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Sozial-ökologische Weihnachten für alle

Der so genannte Earth Overshoot Day (Erderschöpfungstag) war dieses Jahr am 1. August und damit noch früher als noch im Jahr 2017. An diesem Tag hat die Menschheit so viel verbraucht, wie die Erde selbst erneuern kann. Dies macht deutlich, dass unser Konsummodell nicht nachhaltig ist. Damit Weihnachten nicht zu einer Konsumschlacht verkommt, die Umwelt und Klima weiter schädigt, gibt der BUND Naturschutz (BN) Umwelt-Tipps nach dem Motto: „Weniger ist Mehr“.

07.12.2018

„Wir sollten gerade an Weihnachten darüber nachdenken, ob wir Geschenke auf den letzten Drücker über den Versandhandel bestellen wollen“, so Martin Geilhufe, Landesbeauftragter des BN. „Denn die zunehmenden Internetbestellungen führen nicht nur zu mehr Verkehr und Flächenverbrauch für riesige Logistikzentren, sie sind eine Konkurrenz für den regionalen Einzelhandel und vergrößern den Billiglohnsektor und damit die Armut“, so Geilhufe weiter. Der BN appelliert zu Weihnachten, nicht dem Konsumrausch zu verfallen und beim Schenken auch an die Umwelt und soziale Gerechtigkeit zu denken.

Der BN empfiehlt:

  • Einkaufsstätten:

    Nehmen Sie sich Zeit für den Einkaufsbummel und bestellen Sie nach Möglichkeit nicht im Internet. Unterstützen Sie den regionalen Einzelhandel, schauen Sie sich im Naturkost- oder EineWelt Laden um, schenken Sie sich die Möglichkeit, nicht die reichsten Unternehmer noch reicher zu machen, sondern faire Preise für gute Qualität zu bezahlen. Der regionale Einzelhandel zahlt die Steuern, mit denen Ihre Kommune das öffentliche Leben finanziert, große Konzerne sind meist diejenigen, die Steuerschlupflöcher nutzen und damit das Gemeinwohl vernachlässigen.

  • Das andere Weihnachtsmenü:

    Wenn es denn ein Festtagsbraten sein soll, achten Sie auf die Herkunft des Fleisches: Rindfleisch aus regionaler Weidehaltung, Lamm vom Schäfer aus Naturschutzprojekten, Wild aus heimischen Wäldern vom Jäger aus der Nachbarschaft oder dem nächstgelegenen BaySF-Forstbetrieb und natürlich Biofleisch sind nachhaltiger und besser als Fleisch aus einem Massentierhaltungsstall. Und natürlich können Sie Ihre Lieben auch mit einem vegetarischen Menü beglücken.
    Biozutaten zum Weihnachtsmenü und auch schon beim Plätzchen und Stollen backen sind klimaschonender erzeugt. Ökolandbau erspart dem Boden und dem Wasser den Pestizideinsatz. Die Tiere haben Auslauf und mehr Platz im Stall, sie erhalten biologisch angebautes Futter. Das ist auch an der Qualität der Milch messbar und der Braten schrumpft nicht bei der Zubereitung. Viele Milchbauern stehen auf der Warteliste der Molkereien um auf Bioanbau umzustellen, der Markt wächst derzeitig langsamer als die Umstellungsbereitschaft der Landwirte.
    Und wenn schon nicht Bio, dann kann die Creme für den Nachtisch am besten mit Milchprodukten mit dem Label „Ohne Gentechnik“ zubereitet werden. Denn dann vermeiden Sie z.B. bei der Butter für die Weihnachtsplätzchen, dass die Kühe mit gentechnisch verändertem Soja aus Übersee gefüttert worden sind.

  • Fair Trade:

    fair gehandelte Bio-Zutaten machen das Weihnachtsgebäck zu einem besonderen Genuss. Egal ob Nüsse, Zucker oder Schokolade: Weltladen und auch manche Supermärkte halten ein reiches Angebot von Fairtrade-Waren, meist biologisch angebaut, bereit. Einen Überblick über Fairtrade Siegel bietet die Seite des Bundeszentrums für Ernährung: https://www.bzfe.de/fair-trade-1885.html

  • Spielzeug:

    Immer wieder lassen Untersuchungen zur Chemikalienbelastung von Spielsachen und kindernahen Produkten aufschrecken: Teddy, Schnuller & Co. sind häufig hoch mit Schadstoffen belastet. Der BUND hat konkrete Tipps für Eltern, etwa auf bestimmte Gütesiegel zu achten und Unternehmen aufzufordern, gesundheitsgefährdende Stoffe durch sichere Alternativen zu ersetzen. Mit der kostenlosen ToxFox-App www.bund.net/chemie/toxfox/ lassen sich jetzt Schadstoffe nicht nur in Kosmetika sondern auch in Kinderprodukten wie Malutensilien oder Spielzeugen aufspüren. Nachdem die Produkte mit der Smartphone-Kamera gescannt wurden, können die Nutzer direkt bei den Herstellern Informationen über besonders bedenkliche Inhaltsstoffe abfragen.

  • Verpackung kreativ:

    Nach der Bescherung ein Chaos an Papier, Schleifchen und Folien? Diesen Verpackungsmüll können Sie sparen, wenn Sie die Geschenke unverpackt übergeben, sie in alte Kalenderblätter, Geschirrtücher oder Kissenbezüge einschlagen oder wenn Sie Geschenksäckchen nähen. Und wenn es Bändchen sein soll: hier tut es auch der Rest Wolle oder ein Stückchen Bast.

  • Der Christbaum:

    Bio ist die bessere Wahl, das hat die letztjährige Untersuchung auf Pestizide von Baumstichproben des BUND gezeigt! (https://www.bund.net/service/presse/pressemitteilungen/detail/news/bund-testet-weihnachtsbaeume-76-prozent-mit-pestiziden-belastet-auch-illegales-pestizid-gefunden/ ) Auch wenn die gefundenen Konzentrationen an Pflanzenschutzmitteln wohl eher nicht direkt gesundheitsschädlich sind, der biologisch angebaute Baum erspart der Umwelt die Giftdusche. Der BN hat auch 2018 eine Anbieterliste zusammengestellt, in der Sie nach einem unbelasteten Baum in Ihrer Region suchen können: https://www.bund-naturschutz.de/oekologisch-leben/wohnen/christbaum-kaufen.html

  • Kerzen:

    Bunte Billigprodukte können gesundheitsschädliche Substanzen enthalten. Vermeiden Sie möglichst Farben, Lacke und künstliche Duftmittel, kürzen Sie rußende Dochte und lüften Sie nach dem Ausblasen der Kerzen. Ein guter Ratgeber ist das RAL-Gütezeichen Kerzen.

  • Wenn Sie noch mehr wissen wollen: