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Klimakrise verschärft Probleme der Kleinwasserkraft: Naturschutzverbände fordern Unterstützung für Rückbau unrentabler Anlagen – für mehr freie Flüsse

Deutschland erlebt einen Sommer mit extremer Hitze und Dürre. Während Flüsse und Bäche auch in Bayern unter Niedrigwasser leiden, geraten damit zahlreiche Kleinwasserkraftanlagen wirtschaftlich und technisch zunehmend an ihre Grenzen. Der Landesfischereiverband Bayern, der BUND Naturschutz in Bayern und der WWF Deutschland fordern deshalb einen staatlichen Rückbaufonds für nicht mehr wirtschaftlich betreibbare Anlagen. Damit könnten Betreiber entlastet und gleichzeitig Flüsse ökologisch aufgewertet werden.

19.08.2026

Die anhaltende Trockenheit macht vielen Fließgewässern in Bayern zu schaffen. Zahlreiche kleinere Bäche führen nur noch wenig Wasser oder trocknen abschnittsweise ganz aus. Wehre, die oftmals in Zusammenhang mit der Wasserkraftnutzung stehen, und andere Barrieren verschärfen die Situation zusätzlich, weil sie die natürliche Durchgängigkeit der Gewässer beeinträchtigen und die Anpassungsfähigkeit von Flussökosystemen an die Klimakrise einschränken.  

Gleichzeitig stehen viele Betreiber kleiner Wasserkraftanlagen vor wirtschaftlichen Herausforderungen. Sinkende Wasserabflüsse reduzieren die Stromerzeugung, während Sanierungs- und Umweltauflagen hohe Investitionen erfordern. Viele Anlagen erzielen nur geringe Strommengen und lassen sich langfristig kaum noch wirtschaftlich betreiben. Zahlreiche Betreiber würden ihre Anlagen deshalb gern aufgeben. Doch der Rückbau von Wehren und wasserbaulichen Anlagen ist technisch komplex und für viele finanziell kaum zu stemmen. Besonders ältere Betreiber oder Erbengemeinschaften sind damit häufig überfordert.

In Bayern konnten durch gemeinsame Projekte von Naturschutzverbänden und Betreibern bereits mehrere Wasserkraftstandorte zurückgebaut werden. Die Projekte zeigen, dass sich Gewässerschutz und die Unterstützung betroffener Betreiber verbinden lassen: Flüsse wurden wieder durchgängig gemacht und Betreiber von hohen Planungs- und Rückbaukosten entlastet, darunter am Hühnerbach (Landkreis Ostallgäu), am Wielenbach (Landkreis Weilheim-Schongau), an der Mitternacher Ohe (Landkreis Freyung-Grafenau) und am Wenzenbach (Landkreis Regensburg).

Die Verbände verweisen auf die Nationale Wasserstrategie der Bundesregierung, deren Umsetzung im Koalitionsvertrag vereinbart wurde. Diese empfiehlt ausdrücklich die Schaffung von Förderinstrumenten für den Rückbau nicht mehr wirtschaftlicher Wasserkraftanlagen. In Bayern liegt die Verantwortung beim Freistaat diese Empfehlung auch umzusetzen.

Um gemeinsame Lösungen zu entwickeln, suchten WWF Deutschland, BUND Naturschutz in Bayern und Landesfischereiverband Bayern gemeinsam mit betroffenen Anlagenbetreibern den Dialog mit den bayerischen Kleinwasserkraftverbänden. Ein bereits vereinbartes Gespräch Mitte August wurde jedoch kurzfristig abgesagt. Der Wasserkraftverband erklärte, das Thema Rückbau kleiner Wasserkraftanlagen falle nicht in seinen Zuständigkeitsbereich.

„Wer die Interessen von Wasserkraftbetreibern vertritt, darf die wachsenden Probleme vieler kleiner Anlagen nicht ignorieren. Hitze, Niedrigwasser und steigende Anforderungen stellen zahlreiche Betreiber vor existenzielle Fragen. Dafür braucht es Lösungen statt Verdrängung“, sagt Frida Zellner von der Erbengemeinschaft Reichermühle.