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Schlangenbeschwörer und Krötenflüsterer – BUND Naturschutz und ANL bilden neue Artenkenner*innen aus

Die Zahl der Artenkenner*innen in Bayern nimmt laufend ab. Der BUND Naturschutz tut etwas dagegen und bildet in Kooperation mit der ANL Amphibien- und seit diesem Jahr auch Reptilien-Fachleute aus. Nach Schulung durch BN-Experten legen 71 Teilnehmer*innen BANU-Prüfungen auf unterschiedlichen Wissensstufen ab – neu auch die Reptilienprüfung auf der Niveaustufe Bonze. Die erworbenen Kenntnisse sind für das Ehrenamt, aber auch für beruflichen Naturschutz ein großer Vorteil.

20.08.2026

Kompetente Artenkenner*innen sind in Bayern immer schwerer zu finden, dies hat der BN sogar in einer Studie dokumentiert (siehe hier). Sie werden aber dringend gebraucht, um beispielsweise bei Eingriffen in die Natur Gutachten über vorkommende Arten oder Konzepte für Schutzmaßnahmen zu erstellen. Auch beim ehrenamtlichen Engagement im Naturschutz sind Fachleute dringend gefragt. Denn ohne tieferes Verständnis für die Ansprüche einer Art schlagen viele Schutzmaßnahmen fehl.

In Kooperation mit der Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege (ANL) will der BUND Naturschutz diesen Missstand beheben und bildet seit 2024 im Rahmen des BANU-Programms Expert*innen im Bereich Amphibien im Einsteigerniveau „Bronze“ aus. 2025 ist die Stufe „Silber“ für Fortgeschrittene hinzugekommen. 2026 fand die erste Ausbildung zum Thema Reptilien statt, also zu Schlangen, Eidechsen und Schildkröten. Als „Krötenflüsterer“ und „Schlangenbeschwörer“ sollen die Prüflinge nicht nur Arten erkennen, sondern auch wissen, welche Vorlieben und Ansprüche unserer heimischen Lurche und Kriechtiere haben.
„Damit übernimmt der BUND Naturschutz Verantwortung für zwei  Tiergruppen, für die sich viele BN-Kreis- und Ortsgruppen schon seit vielen Jahrzehnten einsetzen“, erklärt der BN-Artenschutzexperte Andreas Zahn, der auch Referent der Ausbildung ist. „Schließlich tragen BN-Aktive pro Jahr zehntausende Kröten über die Straße, damit sie auf ihrem Weg zu den Laichgewässern nicht von Autos überfahren werden.“ Der Kurs beinhaltet Online-Schulungen sowie Freilandexkursionen mit Übungen zur Bestimmung und Lebensraumkenntnis. Als Reaktion auf das große Interesse soll die Ausbildung auch 2027 wieder angeboten werden.

Am 7. August fand die diesjährige Abschlussprüfung an der ANL in Laufen statt. Sowohl Kurs als auch die Prüfung sind Angebote im bundesweiten BANU-Programm zur Förderung von Artenkenntnissen (mehr Informationen hier). Erfreulich war, dass über 95% der Teilnehmer*innen die Prüfungen erfolgreich absolviert haben. 

Lisa Silbernagl von der ANL unterstreicht: „Wir freuen uns, dass das Angebot so gut angenommen wurde. Für Behörden ist es ungemein wichtig, auf ausgebildete Sachverständige zurückgreifen zu können, wenn es gilt die Artenvielfalt zu schützen. Die Suche nach solchen Expert*innen gestaltet sich nämlich zunehmend schwierig. Mit dem BN haben wir einen kompetenten Kooperationspartner gefunden, um diese Lücke im Bereich Herpetologie zu schließen.“ 



Anhang: 
Fotos zur Verwendung unter Nennung des Fotografen:
Teilnehmer*innen bei der Erkundung eines Amphibienlaichgewässers
Teilnehmer*innen lernen den Umgang mit Schlangen im Haus am Strom (Passau)
Fotograf: Dr. Andreas Zahn, BUND Naturschutz in Bayern e.V. 

Für Rückfragen:
Dr. Andreas Zahn
Referent für Arten- und Naturschutz
Tel. 0160 / 7619406
E-Mail: andreas.zahn@bund-naturschutz.de

Für Rückfragen zum BANU-Programm:
Lisa Silbernagl 
Bayerische Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege (ANL)
Tel. 08682/8963-74
E-Mail: lisa.silbernagl@anl.bayern.de