblich durch die bayerischen Behörden erschwert. Mehrere Routen mussten wenige Tage vor der Demo umgeplant werden, die Führung über Autobahnabschnitte wurde gänzlich untersagt. Der Alltagsradverkehr in München war während der IAA erheblich behindert. Das Bündnis kritisierte die Ungleichbehandlung der Zivilgesellschaft gegenüber der Automobilindustrie bei der Nutzung des öffentlichen Raums scharf.